{"id":640,"date":"2018-06-01T10:43:47","date_gmt":"2018-06-01T10:43:47","guid":{"rendered":"http:\/\/www.gulis.at\/schreiben\/?p=640"},"modified":"2021-02-19T10:54:23","modified_gmt":"2021-02-19T10:54:23","slug":"selbst-behauptung","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/gulis.at\/schreiben\/selbst-behauptung\/","title":{"rendered":"Selbst &#8211; Behauptung"},"content":{"rendered":"<h3><strong>Schreibkraft # 32 &#8222;Durchlesen&#8220;<br \/>\n<\/strong><\/h3>\n<h5><strong>Ein Suchttagebuch.<br \/>\n<\/strong><\/h5>\n<h5><strong>Prolog:<\/strong><\/h5>\n<h4><strong>Donauland!<\/strong><\/h4>\n<p>Die Buchgemeinschaft Donauland ist schuld oder verantwortlich, je nach Sichtweise. Da bin ich mir ganz sicher. Anders kann ich mir es nicht erkl\u00e4ren, dass B\u00fccher in die Regale des Wohnzimmerverbaus meiner Eltern gekommen sind. Durch Besuch einer Buchhandlung sicher nicht! Mein Vater hat nie eine Buchhandlung von innen gesehen.<\/p>\n<p>Manche fragen sich vielleicht, what the hell is Donauland? Das ist eine sogenannte Buchgemeinschaft. Man wurde Mitglied und konnte zu g\u00fcnstigen Konditionen B\u00fccher kaufen. Daf\u00fcr gab es eine pers\u00f6nliche Betreuung. Die uns zugeteilte Betreuerin kam einmal im Quartal, erhielt einen Kaffee, bl\u00e4tterte mit meiner Mutter den Katalog durch, dann wurde bestellt. Beim n\u00e4chsten Besuch brachte sie die B\u00fccher mit.<\/p>\n<p><img decoding=\"async\" class=\"wp-image-1128 alignleft\" src=\"http:\/\/gulis.at\/schreiben\/wp-content\/uploads\/2018\/06\/IMG_20180605_084348-168x300.jpg\" alt=\"\" width=\"126\" height=\"225\" srcset=\"https:\/\/gulis.at\/schreiben\/wp-content\/uploads\/2018\/06\/IMG_20180605_084348-168x300.jpg 168w, https:\/\/gulis.at\/schreiben\/wp-content\/uploads\/2018\/06\/IMG_20180605_084348-575x1024.jpg 575w, https:\/\/gulis.at\/schreiben\/wp-content\/uploads\/2018\/06\/IMG_20180605_084348-768x1368.jpg 768w, https:\/\/gulis.at\/schreiben\/wp-content\/uploads\/2018\/06\/IMG_20180605_084348-862x1536.jpg 862w, https:\/\/gulis.at\/schreiben\/wp-content\/uploads\/2018\/06\/IMG_20180605_084348-1150x2048.jpg 1150w, https:\/\/gulis.at\/schreiben\/wp-content\/uploads\/2018\/06\/IMG_20180605_084348-scaled.jpg 1437w\" sizes=\"(max-width: 126px) 100vw, 126px\" \/><\/p>\n<p>M\u00e4rchen- und Sagenb\u00fccher waren die einzigen, die meine Mutter nachweislich las, die hatte sie mir als Kind vorgelesen. Aber das ist wirklich schon lange her.<\/p>\n<h4><strong>Foucaultsches Pendel &#8211; Kefalonia, 1992<\/strong><\/h4>\n<p>Es ist hei\u00df. Der alte Bus, mit dem wir durch Griechenland rumpeln, hat keine Klimaanlage. \u201eDas einzige was hilft, ist drau\u00dfen schlafen\u201c, sagt Thomas. Andrea will das nicht, wegen der Viecher und so. Mitten in der Wildnis hat sie nicht ganz unrecht. Ich beschlie\u00dfe, den beiden den Fond zu \u00fcberlassen und begebe mich mit der Luftmatratze auf das Dach. Es riecht wunderbar, nach Zypressen, Pinien \u2013 S\u00fcden; eine leichte Prise k\u00fchlt die Haut. Ich schalte die Taschenlampe ein, lese weiter: \u201eDas Foucaultsche Pendel\u201c von Umberto Eco.<\/p>\n<p>Wir landen am Strand von Xi. Bizarr ist der rechte Ausdruck daf\u00fcr. Der Sand der Bucht ist dunkelrotbraun. Dahinter erhebt sich eine wei\u00df-graue Wand. Aus der kann man mit den H\u00e4nden, Lehmst\u00fccke raus rei\u00dfen. Davor liegt ein t\u00fcrkises Meer. Es sind noch 40 Seiten, die ich absolvieren muss. Da ist ein Sog, dagegen ank\u00e4mpfen ist sinnlos. Es muss weiter gehen, immer weiter.<\/p>\n<p><img decoding=\"async\" class=\"wp-image-1126 alignleft\" src=\"http:\/\/gulis.at\/schreiben\/wp-content\/uploads\/2018\/06\/Scheibtruhe-sw-300x204.jpg\" alt=\"\" width=\"213\" height=\"145\" srcset=\"https:\/\/gulis.at\/schreiben\/wp-content\/uploads\/2018\/06\/Scheibtruhe-sw-300x204.jpg 300w, https:\/\/gulis.at\/schreiben\/wp-content\/uploads\/2018\/06\/Scheibtruhe-sw-1024x697.jpg 1024w, https:\/\/gulis.at\/schreiben\/wp-content\/uploads\/2018\/06\/Scheibtruhe-sw-768x523.jpg 768w, https:\/\/gulis.at\/schreiben\/wp-content\/uploads\/2018\/06\/Scheibtruhe-sw-1536x1046.jpg 1536w, https:\/\/gulis.at\/schreiben\/wp-content\/uploads\/2018\/06\/Scheibtruhe-sw.jpg 1757w\" sizes=\"(max-width: 213px) 100vw, 213px\" \/><\/p>\n<p>Ich bin s\u00fcchtig, glaube ich. Obwohl ich wei\u00df, dass das Buch zu Ende sein wird, wenn ich jetzt weiter lese. Ich habe es mir vorgenommen, ich wollte einteilen. Aber es gelingt nicht. Ich sehe das Ende. Gestern, in der Nacht, da dachte ich: 100 Seiten, jetzt h\u00f6r ich auf! Dann waren es 60. Aber nein, es ging weiter, noch 40. Irgendwann bin ich doch eingeschlafen. Und jetzt das gleiche wieder. Weiter: Tempo, Ekstase, Orgasmus. Bis es aus ist und jetzt ist es aus, vorbei. Ich schaue auf, bemerke Xi, sitze nutzlos herum. Warte auf den Sonnenuntergang. Und danach? Es ist vorbei! Und eine gro\u00dfe Leere. Die Postlesedepression.<\/p>\n<p>Die besagten Sagen und M\u00e4rchen, waren ein Einstieg. Denn Mutter schlief w\u00e4hrend des Lesens oft ein und ich konnte sie bald auswendig und dann \u2013 mit dem Schuleinstieg \u2013 las ich sie ihr vor, damit sie zu Mittag ein Nickerchen halten konnte.<\/p>\n<p>Dann entdeckte ich Karl May. Ein Klassiker f\u00fcr damals. Kennt den heute noch ein Jugendlicher? Und da kommt wieder Donauland ins Spiel. Die hatten n\u00e4mlich die B\u00fccher von Eric Malpass im Sortiment und solange es die \u201eGaylord Romane\u201c gab, konnte Mutter auch ohne Betreuerin bestellen. Die Fortsetzungsromane hielten einige Zeit. Biedere Jugendliteratur: brave Mittelstandsfamilie mit zwei Kindern, Haus mit Garten, in einer englischen Grafschaft. \u201eAufregende Abenteuer\u201c passierten \u2013 der Hamster ging stiften und alle suchten ihn. So was in der Art, aber f\u00fcr ein Kind von damals, reichte es.<\/p>\n<p>Mit den Jahren f\u00fcllte sich das Wohnzimmerregal bei den Eltern, was leicht war, weil nicht sonderlich viel zu f\u00fcllen war. B\u00fccher von Harold Robbins und Johannes Mario Simmel und \u00e4hnliches. Ersterer hatte pro Roman so alle 60-70 Seiten mal Sex zu bieten, was sie f\u00fcr mich, eine pubert\u00e4re Zeit lang, interessant machten. Zum Titel \u201eSex\u201c gab es auch noch \u201eLady Chatterly\u201c und \u201eFanny Hill\u201c, zwei gekr\u00f6nte Erotikbestseller der Zeit. Stimmt, die hat mein Vater wahrscheinlich gelesen. Ein Must Have w\u00fcrde man heute sagen. Sp\u00e4ter f\u00fcllten fette W\u00e4lzer, Lexika und Enzyklop\u00e4dien das Regal auf; mehr zur Fassade, als f\u00fcr den Lesegenuss. Mit denen konnte man ordentlich Meter machen.<\/p>\n<p>Als mir dieser Zustand zum ersten Mal passierte, dachte ich zuerst, dass w\u00fcrde jetzt immer so sein. Also machte ich mich auf, den speziellen Buchheroin-Kick zu finden. Damals in Kefalonia war ich schon im fortgeschrittenen Stadium, haltlos dem ausgeliefert. Alles andere war nur Methadon Programm.<\/p>\n<h4><strong>Sprung vorw\u00e4rts<\/strong><\/h4>\n<p>Der Sprung, der dann folgte, war weit. Ich stolperte direkt in die Literatur der 1970-80er. Borchert bekam ich in die Hand gedr\u00fcckt; von einem Freund, der mir zuraunte, das m\u00fcsse ich unbedingt lesen. Fast so, als w\u00e4re es illegal. Gut, dann halt Borchert. Das war dann doch ordentlich was Neues; was anderes, g\u00e4nzlich anderes. Dann B\u00f6ll: \u201eDie verlorene Ehre der Katharina Blum\u201c \u2013 Wahnsinn. Frischmuth, Frisch, D\u00fcrrenmatt, Brecht, Handke folgten. Wow. Ab diesen Zeitpunkt war debattieren in unserem Kreis in, politisch aktiv werden Pflicht. Neben Literatur, wurden ab sofort auch politische Schriften gelesen. Das Entdecken kannte keine Grenzen.<\/p>\n<h4><strong>Episode 1: Keine Entf\u00fchrung<\/strong><\/h4>\n<p><strong>\u00a0<\/strong>Wir sind seit mehr als drei Wochen in den Bergen versteckt, als Geiseln. Es gab gro\u00dfe Aufregung um uns, wurde uns gesagt. Sie zeigten uns eine Zeitung, wir auf dem Titelblatt. Ein Minister wurde interviewt, der Botschafter aus \u00d6sterreich auch. Internationale Aufregung, wie die Zeitung schrieb. Wir wurden zur Weltmeldung.<\/p>\n<p>Wir sa\u00dfen im Bus. Als die Stra\u00dfe vom Meer wegf\u00fchrte und das flache Land zerschnitt, hielten wir nach etwa einer Stunde an. Zwei Soldaten kamen rein. Zumindest dachten wir, dass es Soldaten waren. Sehen alle gleich aus. Zusammengest\u00fcckelte Uniformen \u2013 wer kennt sie schon auseinander? Alle raus aus dem Bus. Gep\u00e4ck kontrollieren. Die Gewehre machten nerv\u00f6s. Es tauchten noch mehr auf. Im Bus war es angenehm k\u00fchl, doch am Stra\u00dfenrand herrscht br\u00fctende, schwere, staubige Hitze. Wir standen angespannt daneben, w\u00e4hrend die in unserer W\u00e4sche w\u00fchlten. Dokumentenkontrolle. Gespr\u00e4che, laut, abgehackt, aggressiv. Stimmen lauter, die Stimmung \u00e4nderte sich. Man sp\u00fcrte die Anspannung. Das war keine normale Stra\u00dfenkontrolle mehr. Woher wir kommen, wohin wir wollen, wer wir sind! Heimliches Reden, Getuschel. Telefonate. Wieder Fragen, wir sagen die Wahrheit. Dass wir Touristen sind und nach Medellin wollen. Gep\u00e4ck von uns bleibt im Staub liegen. Der Bus f\u00e4hrt weiter. Blicke hinter den Scheiben. Ich schrecke auf, orientiere mich. Nur ein Traum, der Bus steht noch immer im Stau.<\/p>\n<p>Auch wenn es echt schwer war, es ging mit mir durch. Meine Lesekurve raste nach oben, wie der Dow Jones Index bei einer Rallye. Aber in all der steigenden Sucht und der fortw\u00e4hrenden Gier nach B\u00fccher, zum \u201edurch-lesen\u201c, waren da Werke, die nicht rein passten ins Schema. Es gab eine zweite, eine andere Art. Ich war dem auf der Spur. Nicht die Verschling-B\u00fccher, nicht der Lese-Heroin-Kick, sondern jene, bei denen es langsam ging, die spr\u00f6de, z\u00e4h und unnahbar waren, begannen mich zu faszinieren. B\u00fccher, die etwas Unbekanntes in sich trugen, erobert werden mussten. Das dauerte, manchmal 60 Seiten, bis es gelang. Irgendwann kippte ich in den Stil, das Tempo und die Realit\u00e4t des Autors, der Autorin hinein und war drinnen. Der Trip war ein g\u00e4nzlich anderer, ein Trip blieb es.<\/p>\n<p><strong>\u00a0<\/strong><strong>Ulysses \u2013 Kolumbien, 2005<\/strong><\/p>\n<p><strong>\u00a0<\/strong>Ich f\u00fchre nur den Ulysses von James Joyce mit. Auf Reisen, bei denen man viel unterwegs ist und neues kennen lernt, komme ich wenig zum Lesen. Solche Reisen fordern, nicht nur k\u00f6rperlich, weil man dauernd auf Achse ist, kaum Zeit zum Ausrasten hat, auch geistig, mental. Man ist mit fremdartigen Situationen konfrontiert, lernt wieder staunen und muss sich in einer fremdkulturellen Umgebung behaupten. Am Abend bin ich meist so m\u00fcde, dass ich nur wenige Seiten schaffe, z\u00e4h, m\u00fchsam. Dementsprechend ambitioniert ist ein t\u00e4gliches Kontingent von 40 Seiten. Flugzeiten und 2 Tage Fieber helfen mir, den R\u00fcckstand etwas aufzuholen. Aber der Joyce ist mein Wegbegleiter. H\u00e4ngt schwer in meiner Tasche und ich schleppe ihn durch Bogota, Medellin, Cali und Cartagena.<\/p>\n<p><img decoding=\"async\" class=\"wp-image-1129 alignleft\" src=\"http:\/\/gulis.at\/schreiben\/wp-content\/uploads\/2018\/06\/Popayan-Bus-300x202.jpg\" alt=\"\" width=\"202\" height=\"136\" srcset=\"https:\/\/gulis.at\/schreiben\/wp-content\/uploads\/2018\/06\/Popayan-Bus-300x202.jpg 300w, https:\/\/gulis.at\/schreiben\/wp-content\/uploads\/2018\/06\/Popayan-Bus-1024x689.jpg 1024w, https:\/\/gulis.at\/schreiben\/wp-content\/uploads\/2018\/06\/Popayan-Bus-768x517.jpg 768w, https:\/\/gulis.at\/schreiben\/wp-content\/uploads\/2018\/06\/Popayan-Bus.jpg 1157w\" sizes=\"(max-width: 202px) 100vw, 202px\" \/><\/p>\n<p>In der Kaffeezone lese ich ihn im Schaukelstuhl am Balkon der Finca. Ich kann endlich wieder einmal das Tageskontingent erf\u00fcllen. Wird \u2013 wie sollte es anders sein \u2013 mit einem vergossenen Kaffee br\u00e4unlich eingef\u00e4rbt und liegt einen Tag im Fenster zum Trocknen. Wellt sich aufgrund der Feuchtigkeit am Amazonas um ein Drittel auf und nimmt 100 Seiten sp\u00e4ter in Bogota wieder Normalformen an. Wenn ich ihn jetzt so ansehe, dann sieht man ihm die Reise an.<\/p>\n<p>Schluss ist mit dem Joyce dann im Zug zur\u00fcck, nach Graz. Bis Wiener Neustadt stehen wir, drau\u00dfen ein tief verschneites \u00d6sterreich. Der Kampf um die letzten Seiten beginnt. Zwischen M\u00fcrzzuschlag und Kapfenberg erf\u00fclle ich das Plansoll, endlich. Ich kann eh nicht mehr. Was sich gut trifft, denn die Reise ist ja auch zu Ende.<\/p>\n<p>Ich wusste, an solche B\u00fccher musste ich anders ran. Ich begann einzuteilen, eine Kontingentierung vorzunehmen. Pro Tag 20, 60 oder 100 Seiten, je nachdem. Bei Ulysses waren es 40; bei Pynchons Enden der Parabel und bei Danielewski\u00b4s Haus 30. Anstrengend genug. Dazwischen f\u00fchrte ich Evaluationen durch. Die Zielkontingente werden dann je nach Nicht- oder Erreichung angepasst. Klingt b\u00fcrokratisch, klingt nach F\u00fcnfjahresplan, sagen sie? Ja, Sie haben Recht! Aber es geht nicht darum, den Kick zu kriegen, den Flash, sondern sich eine best\u00e4ndige, konstante Dosis zu zuf\u00fchren, mit der man in einen Flow hinein ger\u00e4t, in einen Sog. Spiegeltrinker statt Koma Saufen!<\/p>\n<p><strong>\u00a0<\/strong><strong>Der Zauberberg \u2013 Portugal, 2006 <\/strong><\/p>\n<p>Im Oktober 2006 waren wir in Portugal unterwegs. Gestartet sind wir in Lissabon, durchstreiften bald das Barrios, besuchten ein Spiel von Benfica, das sie 4:1 gewannen, gegen Deportivo Aves. Gingen in der \u00f6sterreichischen Botschaft w\u00e4hlen. Das \u201eZauberberg Ambiente\u201c von Thomas Mann, der morbide Charme der schweizerischen Kuranstalt, der antiquierte Erz\u00e4hlstil und die philosophischen Diskussionen, w\u00fcrden nicht zum maritimen Flair Portugals passen, dachte ich.<\/p>\n<p>Wir liehen uns ein Auto, fuhren Richtung Norden, streiften Ericeria. Standen am westlichen Zipfel des Festlandes in Peniche, wohnten direkt an einer Steilklippe mit Blick auf eine gro\u00dfe Bucht \u2013 gro\u00dfartig zum Lesen \u2013 und tauchten wenig sp\u00e4ter in das mittelalterliche Flair von Coimbra ein. Da hatte ich schon ein gutes St\u00fcck zur\u00fcckgelegt und war ab Ericeria im Flow. Als wir in Porto landeten und uns dort am Vinho Verde erfreuten, hatte ich schon \u00fcber 2\/3 geschafft.<\/p>\n<p>Reiseeindr\u00fccke und Buchseiten gerieten in Einklang. Nach ein paar dutzend Seiten war ich eines Besseren belehrt, das passte. Hans Castorp und seine Kumpanen, allen voran der Herr Settembrini waren mit uns unterwegs. Als die Geschichte zu Ende erz\u00e4hlt, war nicht nur das Buch aus, sondern auch die Reise. Es kam also wieder einmal alles zusammen.<\/p>\n<p><strong>Episode 2: Eingefrorene Masse<\/strong><\/p>\n<p>Das Schiff kommt mit einem letzten Knirschen und Zucken endg\u00fcltig zum Stillstand. Eine kurze gebieterische Bewegung des Uniformierten reicht aus, um die eingefrorene Masse aufzutauen. Die Menschen hasten vom Schiff, zwischen den, sich bereits in Bewegung befindlichen, Autos und Motorr\u00e4dern, st\u00fcrzen auf das H\u00e4uschen der Zollkontrolle zu, schleifen ihre Koffer und Taschen und Kinder hinter sich her.<\/p>\n<p>Sein Abgang kommt in Bewegung. Die Familie vor ihm, beginnt sich zu bewegen. Er steigt hinterher, bem\u00fcht sich, das Tempo zu halten, das vorgegeben wird. Er geht \u00fcber die Laderampe. Hinter sich h\u00f6rt er die Hafenarbeiter mit den Autofahrern schreien, die sich m\u00fchsam und angsterf\u00fcllt aus dem dicken Bauch des Schiffes herausbewegen. Stinkend, heulend, l\u00e4rmend. Vor Aufregung ger\u00f6tete Mitteleurop\u00e4er, die mit den Anweisungen des Schiffpersonals und den verlangten Fahrk\u00fcnsten hoffnungslos \u00fcberfordert sind. Dicke Rauchschwaden steigen hoch. Diese Schlange dampft.<\/p>\n<h5><strong>Die Strudlhofstiege liegt in Bischkek, 2009<\/strong><\/h5>\n<p>Monika war ein Jahr in Kirgisien, Auslandsaufenthalt f\u00fcr ihre Ausbildung, unterrichtete Deutsch an der Universit\u00e4t in Bischkek. Ein fremdes und un\u00fcbersichtliches Land, tr\u00e4gt schwer am sowjetischen Erbe. Eine riesige Lenin Statue stand in Bischkek herum. Wir halfen ihr ein wenig dabei, es zu ertragen und besuchten sie. An einem Wochenende machten wir \u201eUrlaub auf dem Bauernhof\u201c, einige Kilometer von Bischkek entfernt. Eine kleine, rotb\u00e4ckige und sehr freundliche Frau mit asiatischen Gesichtsz\u00fcgen bewirtete uns u.a. mit rohen Karotten-Leber Salat. Frisch zubereitet ging das gerade noch. Aber am dritten Tag stand der gleiche Salat noch immer da. Ich wurde gr\u00fcn im Gesicht, passte mich den Leberst\u00fcckchen an.<\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"size-full wp-image-1130 alignleft\" src=\"http:\/\/gulis.at\/schreiben\/wp-content\/uploads\/2018\/06\/Kirgisien-bub-Pferd.jpg\" alt=\"\" width=\"154\" height=\"231\" \/>Es war Pflicht, das man als G\u00e4ste ritt. Das Gel\u00e4chter war schon mal laut, als die Familie und die Kinder \u2013 mehrere von 4 bis 10 standen\u00a0 mit Zahnl\u00fccken, alten Hosen und zerrissenen Schlapfen vor uns \u2013 erfuhren, dass wir nicht reiten konnten. In Kirgisien kann jedes Kind ab 3 Jahre reiten. Also setzten sie uns kopfsch\u00fcttelnd und lachend eines dieser Kinder mit aufs Pferd und die pilotierten die G\u00e4ule f\u00fcr uns. F\u00fcr die Jungs war das ein Riesenspa\u00df, uns durch die h\u00fcgelige Gegend zu man\u00f6vrieren. Sie machten das sehr gut.<\/p>\n<p>Wir fuhren zum Songkul, ein Gebirgssee auf \u00fcber 3.000 Meter. Die Halbnomaden verbringen den Sommer mit ihren Tieren dort oben. Nebenbei bewirten sie ein paar Touristen, kein schlechtes Konzept. Wir schlafen in Jurten. Es war eine Hochebene, die einer Wok Pfanne nachempfunden war, oder eher umgekehrt? Der See inmitten. Nur ohne Deckel. Als ich morgens zum Plumpsklo stapfte, dass einige hundert Meter von den Jurten entfernt stand, lag Raureif auf der Wiese und etwa 50 Meter h\u00f6her hatte es geschneit, man konnte die Grenze genau sehen. Es war Anfang Juli.<\/p>\n<p>So toll es am gro\u00dfen Issyk Kul-See war, dort konnte ich lesen und am See liegen, so unm\u00f6glich war es in den Jurten am Songkul \u201edie Strudlhofstiege\u201c weiter zu erklimmen. Das Nichtlesen k\u00f6nnen, machte mich kribbelig, typische Symptome eines S\u00fcchtigen, mit beginnendem Entzug; oder war es doch die beginnende H\u00f6henkrankheit? Auf jeden Fall war meine Tagesquote in Gefahr. Aber es half nichts, der Amtsrat Melzer musste warten, bis es mir wieder besser ging.<\/p>\n<p>In der Nachbarsjurte hatte sich eine Bischkeker Partygesellschaft eingenistet. Junge Burschen, die eigentlich ganz nett waren, nur etwas exaltiert und mit zunehmendem Wodka Genuss immer lauter wurden und Party feiern wollten. Wir waren eingeladen. Da sie meinen Namen nicht aussprechen konnten, wurde ich kurzerhand zu Volkswagen umgetauft. Wir zogen uns trotzdem bald zur\u00fcck. Kurz bevor es wirklich \u2013 auch bei ihnen dr\u00fcben ruhig wurde \u2013 h\u00f6rte ich noch: Good Night Volkswagen.<\/p>\n<p>Und erst als wir wieder in Bischkek waren und uns auf die Reise nach Usbekistan vorbereiteten, wurde der Unfall, bei dem der Mary K. eines ihrer sehr sch\u00f6nen Beine von der Stra\u00dfenbahn abgefahren wurde, verhandelt. Das war aber schon weit drinnen \u2013 mitten irgendwo im Buch.<\/p>\n<p>Obwohl so ziemlich alles schief lief, was schief laufen konnte; eigentlich von Anfang an, vom ersten Tag in der Volksschule weg. Ich wollt kein zweites Mal hingehen, wurde ich trotzdem zum Leser. Kompliment. Am dritten Tag lag meine Mutter im Kreissaal und gebar unter Komplikationen am vierten Tag meine Schwester. Sie konnte mich nicht mehr abholen. Mein Opa \u00fcbernahm das. Der musste extra von der Firma weg und durch die Stadt auf die Ries fahren, wo meine Schule lag und nat\u00fcrlich versp\u00e4tete er sich.<\/p>\n<p>Ich stand da und wartete. Alle anderen Kinder waren schon abgeholt, waren in die Autos der Papas eingestiegen oder wurden von ihren Mamas an der Hand nach Hause gebracht. Nur ich stand allein vor der Schule. Die Autos brausten an mir vorbei. Opa\u00b4s war nicht darunter. Ich war verzweifelt, h\u00e4tte nicht einmal gewusst, wo ich hin h\u00e4tte gehen sollen, denn ich wohnte erst seit ein paar Tagen bei Mama und Papa. Irgendwann kam er doch, nach Tagen, Wochen, Monaten. Das Malheur war passiert. Er packte mich heulendes Elend ein, tr\u00f6stete mich. Aber f\u00fcr mich stand fest, dort wollte ich nicht mehr hin. Am n\u00e4chsten Morgen f\u00fchrte mich Opa wieder hin, ohne mich zu fragen. Ich war schwer entt\u00e4uscht.<\/p>\n<p><strong>\u201eEurope Central\u201c \u2013 Polen, 2014<\/strong><\/p>\n<p>Wir reisen in Polen. Vergleichsweise nahe zum aktuellen Krieg in der Ukraine. Den Rucksack beschwert William T. Vollmanns \u201eEurope Central\u201c. Zuckeln mit dem Auto durch Tschechien und S\u00fcdpolen, stecken bei \u0141\u00f3d\u017a in einem Stau und lassen unseren ersten Tag gem\u00fctlich in Toru\u0144 bei Bier und Gegrilltem ausklingen. In der Nacht flattert eine Fledermaus durchs Zimmer. Die Geschichte spielt im 2. Weltkrieg und erz\u00e4hlt 37 Episoden u.a. von Dimitria Schostakowitsch, von General Wlassow, von K\u00e4the Kollwitz.<\/p>\n<p>Angesichts der aktuellen Weltlage f\u00fchlen wir uns nicht gut \u2013 so generell. Was soll aus all dem noch werden! Wir f\u00fchlten uns ohnm\u00e4chtig. Bilder aus Lugansk schwirrten durch unsere K\u00f6pfe und wir hofften, wir w\u00fcrden das im Urlaub ein wenig bei Seite schieben k\u00f6nnen.<\/p>\n<p>General Wlassow war ein hochrangiger russischer General der roten Armee. Nach der Gefangennahme durch die Deutschen wechselte er die Seiten. Er wollte gegen Stalin k\u00e4mpfen und bewaffnet werden. Hitler war anfangs dagegen, Himmler \u00fcberredete ihn jedoch und so stellte Wlassow eine \u201erussische Befreiungsarmee\u201c (ROA) auf. Wie wir wissen, scheiterte das Unternehmen. 1946 wurde er von den Russen zum Tode verurteilt und 2 Tage sp\u00e4ter hingerichtet. Diese Geschichte kannte ich nicht, Sie?<\/p>\n<p><strong>Episode 3: Ver\u00e4ngstigtes Tier<\/strong><\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"wp-image-1131 alignleft\" src=\"http:\/\/gulis.at\/schreiben\/wp-content\/uploads\/2018\/06\/CAM00435-225x300.jpg\" alt=\"\" width=\"149\" height=\"199\" srcset=\"https:\/\/gulis.at\/schreiben\/wp-content\/uploads\/2018\/06\/CAM00435-225x300.jpg 225w, https:\/\/gulis.at\/schreiben\/wp-content\/uploads\/2018\/06\/CAM00435-768x1024.jpg 768w, https:\/\/gulis.at\/schreiben\/wp-content\/uploads\/2018\/06\/CAM00435-1152x1536.jpg 1152w, https:\/\/gulis.at\/schreiben\/wp-content\/uploads\/2018\/06\/CAM00435.jpg 1536w\" sizes=\"(max-width: 149px) 100vw, 149px\" \/>Seh\u00b4 die Bilder aus Luhansk,<\/p>\n<p>zerschossene H\u00e4user, ein Schuh am Stra\u00dfenrand.<\/p>\n<p>Kinder mit Kanistern suchen Schutz,<\/p>\n<p>hinter der Bretterwand.<\/p>\n<p><strong>\u00a0<\/strong><em>Auf der Suche nach dem Ger\u00e4usch, <\/em><\/p>\n<p><em>finde ich ein ver\u00e4ngstigtes Tier. <\/em><\/p>\n<p>Bin schon sechs Tage da.<\/p>\n<p>Und es ist immer noch sch\u00f6n.<\/p>\n<p>Bin schon sechs Tage da.<\/p>\n<p>Und es ist immer noch sch\u00f6n.<\/p>\n<p><strong>\u00a0<\/strong>Wir strandeten in Elbl\u0105g, trieben uns auf dem schmalen K\u00fcstenstreifen herum, gondelten nach Frauenburg. Ich hatte Fu\u00dfschmerzen, humpelte durch Danzig, war \u00fcberrascht \u00fcber die Sch\u00f6nheit der Stadt. Vollmann schreibt eine gro\u00dfe, exaltierte und chaotische Liebesgeschichte zwischen Dimitri Schostakowitsch und Elena Konstantinowskaja in den Roman ein. In echt, hatten sie eine Aff\u00e4re, das ist gesichert, aber ob es tats\u00e4chlich die gro\u00dfe Liebe war, wie Vollmann suggeriert, wei\u00df man nicht. Ist auch nicht wichtig, es ist sch\u00f6n und wahr.<\/p>\n<p>Wir waren schon \u00fcber Danzig hinaus in \u0141eba am Meer. Fanden uns sozusagen im Bibione der Polen wieder. Kamen in einem alten, ziemlich renovierungsbed\u00fcrftigen Palais unter, inmitten eines gro\u00dfen Parks und nahe am Meer. Ich war bei der Belagerung von Leningrad angelangt. Schostakowitsch erlebte als Flakhelfer die Belagerung mit. Seine 7. Sinfonie zeugt davon. Was ich nicht gewusst habe, die Leningrader Belagerung, durch die Deutschen, dauerte 2 \u00bd Jahre. Mehr als 1 Million Menschen verhungerten in Leningrad.<\/p>\n<p>Schostakowitsch war ein K\u00fcnstler, der am Rande des Wahnsinns im Wahnsinn der Umst\u00e4nde versuchte, zu \u00fcberleben, nicht nur als Individuum, sondern auch als K\u00fcnstler. Zwischen revolution\u00e4rem Eifer und opportunistischer Ern\u00fcchterung \u00fcber die Entwicklung der Bolschewiki, machte er sich keine Illusionen dar\u00fcber, dass er der n\u00e4chste sein k\u00f6nnte, der abgeholt w\u00fcrde.<\/p>\n<p>Als wir in der Region Stettin landeten, arbeite ich mich am\u00a0Ende von \u201eEurope Central\u201c ab. Wir suchen das Dorf meiner Gro\u00dfmutter, wo sie aufwuchs und meinen Gro\u00dfvater, der auf Montage in Vorpommern war, kennen lernte. Damit schlie\u00dft sich der Kreis. Das Buch ist fertig, die Reise geht zu Ende und ich bin dort angelangt, wo ich immer mit meiner Gro\u00dfmutter hin wollte, als sie noch lebte. Aber sie verweigerte sich, d\u00fcrfte wohl zu schmerzhaft gewesen sein.<\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"wp-image-1135 alignleft\" src=\"http:\/\/gulis.at\/schreiben\/wp-content\/uploads\/2018\/06\/Schreibkraft-Epilog-168x300.jpg\" alt=\"\" width=\"116\" height=\"207\" srcset=\"https:\/\/gulis.at\/schreiben\/wp-content\/uploads\/2018\/06\/Schreibkraft-Epilog-168x300.jpg 168w, https:\/\/gulis.at\/schreiben\/wp-content\/uploads\/2018\/06\/Schreibkraft-Epilog-575x1024.jpg 575w, https:\/\/gulis.at\/schreiben\/wp-content\/uploads\/2018\/06\/Schreibkraft-Epilog-768x1368.jpg 768w, https:\/\/gulis.at\/schreiben\/wp-content\/uploads\/2018\/06\/Schreibkraft-Epilog-862x1536.jpg 862w, https:\/\/gulis.at\/schreiben\/wp-content\/uploads\/2018\/06\/Schreibkraft-Epilog-1150x2048.jpg 1150w, https:\/\/gulis.at\/schreiben\/wp-content\/uploads\/2018\/06\/Schreibkraft-Epilog.jpg 1338w\" sizes=\"(max-width: 116px) 100vw, 116px\" \/><\/p>\n<p><strong>Epilog:\u00a0<\/strong><\/p>\n<p>Seit 2003 trage ich jedes Buch, das ich lese, in eine Excel Tabelle ein. Damit wei\u00df ich, was ich und wieviel ich pro Jahr lese. Fragen Sie mich was? Das wissen, die wenigsten, m\u00fcssen sich auf Sch\u00e4tzungen verlassen, die \u2013 wie wir wissen \u2013 falsch sein k\u00f6nnen. Ich kann lesen und verstehe das allermeiste davon, was gemeint ist. Und das ist nicht wenig, behaupte ich einmal.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Schreibkraft # 32 &#8222;Durchlesen&#8220; Ein Suchttagebuch. Prolog: Donauland! Die Buchgemeinschaft Donauland ist schuld oder verantwortlich, je nach Sichtweise. Da bin ich mir ganz sicher. Anders kann ich mir es nicht erkl\u00e4ren, dass B\u00fccher in die Regale des Wohnzimmerverbaus meiner Eltern gekommen sind. Durch Besuch einer Buchhandlung sicher nicht! Mein Vater hat nie eine Buchhandlung von &hellip; <\/p>\n<p><a class=\"more-link btn\" href=\"https:\/\/gulis.at\/schreiben\/selbst-behauptung\/\">Weiterlesen<\/a><\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[379,360,359,365,380,363],"tags":[78,94,117,195,289,308,328],"class_list":["post-640","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-erinnerungen","category-essays-kurzgeschichten","category-literarisches","category-schreibkraft","category-themen","category-veroeffentlichungen","tag-donauland","tag-europe-central","tag-foucaultsches-pendel","tag-lesen","tag-strudlhofstiege","tag-ulysses","tag-zauberberg","item-wrap"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/gulis.at\/schreiben\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/640","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/gulis.at\/schreiben\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/gulis.at\/schreiben\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/gulis.at\/schreiben\/wp-json\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/gulis.at\/schreiben\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=640"}],"version-history":[{"count":4,"href":"https:\/\/gulis.at\/schreiben\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/640\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":1416,"href":"https:\/\/gulis.at\/schreiben\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/640\/revisions\/1416"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/gulis.at\/schreiben\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=640"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/gulis.at\/schreiben\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=640"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/gulis.at\/schreiben\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=640"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}