{"id":333,"date":"2014-11-15T12:56:24","date_gmt":"2014-11-15T12:56:24","guid":{"rendered":"http:\/\/www.gulis.at\/schreiben\/?p=333"},"modified":"2024-06-21T08:43:26","modified_gmt":"2024-06-21T08:43:26","slug":"serie-allen-was-gemeinsam-teil-1","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/gulis.at\/schreiben\/serie-allen-was-gemeinsam-teil-1\/","title":{"rendered":"Serie: Allen was gemeinsam; Teil 1: Indische Verh\u00e4ltnisse"},"content":{"rendered":"<p><img fetchpriority=\"high\" decoding=\"async\" class=\" wp-image-1064 alignright\" src=\"http:\/\/gulis.at\/schreiben\/wp-content\/uploads\/2014\/11\/P1000241-300x200.jpg\" alt=\"\" width=\"275\" height=\"183\" srcset=\"https:\/\/gulis.at\/schreiben\/wp-content\/uploads\/2014\/11\/P1000241-300x200.jpg 300w, https:\/\/gulis.at\/schreiben\/wp-content\/uploads\/2014\/11\/P1000241-1024x683.jpg 1024w, https:\/\/gulis.at\/schreiben\/wp-content\/uploads\/2014\/11\/P1000241-768x512.jpg 768w, https:\/\/gulis.at\/schreiben\/wp-content\/uploads\/2014\/11\/P1000241-1536x1024.jpg 1536w, https:\/\/gulis.at\/schreiben\/wp-content\/uploads\/2014\/11\/P1000241-2048x1365.jpg 2048w\" sizes=\"(max-width: 275px) 100vw, 275px\" \/><\/p>\n<p><strong>In unregelm\u00e4\u00dfigen Abst\u00e4nden erscheinen in der Serie &#8222;<span style=\"text-decoration: underline;\">Allen was gemeinsam<\/span>&#8220; Episoden, Beitr\u00e4ge, Kommentare aus dem Alltagsleben. Wie der Titel schon sagt, haben sie etwas gemeinsam. Doch, wenn SAie es nicht gleich erraten, macht das nichts, es geht ja von Episode und Episode weiter! Also urteilen sie nicht zu schnell und voreilig. Viel Spass beim Lesen und Denken und die Aufl\u00f6sung gibt es so nach und nach.<br \/>\n<\/strong><\/p>\n<h2>Teil 1: Indische Verh\u00e4ltnisse?<\/h2>\n<p>Letztens in Graz, ich radle vom Bahnhof kommend die Keplerstra\u00dfe hinunter zum Lendplatz. Dort wird mein Ritt durch die Ampel gestoppt. Ich stelle mich nahe der wei\u00dfen Linien, die die Grenze zwischen Radfahrenden und Fu\u00dfgehenden markiert, auf. Ich bin der Erste.<\/p>\n<p>W\u00e4hrend die Rotphase andauert, wird es um mich herum dicht. Links reihen sich vier Radfahrer auf. Dahinter entwickelt sich eine zweite Reihe, die sich zusammendr\u00e4ngen m\u00fcssen, weil sie sonst die querenden Radfahrenden von Norden nach S\u00fcden blockieren w\u00fcrden.<\/p>\n<p>Rechts von mir sammeln sich die Fu\u00dfg\u00e4nger &#8211; \u00fcberwiegend Sch\u00fclerInnen, M\u00fctter mit Kinderw\u00e4gen und kleinen Kindern an der Hand. Auf der anderen Seite der Kreuzung erblicke ich die gleiche Entwicklung. Dort ist der Platz knapper, als auf meiner Seite, da die Kreuzungsecke durch ein Haus r\u00e4umlich beschr\u00e4nkt ist. Auch dort kreuzen die Fu\u00dfgehenden und Radfahrenden Richtung Norden und S\u00fcden hinter den Wartenden. Ein dickes Kn\u00e4uel steht uns gegen\u00fcber. Ich f\u00fchle mich an archaische Kriegsaufstellungen erinnert. Nur schlagen wir nicht auf die Schilde oder lassen die Motoren heulen.<\/p>\n<p><strong>Auf Gr\u00fcn geschaltet<\/strong><\/p>\n<p>Als die Ampel auf Gr\u00fcn schaltet, bewegen sich die beiden Pulks rasch aufeinander zu. Einige treten kr\u00e4ftig in die Pedale, um uns zu \u00fcberholen. Doch das funktioniert nicht. Die Idee haben andere auch, sowohl neben ihnen, als auch von der anderen Seite kommend. Auch dort gibt es welche, die das Problem mit Tempo und Kraft l\u00f6sen wollen. Und so rasen und hasten wir alle auf einander zu. Es entstehen brenzlige Situationen.<\/p>\n<p>Gehsteigkanten werden bedrohlich knapp umfahren, der junge Pedalritter, was f\u00fcr ein treffender Ausdruck, der auf mich zukommt, weicht zweimal gleich aus, wie ich. Sie kennen das. Man weicht nach rechts aus, der tut einem gleich, man weicht nach links aus, er reagiert gleich. Man bremst, \u00fcberlegt, ein neues Ausweichman\u00f6ver, macht dieses wieder r\u00fcckg\u00e4ngig, bis er endg\u00fcltig auf den Zebrastreifen ausweicht. Dort l\u00f6st er eine Fu\u00dfgeherreaktion aus. Ein anderer versucht dem Chaos zu entgehen, in dem er Richtung Fahrbahn ausschert. Doch das ist auch nicht ganz ungef\u00e4hrlich, denn da kommen ihm die Autos in die Quere.<\/p>\n<p>Eine Entmutigte steigt ab und schiebt das Rad \u00fcber die Kreuzung. Sie steigt erst wieder auf, als der Ansturm vorbei ist. Dann gibt es noch einige, die sich Zeit lassen. Nach dem Motto: Ich bin nicht langsamer, wenn ich hinten nach fahre. Die werden eines Besseren belehrt. Erstens sto\u00dfen von hinten st\u00e4ndig neue RadfahrerInnen nach, die die Gr\u00fcn-Phase auch noch mitnehmen wollen. Die fahren mit deutlich erh\u00f6htem Tempo auf die sich dr\u00e4ngenden auf. Und so lange dauert die Gr\u00fcnphase eben auch nicht. Schon beginnt es zu blinken. Also Zeit lassen und warten ist auch keine L\u00f6sung. Welche Strategie man auch immer anwendet, es geht sich hinten und vorne nur aus, wenn man Egoismus und eine gewisse R\u00fccksichtslosigkeit an den Tag legt.<\/p>\n<p>Als ich sp\u00e4ter von Rad absteige und absperre, hab ich die Bilder noch im Kopf und ich ertappe mich, dass ich mich \u00e4rgere. \u00dcber den r\u00fccksichtlosen Radfahrer, der das Problem mit Kraft und Schnelligkeit l\u00f6sen wollte, \u00fcber die ignoranten Sch\u00fclerInnen, die Smartphone schauend und bl\u00f6delnd am Zebrastreifen herumalbern und \u00fcber die Frau die vor mir vom Rad abstieg und es r\u00fcber schob. Nicht nur, dass sie damit mich behinderte, sie brauchte mehr Platz als andere und gerade diesen hatten wir in der Situation am wenigsten.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>In unregelm\u00e4\u00dfigen Abst\u00e4nden erscheinen in der Serie &#8222;Allen was gemeinsam&#8220; Episoden, Beitr\u00e4ge, Kommentare aus dem Alltagsleben. 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