{"id":784,"date":"2019-10-08T08:40:49","date_gmt":"2019-10-08T08:40:49","guid":{"rendered":"http:\/\/www.gulis.at\/schreiben\/?p=784"},"modified":"2021-02-19T09:43:14","modified_gmt":"2021-02-19T09:43:14","slug":"verschwundene-orte-3","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/gulis.at\/schreiben\/verschwundene-orte-3\/","title":{"rendered":"Verschwundene Orte 3: Stiftingtalstrasse 6"},"content":{"rendered":"<h3><strong><img decoding=\"async\" class=\" wp-image-857 alignright\" src=\"http:\/\/gulis.at\/schreiben\/wp-content\/uploads\/2020\/04\/P1010472-300x200.jpg\" alt=\"\" width=\"254\" height=\"169\" srcset=\"https:\/\/gulis.at\/schreiben\/wp-content\/uploads\/2020\/04\/P1010472-300x200.jpg 300w, https:\/\/gulis.at\/schreiben\/wp-content\/uploads\/2020\/04\/P1010472-1024x683.jpg 1024w, https:\/\/gulis.at\/schreiben\/wp-content\/uploads\/2020\/04\/P1010472-768x512.jpg 768w, https:\/\/gulis.at\/schreiben\/wp-content\/uploads\/2020\/04\/P1010472-1536x1024.jpg 1536w, https:\/\/gulis.at\/schreiben\/wp-content\/uploads\/2020\/04\/P1010472-2048x1365.jpg 2048w\" sizes=\"(max-width: 254px) 100vw, 254px\" \/><\/strong><\/h3>\n<p>Der Ball schien endlos lange in der Luft. Als w\u00e4re er der Mond selbst, der seine wundervoll geplante Bahn \u00fcber den Himmel zieht. Er flog und flog, nahezu \u00fcber das ganze Spielfeld und landete schlie\u00dflich auf der Querlatte des Tores. Alle dachten, die Zeit w\u00fcrde still stehen. In Filmen k\u00f6nnte die Szene mittels Superzeitlupe und verz\u00f6gerter Zeitlinien, durch Schnitte zu parallelen Situationen erzeugt, viel besser umgesetzt werden. Die Zuseher*innen, die Spieler, alle verfolgten den Weg des Balles. Mit weit ge\u00f6ffneten Augen und angestrengten Gesichtsausdruck wanderten sie mit ihren Augen und den K\u00f6pfen der Flugbahn des Balles hinter her, der ohne viel Spin in einem weiten Bogen dahin flog.<\/p>\n<p>Mit einem schmatzenden, donnernden und r\u00fcttelnden Ger\u00e4usch, als w\u00fcrde das Tor gleich aus den Erdboden rausgerissen werden und nach hinten st\u00fcrzen, ganz so, als w\u00e4re es t\u00f6dlich getroffen worden, endete die Flugszene und die gedachte Superzeitlupe. Ganz so, wie wir es aus klassischen Western kennen; langsam aber sicher, erstaunt \u00fcber das gerade erlittene, mit gro\u00dfen Augen steht der Duellant da, in die Kamera blickend. Der Revolver schwenkt am Abzugfinger nach unten, dann kippt er langsam nach hinten und stirbt. Musik auf, eine Fliege umschwirrt den Todessch\u00fctzen, von dem man nur die Augen sieht. Schnitt. Der Todessch\u00fctze wirbelte seinen Colt ebenso um den Finger und steckt ihn in den Halfter. Kamera amerikanisch. Musik wird lauter.<\/p>\n<p>Aber das Tor fiel nicht. Es wackelte, es knirschte im Boden und pendelte sich wieder ein. Ungeziefer stob von der Oberseite der Querlatte auf und flog hektisch umher, ohne zu wissen, welch wichtigen Sekunden sie beigewohnt hatten. Mein Vater wirbelte auch keinen Colt umher, sondern \u2013 wie alle anderen auch \u2013 verfolgte er gespannt seinen getretenen Ball und drehte sich einmal um die Achse, als klar war, dass er nur das Aluminium getroffen hatte. In den fr\u00fcheren Zeiten, sagte man dazu Holz. Aber das Fu\u00dfballtore noch aus Holz und quadratisch waren, diese Zeiten waren sogar schon damals l\u00e4ngst vorbei. Der Ball sprang zur\u00fcck ins Feld und mein Vater stampfte einmal auf und rief etwas Unfl\u00e4tiges. Schlie\u00dflich fand er sich in sein Schicksal und das in einer Sekunde und trabte schon wieder los, um an das Spielger\u00e4t zu gelangen.<\/p>\n<p>Ebenso erwachten alle anderen Beteiligten aus ihrer Erstarrung. Was akustisch folgte, war ein kollektives Ausatmen, das wie ein langgezogener Zischlaut \u2013 \u00e4hnlich einer quietschenden Zugsgarnitur \u00fcber den Platz schallte. Schreie folgten. \u201eOhhs und Ahhs\u201c entwichen den Kehlen und sie begannen mit ihren Nebenleuten Kontakt aufzunehmen, sich nonverbal auszutauschen, durch Gesten und Mimiken, um ihrer Bewunderung und Verzauberung Ausdruck zu verleihen.<\/p>\n<p>W\u00e4hrend dessen flog das derart maltr\u00e4tierte Spielger\u00e4t in hohem Bogen wieder zur\u00fcck ins Spielfeld, sprang weit au\u00dferhalb des 16ers zum ersten Mal wieder auf dem Boden auf. Niemand von den Spielern war in der N\u00e4he und konnte sich rasch genug aus der kollektiven Zeitlupe und \u00dcberraschung herausl\u00f6sen. Niemand konnte von der Situation Nutzen ziehen. Niemand konnte den Ball unter seine Kontrolle bringen und niemand konnte sich einen Aufmerksamkeitsvorsprung erarbeiten; weder die St\u00fcrmer, die mit der Verwertung des Abprallers \u00fcberraschen h\u00e4tte k\u00f6nnen, noch die staunenden Verteidiger, noch der perplex dreinschauende Torh\u00fcter Ralph, der sich um seine eigene Achse drehende Torh\u00fcter bei den S\u00f6hnen. Und so p\u00e4ppelte der gerade so im Fokus stehende Ball einige Male auf und rollte dann im Mittelfeld aus. Fast unbeachtet, fast ungeliebt, fast vernachl\u00e4ssigt, streunte er auf dem Platz umher. Vielleicht genoss er aber auch die kurze Phase der Ruhe, des Alleingelassen seins. Sie dauerte nur wenige Sekunden, bis einer kam und ihn wieder trat. Einige am Rande stehenden Zuseher*innen, haupts\u00e4chlich Verwandte, M\u00fctter und Geschwister applaudierten spontan und transformierten so ihre innere Anspannung in Bewegungsenergie.<\/p>\n<p><strong>V\u00e4ter gegen S\u00f6hne<\/strong><\/p>\n<p>Es war ein Samstagnachmittag, an dem sich eine kleine Karawane aus dem Stiftingtal, rund um die Siedlung am Gro\u00dfgraben- und Viktor Geramb Weg und den anliegenden H\u00e4usern bis zur Ortnerstrasse, Richtung Stadt bewegte, um Akteur* und Zeug*innen eines Fu\u00dfballereignisses am Platz in Leonhard zu werden. Die lokal und zeitlich begrenzte V\u00f6lkchenwanderung, die da an dem besagten Samstag losbrach, war dem Match V\u00e4ter gegen S\u00f6hne geschuldet. Eine Premiere und dementsprechend aufmerksam registriert, von vielen. Auch wenn sie nicht fu\u00dfballinteressiert waren.<\/p>\n<p>Der Platz \u2013 das Stadion \u2013 lag in der ersten Kurve der damaligen Stiftingtalstrasse, der Eingang dazu auf einer kleinen Kuppe, keine hundert Meter von der Endstation Leonhard stadtausw\u00e4rts entfernt. Die Karawane kam jedoch von der anderen Seite \u2013 aus den Tiefen des Stiftingtals. Von dort \u2013 wo ich (wir) wohnte\/n \u2013 waren es etwa 2 Kilometer zum Platz oder 5-6 Stationen mit dem Bus. Die meisten von uns fuhren mit dem Rad, der Rest sa\u00df hinten drauf, am Gep\u00e4ckstr\u00e4ger. Treffpunkt war die Ecke Stiftingtalstrasse-Gro\u00dfgrabenweg. Die Kicker radelten im Konvoi zum Platz.<\/p>\n<p><img decoding=\"async\" class=\"wp-image-859 alignleft\" src=\"http:\/\/gulis.at\/schreiben\/wp-content\/uploads\/2020\/04\/CAM00487-300x225.jpg\" alt=\"\" width=\"233\" height=\"175\" srcset=\"https:\/\/gulis.at\/schreiben\/wp-content\/uploads\/2020\/04\/CAM00487-300x225.jpg 300w, https:\/\/gulis.at\/schreiben\/wp-content\/uploads\/2020\/04\/CAM00487-1024x768.jpg 1024w, https:\/\/gulis.at\/schreiben\/wp-content\/uploads\/2020\/04\/CAM00487-768x576.jpg 768w, https:\/\/gulis.at\/schreiben\/wp-content\/uploads\/2020\/04\/CAM00487-1536x1152.jpg 1536w, https:\/\/gulis.at\/schreiben\/wp-content\/uploads\/2020\/04\/CAM00487.jpg 2048w\" sizes=\"(max-width: 233px) 100vw, 233px\" \/>Wir kamen an den alten Holzzaun mit Tor, das windschief in seinen Angeln hing und schwer auf zu kriegen war, so als w\u00fcrde es uns nur sehr ungern rein lassen, weil sicher was kaputt werden w\u00fcrde. Etwas tiefer unten gelegen, stand das erste Tor, ohne Netz in der Nachmittagssonne, kahl und leer. Kurz gem\u00e4ht war er und sogar Linien gab es heute. Das war ja nicht immer so. Linien gab es eigentlich nie und gem\u00e4ht war er oft auch nicht, sodass das Spiel unter der unebenen Wiese und dem zu hohen Gras litt. Vor den Toren hingegen gab es zwei kahle Stellen, ja fast Senken k\u00f6nnte man sie bezeichnen, die bei leichtem Regen matschig, sich bei heftigerem sogar mit Wasser f\u00fcllten. Bei Trockenheit jedoch staubig und steinhart waren; Sch\u00fcrfwunden waren vorprogrammiert.<\/p>\n<p>Der als Fu\u00dfballplatz ausgewiesene Bereich hatte nicht die erforderlichen L\u00e4ngen- und Breitenma\u00dfe f\u00fcr einen richtigen Fu\u00dfballplatz \u2013 nach FIFA Richtlinien \u2013 und demnach war der 16er kein echter 16er. Aber es war \u201eunser Stadion\u201c.<\/p>\n<p><strong>Stiftingtaler Rundfahrt<\/strong><\/p>\n<p>Ich kann nicht mehr beschw\u00f6ren, wer es organisiert hatte. Ich glaube, es war der Nikolaus und der Ralph. Der Nikolaus \u2013 der \u00e4lteste Leitner Bub \u2013 der damals noch Klaus hie\u00df, organisierte schon immer gerne. Als wir noch kleiner waren, gab es im Garten der Leitners im Sommer des \u00d6fteren einen Circus. Einige von uns studierten Kunstst\u00fccke ein und pr\u00e4sentierten diese, sangen, tanzten und spielten kleine Szenen. Die Vorstellungen wurden dann in der ganzen Siedlung publik gemacht, mit kunstvoll bemalten und beschrifteten selbsthergestellten Zetteln, die der Klaus entwarf und die an Laternenmasten und Z\u00e4unen aufgeh\u00e4ngt wurden. Die anderen Kinder und manchmal auch ein paar Erwachsene zahlten Eintritt und sahen den \u201eArtisten\u201c zu.<\/p>\n<p>Ein andermal \u2013 das war Jahre sp\u00e4ter \u2013 der Nikolaus war schon in der Oberstufe des Gymnasiums, organisierte er eine Stiftingtaler Radrundfahrt. Es gab 10 Etappen, alles dabei, was zu einer Radrundfahrt geh\u00f6rte; Zeitfahren, Sprint- und Bergwertungen. Nikolaus hatte sie nicht gewonnen, das wei\u00df ich, weil er sich sehr dar\u00fcber \u00e4rgerte. Der Sieger kam nicht direkt aus dem Stiftingtal, war ein Legion\u00e4r quasi. Ich wei\u00df den Nachnamen noch, er hie\u00df Brett. Er wohnte in der Billrothgasse. Der war schon zu Beginn, der hei\u00dfe Kandidat auf den Gesamtsieg. Der hatte ein Rennrad, aber hallo\u2026 Da fielen uns die Augen raus.<\/p>\n<p>Ich habe noch eine Szene vor meinem geistigen Auge, als der einen steilen Teil der Stiftingtalstrasse nahm, weit drau\u00dfen schon, nach dem Stadtschild \u2013 bei der Abzweigung \u2013 wo es einerseits ins Schafthal und andererseits nach Mariatrost ging, durch den Wald der Ries-Ankunft entgegen flog. Da konnte keiner mit. Wir staunten. Das konnte doch nicht ganz allein nur das Rennrad sein. Da waren wir uns danach sicher. Aber vielleicht wurde damals auch schon beim Stiftinger Radkriterium gedopt? Wer wei\u00df! Es gab sogar einen Pokal f\u00fcr den Brett. Hie\u00df er Christian? M\u00f6glich! Die Siegesfeier fand im Garten der Leitners statt, mit\u00a0 anschlie\u00dfender Pool Party. Haha, wie das klingt, aber es war so, weil die Leitners hatten einen gemauerten, rechteckigen Swimming Pool im Garten.<img decoding=\"async\" class=\"wp-image-862 alignright\" src=\"http:\/\/gulis.at\/schreiben\/wp-content\/uploads\/2020\/04\/P1040422-300x225.jpg\" alt=\"\" width=\"216\" height=\"162\" srcset=\"https:\/\/gulis.at\/schreiben\/wp-content\/uploads\/2020\/04\/P1040422-300x225.jpg 300w, https:\/\/gulis.at\/schreiben\/wp-content\/uploads\/2020\/04\/P1040422-1024x768.jpg 1024w, https:\/\/gulis.at\/schreiben\/wp-content\/uploads\/2020\/04\/P1040422-768x576.jpg 768w, https:\/\/gulis.at\/schreiben\/wp-content\/uploads\/2020\/04\/P1040422-1536x1152.jpg 1536w, https:\/\/gulis.at\/schreiben\/wp-content\/uploads\/2020\/04\/P1040422-2048x1536.jpg 2048w\" sizes=\"(max-width: 216px) 100vw, 216px\" \/><\/p>\n<p>Nikolaus oder Klaus und wir mit ihm, organisierten und f\u00fchrten viele Turniere und Wettbewerbe durch. Tischtennis, Fu\u00dfballtennis, Fu\u00dfball, Federball, Waldcross \u2013 mit den R\u00e4dern durch den Wald, alles wurde einzeln gewertet, als Team und als Gesamtwertung bewertet und in Listen gef\u00fchrt, mit Koeffizienten versehen und Tabellen gef\u00fchrt, mit Turniersiegen gekr\u00f6nt oder am Ende der Saison mit dem Meistertitel belohnt.<\/p>\n<p>So gab es etwa im Pool das Spiel \u201eMatratzen entern\u201c. Einer sa\u00df in der Mitte des Pools auf einer dreiteiligen Luftmatratze und die anderen versuchten auf die Matratze zu h\u00fcpfen, um den Sitzenden von der Matratze zu bringen. Eigentlich ein sehr lustiges Spiel. Papa Leitner mochte es nicht so, weil so viel Wasser aus dem Pool spritzte und schwappte.<\/p>\n<p>Und das ganze fand nat\u00fcrlich im Winter auch statt. Da gab es mehrere Abfahrten in der Gegend; au\u00dferdem einen Slalomhang, eine Rodelpiste, im Hohlweg durch den Wald, zwei Sprungchancen und zwei Teiche, die oft genug zugefroren waren, so dass wir dort Eishockey spielen konnten.<\/p>\n<p><strong>Das ewige Derby<\/strong><\/p>\n<p>Der spielerische Alltag im Stiftingtal war gepr\u00e4gt von regelm\u00e4\u00dfigen 2 gegen 2 Kicks im Garten der Leitners. Es gab zwei regul\u00e4re Fu\u00dfballmannschaften. Den SAK (Stiftinger Athletic Klub) und den SK Stifting. Der SAK waren der Nikolaus und ich, der SKS waren der Gerhard und der Gernot. Im Laufe der Jahre kam eine dritte Mannschaft hinzu. Das waren die j\u00fcngeren, bestehend aus dem Thomas (T\u00f6mpi) und dem Andreas (\u00c4nder). Als wir \u00e4lter wurden, kamen mehr Freunde auf Besuch. So entstanden Legion\u00e4rsmannschaften oder Mixed Teams.<\/p>\n<p>Heli, ein Schulfreund von Thomas wechselte oft \u00fcber den Berg aus Mariatrost zu uns her\u00fcber. Der Kurti aus Wr. Neustadt spielte \u00f6fter mit, wenn er zu Besuch war. Den hatte Gernot kennengelernt, als er auf die Wiener Filmakademie ging; und diese Freundschaft blieb bis zu Kurtis pl\u00f6tzlichen Tod im Jahr 2014. Der Kurti brachte auch einmal an einem Wochenende einen anderen Freund mit, den man ohne zu \u00fcbertreiben, als Prominenten bezeichnen konnte. Wir staunten nicht schlecht, als Fredl Tatar, der damals noch eine eigene richtige Fu\u00dfballprofikarriere im Blick hatte, bei uns im Garten, blo\u00dff\u00fc\u00dfig mit kickte. Mit der richtig gro\u00dfen Kicker Karriere wurde es bei ihm nix \u2013 obwohl er sogar dem Mario Kempes in Erinnerung geblieben ist und sie gute Freunde wurden \u2013 immerhin spielte er bei der Vienna, die damals noch erstklassig waren. Sp\u00e4ter wurde er Trainer, kam ein wenig in der Welt (Russland) herum und heute ist er Co-Kommentator von irgendeinem Sender. Aber prominent wurde Nikolaus dann sp\u00e4ter ja auch.<\/p>\n<p>Ach ja und einen Legion\u00e4r gab es auch, der teuerste weil einzige Legion\u00e4r, den das Stiftingtal jemals hatte. Und nicht wie sie vielleicht glauben, der Kurti oder der Fredl, nein. Wie immer wollten wir Fu\u00dfballspielen, jeden Tag, jede Stunde, immer. Aber es fehlte der Gerhard und so fragten wir den Martin, den dritt\u00e4ltesten der Leitners, der sich prinzipiell f\u00fcr Fu\u00dfball \u00fcberhaupt nicht interessierte und eigentlich auch nicht spielen konnte. Also redeten wir auf ihn ein und wollten ihn \u00fcberzeugen, dass er mit seinem Bruder Gernot gegen den SAK (also uns) spielen sollte. Das zog sich, zwischendurch glaubten wir schon, wir h\u00e4tten ihn endlich soweit, aber dann kam wieder der Schwenk und etwas dazwischen und er bockte wieder. Das ging so dahin, den ganzen Nachmittag lang, bis es schon bald Abends wurde. Da kamen wir auf die Idee, ihn daf\u00fcr zu bezahlen, dass er mit kickte. Das wirkte zwar auch erst nach einiger Zeit, aber er bekam Geld, das er spielte.<\/p>\n<p>Ich wei\u00df den Preis nicht mehr, auf den wir uns einigten, aber er war f\u00fcr unsere Verh\u00e4ltnisse\u00a0 betr\u00e4chtlich. <img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"wp-image-864 alignleft\" src=\"http:\/\/gulis.at\/schreiben\/wp-content\/uploads\/2020\/04\/MzU3QTAwQjEtMTQzMS00RkM2LUJBNEEtMUQwOEU1MkVFODQ2jsessionid3249DC37242B7B89B5C8690DA9F0D4A3-n3-300x200.jpg\" alt=\"\" width=\"218\" height=\"145\" srcset=\"https:\/\/gulis.at\/schreiben\/wp-content\/uploads\/2020\/04\/MzU3QTAwQjEtMTQzMS00RkM2LUJBNEEtMUQwOEU1MkVFODQ2jsessionid3249DC37242B7B89B5C8690DA9F0D4A3-n3-300x200.jpg 300w, https:\/\/gulis.at\/schreiben\/wp-content\/uploads\/2020\/04\/MzU3QTAwQjEtMTQzMS00RkM2LUJBNEEtMUQwOEU1MkVFODQ2jsessionid3249DC37242B7B89B5C8690DA9F0D4A3-n3-1024x683.jpg 1024w, https:\/\/gulis.at\/schreiben\/wp-content\/uploads\/2020\/04\/MzU3QTAwQjEtMTQzMS00RkM2LUJBNEEtMUQwOEU1MkVFODQ2jsessionid3249DC37242B7B89B5C8690DA9F0D4A3-n3-768x512.jpg 768w, https:\/\/gulis.at\/schreiben\/wp-content\/uploads\/2020\/04\/MzU3QTAwQjEtMTQzMS00RkM2LUJBNEEtMUQwOEU1MkVFODQ2jsessionid3249DC37242B7B89B5C8690DA9F0D4A3-n3-1536x1024.jpg 1536w, https:\/\/gulis.at\/schreiben\/wp-content\/uploads\/2020\/04\/MzU3QTAwQjEtMTQzMS00RkM2LUJBNEEtMUQwOEU1MkVFODQ2jsessionid3249DC37242B7B89B5C8690DA9F0D4A3-n3-2048x1365.jpg 2048w\" sizes=\"(max-width: 218px) 100vw, 218px\" \/>Vielleicht so 20 oder 30 Schilling. Das Geld war nicht gut investiert, weil das Match machte wenig Spa\u00df. Martin war und blieb ein miserabler Kicker und war auch entsprechend lustlos bei der Sache. Man m\u00f6chte fast sagen, wie Legion\u00e4re halt so sind, Diven und mit Starall\u00fcren ausgestattet. Aber das w\u00e4re gemein und pauschal. Wir gewannen das Match, zahlten das Geld aus und waren um eine Lektion reicher. Das wiederholte sich nicht mehr. Daraus erfanden wir eben andere Spiele, die man auch zu zweit oder zu dritt spielen konnte; wie etwa das Spiel, das wir auf die schm\u00e4lere Wand des Swimming Pools von au\u00dfen schossen. Ein zweiter stand als Tormann im Pool. Ging nat\u00fcrlich nur, wenn es nicht eingelassen war. Man durfte die erh\u00f6hte Mauer des Pools von au\u00dfen nicht ber\u00fchren. Zu dritt war es noch lustiger, weil man sich dann \u00fcber den Pool hinweg zu passen und etwa mit dem Kopf einnetzen oder den Ball aus der Luft volley \u00fcbernehmen konnte und auf die schmale Mauer hinunter in den Pool schie\u00dfen konnte.<\/p>\n<p><strong>Richtig viele Kinder<\/strong><\/p>\n<p>Die Siedlung zeichnete sich durch eine gro\u00dfe Zahl an Kindern aus; richtig viele Kinder. Dementsprechend gro\u00df war das Gedr\u00e4nge, bei dem Match der Matches mit zu spielen. Die Raths hatten sechs Kinder, davon zwei, der Hannes (Hampi) und Bernd, die im engeren Kader standen. Die Candussis waren auch sechs. Aber ich erinnere mich nicht daran, dass der Klaus oder der Hermann dabei gewesen w\u00e4ren, wahrscheinlich schon, aber sie hatten es mit dem Kicken nicht so. Die Kemps waren f\u00fcnf, davon stand der einzige Sohn Mike im Kader. Die Leitners waren vier Buben, die beiden \u00e4lteren, Nikolaus und Gernot waren Fixstarter. Der Martin, wie schon erw\u00e4hnt, der teuerste Legion\u00e4r des Stiftingtals nicht. Thomas der j\u00fcngste war noch zu klein.<\/p>\n<p>Die Leitls waren zwei, spielten aber nicht mit. Die Familie Neger waren auch f\u00fcnf, da spielte aber keiner mit. Die Horners waren drei Kinder, aber alles M\u00e4dels. Die Muralters waren vier M\u00e4dchen. Damals undenkbar, dass da eine mitgespielt h\u00e4tte. Jurtschitsch hatte einen Sohn, der noch zu klein war. Mauthner hatten zwei T\u00f6chter, aber der Vater spielte mit. Wir waren zwei Kinder, ich spielte mit, mein Vater auch. Der Gerhard war allein, spielte mit. Sein Vater nicht. Hollomay waren dabei, Sohn Ralph und der Vater Werner. So standen also die Leitner Jungs ihrem Erzeuger ebenso gegen\u00fcber, wie die Raths ihrem Vater und ich meinem. Das lustige war, dass beide Hollomays die Tore h\u00fcteten. Werner bei den V\u00e4tern, Ralph bei uns.<\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"wp-image-867 alignright\" src=\"http:\/\/gulis.at\/schreiben\/wp-content\/uploads\/2020\/04\/IMG_20150925_175255-168x300.jpg\" alt=\"\" width=\"127\" height=\"227\" srcset=\"https:\/\/gulis.at\/schreiben\/wp-content\/uploads\/2020\/04\/IMG_20150925_175255-168x300.jpg 168w, https:\/\/gulis.at\/schreiben\/wp-content\/uploads\/2020\/04\/IMG_20150925_175255-575x1024.jpg 575w, https:\/\/gulis.at\/schreiben\/wp-content\/uploads\/2020\/04\/IMG_20150925_175255-768x1368.jpg 768w, https:\/\/gulis.at\/schreiben\/wp-content\/uploads\/2020\/04\/IMG_20150925_175255-863x1536.jpg 863w, https:\/\/gulis.at\/schreiben\/wp-content\/uploads\/2020\/04\/IMG_20150925_175255-1150x2048.jpg 1150w, https:\/\/gulis.at\/schreiben\/wp-content\/uploads\/2020\/04\/IMG_20150925_175255-scaled.jpg 1438w\" sizes=\"(max-width: 127px) 100vw, 127px\" \/>Bei den V\u00e4tern sah es mit dem Kader nicht so rosig aus. Einige davon waren Fu\u00dfballer, teilweise ehemalige Ligakicker, zumindest regelm\u00e4\u00dfige Hobbykicker, wie mein Vater und der Ewald. Andere wiederum standen bis dahin wohl noch keine 3x auf einem Fu\u00dfballfeld.<\/p>\n<p><strong>Es ging ja um die Gaude<\/strong><\/p>\n<p>Das sagten zuerst alle. Wiewohl das schnell umschlug, als das Spiel angepfiffen wurde. Wir hatten f\u00fcr das Spiel sogar einen Schiedsrichter. Von seinem Sohn wollte sich kein Vater eine Niederlage zuf\u00fcgen lassen und daher wurde es rasch ernst. Zweik\u00e4mpfe wurden nicht zugunsten der schm\u00e4leren S\u00f6hne verloren gegeben. Mein Vater stach als Vereins- und regelm\u00e4\u00dfiger Hobbykicker eher hervor. Dass er den Ball aus dem eigenen Feld, etwa 10 Meter vor der Mittellinie auf die Querlatte schoss, unterstrich das. Wenn die Rede in sentimentalen Momenten auf das Match kommt, f\u00e4llt vielen der Schuss meines Vaters ein.<\/p>\n<p>Nur meiner Mutter nicht, die glaubt fest, dass er so ehrgeizig dabei war, dass er mich einmal umgerannt hatte. Das kann ich aber nicht best\u00e4tigen, denn ich wei\u00df nicht mal, ob ich l\u00e4ngere Zeit mitgespielt habe. Sicher ist, dass ich Ersatz war, denn bei den S\u00f6hnen gab es viele \u00c4ltere, die k\u00f6rperlich schon robuster waren, um gegen die \u201eausgewachsenen Mannsbilder\u201c zu bestehen. Nikolaus, Gernot, Gerhard, Hampi, Ralph, Mike, Klaus, Hermann. Ich war mindestens zwei Jahre hinter den anderen und k\u00f6rperlich zart. Das Problem, das ich mittlerweile habe, ist, dass ich nicht mehr wei\u00df, wie es ausgegangen ist und ob ich nicht doch noch einige Minuten gespielt habe. Es konnte ja dauernd getauscht werden.<\/p>\n<p>Soweit ich mich erinnere, war das wohl das einzige Mal, das die Familien aus diesem Teil des\u00a0 Stiftingtals gemeinsam bei einem Ereignis beisammen waren. Man kannte sich. Durch die Kinder gab es immer wieder Kontakt, manchmal auch deswegen, weil wir was angestellt hatten, oder sie zusammen kommen mussten, weil die \u201eBuam\u201c irgendwas ausgeheckt oder zerst\u00f6rt hatten. Wirklich ernsthaft und nachhaltig gab es aber keinen \u00c4rger. N\u00e4her befreundet waren nur die unmittelbaren Nachbarn. Die Leitners waren schon mal bei den Kemps im Garten eingeladen und meine Eltern hatten engen Kontakt mit der Mauthner Familie und mit Jurtschitsch.<\/p>\n<p><strong>Ladenschlu\u00df<\/strong><\/p>\n<p>Alle kannten meinen Vater, weil er Filialleiter des Konsums war. F\u00fcr viele aus der Umgebung war das nicht nur eine n\u00fctzliche sondern auch wichtige Bekanntschaft. Weil zuf\u00e4lligerweise wohnten wir \u00fcber dem Konsum Gesch\u00e4ft und so geschah es nicht einmal, dass nach Ladenschluss ein Steinchen an die Balkont\u00fcr klopfte und unter dem Balkon auf der Stiftingtalstrasse jemand aus der Nachbarschaft stand, der um Einlass in den Laden bat, weil was vergessen worden war. Vor allem Samstagmittag passierte das \u00f6fters, dass etwa einer der Leitner Buben Steine warf, um noch drei Liter Milch zu ergattern, weil sie die Zeit \u00fcbersehen hatten und beide L\u00e4den im Stiftingtal schon geschlossen waren. Die Ladenschlusszeiten waren wesentlich strenger, als heute. Es gab Mittagsschlie\u00dfzeiten, einen Nachmittag, an dem die L\u00e4den geschlossen hielten und am Samstag um 12 Uhr war Schicht im Schacht.<img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"wp-image-1277 size-medium alignleft\" src=\"https:\/\/gulis.at\/schreiben\/wp-content\/uploads\/2019\/10\/koeln-300x200.jpg\" alt=\"\" width=\"300\" height=\"200\" srcset=\"https:\/\/gulis.at\/schreiben\/wp-content\/uploads\/2019\/10\/koeln-300x200.jpg 300w, https:\/\/gulis.at\/schreiben\/wp-content\/uploads\/2019\/10\/koeln-1024x683.jpg 1024w, https:\/\/gulis.at\/schreiben\/wp-content\/uploads\/2019\/10\/koeln-768x512.jpg 768w, https:\/\/gulis.at\/schreiben\/wp-content\/uploads\/2019\/10\/koeln-1536x1024.jpg 1536w, https:\/\/gulis.at\/schreiben\/wp-content\/uploads\/2019\/10\/koeln-2048x1365.jpg 2048w, https:\/\/gulis.at\/schreiben\/wp-content\/uploads\/2019\/10\/koeln-750x500.jpg 750w\" sizes=\"(max-width: 300px) 100vw, 300px\" \/><\/p>\n<p>Auf jeden Fall war es kein Nachteil, wenn man sich mit dem \u201eHerrn Gulis gut stellte\u201c, weil dann konnte man die Ladenschlusszeiten auch mal umgehen. Die Leitners waren dabei notorisch, aber auch andere kamen regelm\u00e4\u00dfig, so etwa die Frau Rath. Und das ging ja nur beim Konsum, weil wir dar\u00fcber wohnten. Beim zweiten Gesch\u00e4ft im Tal, das es damals noch gab, den Gr\u00f6henig, war das nicht m\u00f6glich, denn da wohnte keiner im Haus. Beide Gesch\u00e4fte gibt es seit Jahrzehnten schon nicht mehr. Wie \u00fcberhaupt es im Stiftingtal nahezu nichts mehr gibt, was es fr\u00fcher einmal gab.<\/p>\n<p><strong>Wochenende war \u201eGrotte Zeit\u201c<\/strong><\/p>\n<p>Die \u201eDisco-Dancing Grotte\u201c war eine Zeit lang in den 60er und 70er eine beliebte Wochenendbesch\u00e4ftigung der Jugend. Freitag, Samstag standen vor der Grotte viele Autos und es dr\u00f6hnte hinter den verdunkelten Scheiben. Die Disco Zeit hatte auch das Stiftingtal erreicht. Die Grotte sah innen tats\u00e4chlich wie eine Grotte aus. Da st\u00fcrzten Felsw\u00e4nde auf einen ein und schmale G\u00e4nge f\u00fchrten zu den Tischen, schwere Stein ragte \u00fcber den K\u00f6pfen herab. Bei Tageslicht oder normaler Beleuchtung durfte man sich das Interieur der Grotte nicht ansehen. Es war gar schauderhaft, wie schlecht und billig das war. Aber das hatte ja eh niemand vor und der Zauber im schummrigen Disco Licht funktionierte. Irgendwann begann der Lack zu bl\u00e4ttern und die Grotte kam aus der Mode, wohl so ab den mittleren 1980er Jahren.<\/p>\n<p>Wir waren f\u00fcr die Glanzzeiten der Grotte zu jung. Als wir alt genug f\u00fcr die Grotte waren, da war sie schon out und bei uns \u201edie Stadt\u201c in. Wir gingen oder fuhren einfach nur vorbei. Sp\u00e4tabends aus der Stadt kommend, \u00a0zu Fu\u00df oder mit den R\u00e4dern h\u00f6rten wir schlechte Schlager und ged\u00e4mpfte Tanzmusik aus dem Inneren, ein paar Autos standen davor. Alles verstr\u00f6mte den Geruch einer \u201ealten Generation\u201c und einer Zeit, die nicht unsere war. Wenn die T\u00fcr aufging, wurde die Musik lauter. Bei den Autos standen oft Gruppen, die rauchten und sich laut unterhielten. Eine Zeitlang nahmen wir uns immer vor, doch \u201eendlich in die Grotte zu gehen\u201c und hatten es doch nie getan.<\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"wp-image-872 alignright\" src=\"http:\/\/gulis.at\/schreiben\/wp-content\/uploads\/2020\/04\/tirol-300x200.jpg\" alt=\"\" width=\"232\" height=\"154\" srcset=\"https:\/\/gulis.at\/schreiben\/wp-content\/uploads\/2020\/04\/tirol-300x200.jpg 300w, https:\/\/gulis.at\/schreiben\/wp-content\/uploads\/2020\/04\/tirol-1024x683.jpg 1024w, https:\/\/gulis.at\/schreiben\/wp-content\/uploads\/2020\/04\/tirol-768x512.jpg 768w, https:\/\/gulis.at\/schreiben\/wp-content\/uploads\/2020\/04\/tirol-1536x1024.jpg 1536w, https:\/\/gulis.at\/schreiben\/wp-content\/uploads\/2020\/04\/tirol-2048x1365.jpg 2048w\" sizes=\"(max-width: 232px) 100vw, 232px\" \/>Einmal waren wir drinnen, unter Tags, weil wir einen Raum f\u00fcr ein Kabarettprogramm suchten und uns das anschauen wollten und wissen wollten, was es kosten w\u00fcrde, die Grotte zu mieten. Aber abgesehen davon, dass es viel zu teuer war, war das Interieur abschreckend. Als wir durch die T\u00fcr eintraten, kam uns ein muffig-schimmliger Geruch entgegen, der untermalt und hinterlegt wurde mit abgestandenen Zigaretten-, Bier- und Pissgestank. Das brachte man auch mit nichts mehr raus. Das hatte sich in die Pappmache W\u00e4nde eingefressen. Irgendwann schloss sie, wurde verkauft, abgerissen und ein Kindergarten wurde dort sp\u00e4ter errichtet.<\/p>\n<p>Aber ich schweife ab, das Match war also zu Ende, alle fuhren wieder nach Hause. Es hatte sich niemand ernsthaft verletzt und wenn mich nicht alles t\u00e4uschte, hatten die V\u00e4ter gewonnen, 6:4 oder so. Damit war das Wochenende gerettet. Zu einer Revanche kam es nicht mehr, obwohl gleich nach dem Match alle Beteiligten schworen, dass man das wiederholen wolle. Die Stiftingtaler Arena war noch eine Zeit lang, einer unserer beliebten Pl\u00e4tze. Als dann immer mehr mit ihrer Schule fertig waren und weg zogen, arbeiteten und studierten, fielen die Kicks in der Leonhard Arena immer \u00f6fter aus. Die Priorit\u00e4ten verlagerten sich. Viele fanden andere Klubs oder Hobbytruppen, die zu ihrem neuen Leben besser passten.<\/p>\n<p>Den Platz gab es noch einige Zeit, aber es gab keine nachfolgende Generation, die ihn \u00e4hnlich intensiv n\u00fctzte, wie wir. Er lag eine Weile brach, um dann g\u00e4nzlich zu verschwinden. Der Platz wurde verbaut \u2013 war ja ein wertvoller Baugrund \u2013 der gr\u00f6\u00dfere Teil davon zuerst von einer Tiefgarage f\u00fcr die LKH Besucher*innen. Der restliche Teil verschwand wegen des Neubaus der Med-Uni. Dort, wo die Stra\u00dfe vorbei f\u00fchrte und das schiefe Holztor knarrte, rumpelt jetzt die Stra\u00dfenbahn und ein \u00fcberdachter Radweg f\u00fchrt daran vorbei.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Der Ball schien endlos lange in der Luft. 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