{"id":536,"date":"2016-05-12T15:24:32","date_gmt":"2016-05-12T15:24:32","guid":{"rendered":"http:\/\/www.gulis.at\/schreiben\/?p=536"},"modified":"2021-02-08T10:50:59","modified_gmt":"2021-02-08T10:50:59","slug":"sturm-echo-345","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/gulis.at\/schreiben\/sturm-echo-345\/","title":{"rendered":"Sturm Echo Nr. 345"},"content":{"rendered":"<h5><strong>Im Heft 345 des Sturm Echo geht es schwerpunktm\u00e4\u00dfig um die Torh\u00fcter.<\/strong><\/h5>\n<h5><em>Goalie, Keeper, Schlussmann \u2013 der Torh\u00fcter hat viele Namen, aber seine Aufgabe ist immer dieselbe: Gegentreffer verhindern, und zwar um jeden Preis. Eine gute Parade gebiert oft Legenden, Fehler sorgen dagegen f\u00fcr Hohn und Spott. Und auch sonst schreiben die M\u00e4nner zwischen den Pfosten so manche unterhaltsame Geschichte. Deswegen begibt sich das SturmEcho in der neuen Ausgabe auf die Spuren der schwarz-wei\u00dfen Schlussm\u00e4nner.(Sturm Echo #345)<\/em><\/h5>\n<h4><strong>So auch in der Kolumne &#8222;Protokolle&#8220;, aber lesen Sie selbst.<\/strong><\/h4>\n<h5>Sturm Protokollant: Wolfgang Gulis<\/h5>\n<h5>Foto: Horst Plankenauer<\/h5>\n<h5>Gespr\u00e4chspartner: Otto Konrad, Sturm Torh\u00fcter 1981-1991<\/h5>\n<h5>Thema:\u00a0 Lambada in der Gruabn<\/h5>\n<h4><strong>\u00a0&#8222;Kumm Otto, schie\u00df\u00b4den Elfer!&#8220;<br \/>\n<\/strong><\/h4>\n<p><strong>\u00a0<\/strong>In der 55. Minute pfeift der Schiedsrichter Elfmeter. Es steht 3:0, gegen DSVAlpine. Wir spielen im Meister Play- Off. Es war der 24. August 1990. Aus dem Schm\u00e4h, der im Training immer g\u00b4rennt ist, wo ich gesagt hab, irgendwann schie\u00df ich einen Elfer im Spiel, wird ernst. Die anderen haben gerufen: \u201eSo jetzt ist s<img fetchpriority=\"high\" decoding=\"async\" class=\"size-medium wp-image-1007 alignright\" src=\"http:\/\/gulis.at\/schreiben\/wp-content\/uploads\/2016\/05\/echo-Konrad-300x168.jpg\" alt=\"\" width=\"300\" height=\"168\" srcset=\"https:\/\/gulis.at\/schreiben\/wp-content\/uploads\/2016\/05\/echo-Konrad-300x168.jpg 300w, https:\/\/gulis.at\/schreiben\/wp-content\/uploads\/2016\/05\/echo-Konrad-1024x575.jpg 1024w, https:\/\/gulis.at\/schreiben\/wp-content\/uploads\/2016\/05\/echo-Konrad-768x431.jpg 768w, https:\/\/gulis.at\/schreiben\/wp-content\/uploads\/2016\/05\/echo-Konrad-1536x863.jpg 1536w, https:\/\/gulis.at\/schreiben\/wp-content\/uploads\/2016\/05\/echo-Konrad-2048x1150.jpg 2048w\" sizes=\"(max-width: 300px) 100vw, 300px\" \/>oweit. Otto kumm, schie\u00df den Elfer!\u201c Also bin ich hingegangen, angelaufen und hab ihn reing\u00b4haut. Es war das 4:0. H\u00e4tte ich verhaut, w\u00e4re es nicht so dramatisch gewesen, aber trotzdem. Danach bin ich zu den Fans und hab\u00b4 den Lambada getanzt, so wie der Roger Milla aus Kamerun, wenige Monate vorher bei der WM 1990 in Italien. Ich bin halt in der Gruabn bei der Corner Fahne an der Nordwestseite, wo die Sitztrib\u00fchne endet und die Rollstuhlfahrer und die Ordner gestanden sind, bekannt geworden (lacht). Wirklich ber\u00fchmt und zur Legende bin ich dann wohl in Frankfurt<a href=\"#_ftn1\" name=\"_ftnref1\">[1]<\/a> geworden.<\/p>\n<p>Man muss dazu sagen: Damals war das was besonderes, v\u00f6llig was anderes als Heute. Der Fu\u00dfball ist ja durchgestylt, nichts dem Zufall, der Kreativit\u00e4t \u00fcberlassen; die Darstellung, die Jubelposen, wie die Kicker Interviews geben, was f\u00fcr ein Image sie sich zulegen usw., das ist viel professioneller geworden. Ich hab aus Intuition reagiert, bei mir war nix geplant, ich war einfach so, hab\u00b4 das gemacht, weil es gepasst hat, f\u00fcr mich. Aber heute noch reden die Leute davon, das ist doch bleibend und was sch\u00f6nes! Kann nicht ganz falsch gewesen sein. F\u00fcr ungeplantes, spontanes, Clownerei wie fr\u00fcher ist heut kein Platz mehr. Die Goalies waren diesbez\u00fcglich ja immer f\u00fcr die eine oder andere spezielle Aktion gut. Wir Keeper sind ja schon auch was besonderes. Einzelk\u00e4mpfer in einem Team und oft auf uns allein gestellt. Aber das extravagante bezieht sich heute eher auf das Spiel selbst, wie der Manuel Neuer etwa, als sogenannter spielender Tormann. Allein wie ich denke, wie wir trainiert haben. Ich bin am Vorabend vor einem Match immer extra Sprung\u00fcbungen machen gegangen, damit \u2013 so hab ich geglaubt \u2013 am n\u00e4chsten Tag im Match besonders sprungkr\u00e4ftig bin. Heut sag ich, nachdem was ich gelernt und an Wissen dazu habe, ein Wahnsinn.<\/p>\n<p>Sicher setzt dich mit solchen speziellen Aktionen schnell auch der Kritik aus. Vor allem, wenn du Fehler machst und einmal ein Ei frisst. Dann heisst gleich, konzentrier di\u00b4 aufs wesentliche und h\u00f6r auf zu bl\u00f6deln. Und es gibt ja \u00fcberall und schnell auch gleich Neider. Aber auf der anderen Seite, mir hat das nix ausgemacht, wenn ich in der \u00d6ffentlichkeit gestanden bin und man \u00fcber meine Leistung und Aktionen geredet hat. Ich hab das nicht geplant, sondern das war immer spontan. Und jetzt im R\u00fcckblick, mu\u00df ich sagen, es blieb doch h\u00e4ngen und man erinnert sich.<\/p>\n<p>Mein Gott, das ist echt schon lange her. Ich kann mich an bestimmte Situationen noch genau erinnern. Etwa wie ich das erste Mal bei Sturm in der Ersten dran kam. Walter (Anm. Saria) war verletzt und ich durfte zum ersten Mal auflaufen. Wir spielten ausw\u00e4rts gegen den Wr. Sportclub, die erste Runde in der Saison 1984\/85.\u00a0 Ich sehe die Szene noch vor mir. Ich lieg\u00b4 hinten im Bus auf der Bank und im Radio l\u00e4uft \u201eI just call to say I love you\u201c von Stevie Wonder. Danach hab ich einen Filmriss. Von der Vorbereitung, dem Aufw\u00e4rmen, dem Auflaufen und aus dem Match kann ich mich an nichts mehr erinnern. Erst danach wei\u00df ich wieder, wie die Kollegen auf mich zu gekommen sind, der Rudi (Schauss) und der Andi (Pichler) und mir gratuliert haben. Ich muss gut gewesen sein (lacht).\u00a0 Es hat zwar gedauert, bis ich Nummer 1 geworden bin, aber von dem Sportclub Match weg wussten sie, auf den Konrad k\u00f6nnen sie sich verlassen, und im August 1986 unter Ludescher bin ich dann die Nummer 1 geworden und damals 1884 war ich ja erst 19.<\/p>\n<p>__________________________________________________________________<\/p>\n<p>In den schwarz-wei\u00dfen Protokollen erinnern sich Protagonisten und Statisten der Geschichte des Sportklubs\u00a0 Sturm an herausragenden Leistungen und legend\u00e4re Momente.<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref1\" name=\"_ftn1\">[1]<\/a> Am 15. M\u00e4rz 1994 hielt Konrad beim Elfmeterschiessen im UEFA-Cup Viertelfinale gegen Eintracht Frankfurt zwei Elfmeter und verwandelte selbst den entscheidenden Elfer f\u00fcr Austria Salzburg.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Im Heft 345 des Sturm Echo geht es schwerpunktm\u00e4\u00dfig um die Torh\u00fcter. 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