{"id":2366,"date":"2025-08-18T14:34:39","date_gmt":"2025-08-18T14:34:39","guid":{"rendered":"https:\/\/gulis.at\/schreiben\/?p=2366"},"modified":"2025-10-20T13:18:21","modified_gmt":"2025-10-20T13:18:21","slug":"thema-extremismus-x","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/gulis.at\/schreiben\/thema-extremismus-x\/","title":{"rendered":"Thema Extremismus X"},"content":{"rendered":"\n<h3 class=\"wp-block-heading\">Die Kunst Demokratie zu verteidigen<\/h3>\n\n\n\n<p><strong>Im X. Teil der Serie unternehmen wir einen Versuch, die verschiedenen Aspekte zu beleuchten, die heutzutage zu den mittlerweile \u00e4u\u00dferst heterogenen Extremismen f\u00fchren. Diese brauchen auch unterschiedliche Ma\u00dfnahmen im Sicherheitsbereich, bei den \u00dcberwachungsdiensten, in der Politik, auf gesetzlicher Ebene, im Bildungs-, Schule und Sozialarbeits- bzw. -p\u00e4dagogikfeldern.<\/strong><\/p>\n\n\n<div class=\"wp-block-image\">\n<figure class=\"aligncenter size-large is-resized\"><img fetchpriority=\"high\" decoding=\"async\" width=\"768\" height=\"1024\" src=\"https:\/\/gulis.at\/schreiben\/wp-content\/uploads\/2025\/08\/IMG_20250710_093708-768x1024.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-2369\" style=\"width:321px;height:auto\" srcset=\"https:\/\/gulis.at\/schreiben\/wp-content\/uploads\/2025\/08\/IMG_20250710_093708-768x1024.jpg 768w, https:\/\/gulis.at\/schreiben\/wp-content\/uploads\/2025\/08\/IMG_20250710_093708-225x300.jpg 225w, https:\/\/gulis.at\/schreiben\/wp-content\/uploads\/2025\/08\/IMG_20250710_093708-1152x1536.jpg 1152w, https:\/\/gulis.at\/schreiben\/wp-content\/uploads\/2025\/08\/IMG_20250710_093708-1536x2048.jpg 1536w, https:\/\/gulis.at\/schreiben\/wp-content\/uploads\/2025\/08\/IMG_20250710_093708-750x1000.jpg 750w, https:\/\/gulis.at\/schreiben\/wp-content\/uploads\/2025\/08\/IMG_20250710_093708-scaled.jpg 1920w\" sizes=\"(max-width: 768px) 100vw, 768px\" \/><\/figure>\n<\/div>\n\n\n<div class=\"wp-block-columns is-layout-flex wp-container-core-columns-is-layout-9d6595d7 wp-block-columns-is-layout-flex\">\n<div class=\"wp-block-column is-layout-flow wp-block-column-is-layout-flow\">\n<p>Eines kann vorausgeschickt werden, in allen aufgez\u00e4hlten Bereichen hinken wir in \u00d6ster-reich hinterher, es fehlt an Know-How, an neuen Ans\u00e4tzen, an den Ressourcen und Mitteln dazu.<\/p>\n\n\n\n<p>Pr\u00e4vention ist zwar ein gern verwendetes Wort, das in den Mund genommen wird, wenn man in der \u00d6ffentlichkeit versch\u00e4mt einge-stehen muss, dass bis dato zu wenig getan wurde. Wie jedoch wirklich reagiert werden kann, auf die multiplen neuen Herausforder-ungen, wird nur in Expert*innenkreisen diskutiert und erblickt nicht das Licht der Umsetzung, geschweige denn der \u00d6ffentlichkeit.<\/p>\n\n\n\n<p>Was \u00fcbrig bleibt, sind zumeist repressive, ordnungspolitische Schnellsch\u00fcsse, wie Gesetzesversch\u00e4rfungen, die zumeist gar nicht notwendig sind, weil die Gesetze die notwenigen Verfolgungstatbest\u00e4nde l\u00e4ngst haben oder f\u00fcr \u00dcberwachungsdienste, die aus Datenschutzgr\u00fcnden und menschenrecht-licher Sicht bedenklich sind \u2013 wie zuletzt beim Amoklauf in Graz wieder deutlich wurde; oder es erfolgen Aufr\u00fcstungsschritte der Exeku-tiven, die zwar notwendig sind, jedoch keinen pr\u00e4ventiven Charakter aufweisen und erst dann zum Einsatz kommen, wenn es passiert ist. Da jedoch muss man \u00d6sterreich beschei-nigen, dass es sehr gut \u201eaufgestellt\u201c ist, wie immer wieder bewiesen werden konnte.<\/p>\n\n\n\n<p>Mit dem Erstarken der FP\u00d6 und deren Regierungsbeteiligungen in den L\u00e4ndern, bzw. der \u00dcbernhme des Landeshauptmannstuhles in der Steiermark, kann Extremismus eher auf Seiten der Regierung wahrgenommen werden, von St\u00e4rkung der Demokratie ist dabei nicht die Rede. Darauf kommen wir sp\u00e4ter noch zu sprechen.<\/p>\n\n\n\n<p>Bevor wir in die detaillierte Auflistung gehen, was alles notwendig w\u00e4re, w\u00fcrde man Pr\u00e4vention wirklich ernst nehmen, schauen wir uns noch die neuen Entwicklungen in den extremistischen Kreisen an und versuchen nachzuverfolgen, wie Menschen in den \u201eExtremismuskreisel\u201c geraten.<\/p>\n\n\n\n<h4 class=\"wp-block-heading\"><strong>Die alten Weisheiten stimmen nur mehr bedingt<\/strong><\/h4>\n\n\n\n<p>War es vor nicht einmal einem Jahrzehnt m\u00f6glich, die Spirale des \u201ezum\/zur Extremisten\/in werden\u201c nachzeichnen zu k\u00f6nnen und die Faktoren zu benennen, die notwendig sind, um letztlich in Gewalt, Terrorismus und Menschenfeindlichkeit zu enden, so ist das heute um ein vielfaches schwerer. Viel zu schnell \u00e4ndern sich die Bedingungen und es tauchen immer neue \u201eTypen\u201c von Extremist*innen auf.<\/p>\n\n\n\n<p>Konnte man bis vor Kurzem noch grob einige Archetypen nachzeichnen, so kann man heute einen wesentlich heterogeneren Zugang verzeichnen und die Wege sind nicht so einfach nachzuvollziehen.<\/p>\n\n\n\n<p>In einschl\u00e4gigen rechtsextremen Zirkeln und Burschenschaften oder anderen Vorfeldorga-nisationen der Rechtsextremen konnte man den famili\u00e4ren Sozialisierungsweg, wie etwa der Werdegang den Familienmitglieder der Familie Schimanek<a href=\"#_ftn1\" id=\"_ftnref1\">[1]<\/a> eingeschlagen haben, verdeutlichen. Bei vielen anderen Extremist-*innen ist dies jedoch nicht mehr so leicht nachzuvollziehen. Auch die Rekrutierung bei \u00f6ffentlichen Anl\u00e4ssen \u2013 wie dies etwa bei dem \u201eCorona Demos\u201c erfolgte, ist ein nach wie vor h\u00e4ufiger Weg, in extremistische Zirkeln zu gelangen<a href=\"#_ftn2\" id=\"_ftnref2\">[2]<\/a>. Extremistische \u2013 rechte wie linke sowie religi\u00f6s fundamental-orthodox, fanatische \u2013 Gruppen versuchen immer wieder an aktuellen Themen anzudocken und dort, wo es zu \u00f6ffentlichem Unmut in Form von Kundgebungen, Demonstrationen und \u00e4hnlichem kommt, zu \u201ekapern\u201c und die Protestform f\u00fcr ihre Agenda zu okkupieren.<\/p>\n\n\n\n<h4 class=\"wp-block-heading\"><strong>Kapern der Themen<\/strong><\/h4>\n\n\n\n<p>Dies gelang den Rechtsextremis*innen bei den Corona Protesten erfolgreich. Aus den Sorgen von besorgten B\u00fcrger*innen und Skeptiker*innen gegen\u00fcber den Ma\u00dfnahmen der Bundesregierung, wurden handfeste Verschw\u00f6rungserz\u00e4hlungen, Ma\u00dfnahmengegnerschaft und Impfgegner*innen, die weit \u00fcber das Ma\u00df hinausging, was in der Realit\u00e4t berechtigte Sorgen gerechtfertigt h\u00e4tten.<\/p>\n\n\n\n<p>In weiterer Folge entstand ein weites Feld an demokratiefeindlichen Kleingruppen, die in sich nicht homogen waren, aber f\u00fcr die extremistischen Anliegen der FP\u00d6 und ihrer Vorfeldorganisationen ansprechbar waren; und das galt in weiterer Folge dann nicht nur alleine f\u00fcr gesundheitspolitische Fragen, sondern ging auch auf \u2013 etwas das Leibthema der Rechtsextremen \u2013 die Migration \u00fcber.<\/p>\n\n\n\n<p>Ein \u00e4hnliches Ph\u00e4nomen verzeichnen wir derzeit beim Thema \u201eGaza\u201c. Die \u00f6ffentlich gef\u00fchrten Debatten sind mehr oder minder zum Stillstand gekommen, ein vern\u00fcnftiger, ruhiger sachlicher und damit auch ausgewo-gener Dialog ist nahezu nicht mehr m\u00f6glich. Hier ist insbesondere eine radikale Linke bem\u00fcht, das Thema zu instrumentalisieren und eine Hegemonie \u00fcber die Erz\u00e4hlungen herzustellen. Dies sind im wesentlichen antiisraelisch, oft auch antisemitisch. <\/p>\n\n\n\n<p>Die Grenze ist zugegebenerma\u00dfen verschwimmend, denn die Kritik an der rechtsextremen, autokratischen Regierung Netanjahus ist berechtigt und der Krieg im Gaza kann als Kriegsverbrechen bezeichnet werden, wenn nicht sogar als versuchter Genozid. Antisemitisch wird es jedoch dann, wenn eines der Merkmale \u2013 Doppelstandards, D\u00e4monisierung und Delegitimierung<a href=\"#_ftn3\">[3]<\/a> in den radikalen Ecken des Protestes erf\u00fcllt wird. Der Kampf der Pal\u00e4stinenser sei ein antikolonialer Befreiungskrieg gegen die israelische Besatzungsmacht. Der Slogan \u201efrom the river to the sea, palestine will be free\u201c soll das Ziel markieren, dass Israel das Existenzrecht abgesprochen wird und ausgel\u00f6scht wird<a href=\"#_ftn4\">[4]<\/a>. Wenngleich der Slogan alt und unterschiedlich benutzt worden ist.<\/p>\n\n\n\n<p>Die Israelis w\u00fcrden gleich wie die Nazis agieren, ebenfalls ein h\u00e4ufiger Vergleich und eine D\u00e4monisierung. Der \u00dcberfall vom 6.\/7. Oktober 2023 der Hamas<a href=\"#_ftn5\">[5]<\/a> und die Opfer des Angriffs<a href=\"#_ftn6\">[6]<\/a>, mehr als 1.300, werden dabei nicht oder kaum erw\u00e4hnt. Der Terrorakt wird nicht verurteilt oder nur halbherzig und in dieser Erz\u00e4hlung ist die Hamas eine antikoloniale Befreiungsbewegung<a href=\"#_ftn7\">[7]<\/a>. Dass sie Israel vernichten und einen Gottesstaat errichten will, wird verschwiegen oder klein geredet. Ganz viele Ereignisse und Zusam-menh\u00e4nge werden schlichtweg weggelassen und unter den Tisch gekehrt, um dieser Erz\u00e4hlung zum Durchbruch zu verhelfen.<a href=\"#_ftn8\">[8]<\/a><\/p>\n\n\n\n<p>Aber es gibt eben viele Wege, mit extremist-ischen und menschenfeindlichen Ideologien in Ber\u00fchrung zu geraten. Die f\u00fchren mitunter auch und verst\u00e4rkt \u00fcber digitale Plattformen. In dieser Welt sind die M\u00f6glichkeiten der Infiltration und Okkupation schier endlos. Nahezu alle Plattformen, die benutzt werden, sind davon betroffen und werden gen\u00fctzt.<a href=\"#_ftn9\">[9]<\/a><\/p>\n\n\n\n<p><a href=\"#_ftnref1\" id=\"_ftn1\">[1]<\/a><a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Hans_J%C3%B6rg_Schimanek\"> https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Hans_J%C3%B6rg_Schimanek<\/a>,<\/p>\n\n\n\n<p><a href=\"#_ftnref1\">[2]<\/a> siehe auch: BMI; Verfassungsschutzbericht 2022. Seiten 21 und ff.<\/p>\n\n\n\n<p><a href=\"#_ftnref3\">[3]<\/a> https:\/\/www.antisemitismusbeauftragter.de\/Webs\/BAS\/DE\/bekaempfung-antisemitismus\/was-ist-antisemitismus\/3d-regel\/3d-regel-node.html<\/p>\n\n\n\n<p><a href=\"#_ftnref4\">[4]<\/a> <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/From_the_River_to_the_Sea\">https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/From_the_River_to_the_Sea<\/a>; insbesondere dabei politische und linguistische Bedeutung sowie die Verwendungspraxis des Slogans.<\/p>\n\n\n\n<p><a href=\"#_ftnref5\">[5]<\/a> https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Hamas<\/p>\n\n\n\n<p><a href=\"#_ftnref6\">[6]<\/a> https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Terrorangriff_der_Hamas_auf_Israel_2023<\/p>\n\n\n\n<p><a href=\"#_ftnref7\">[7]<\/a> https:\/\/www.oeaw.ac.at\/news\/der-komplexe-konflikt-wird-als-antikolonialistisch-reduziert<\/p>\n\n\n\n<p><a href=\"#_ftnref8\">[8]<\/a> Siehe auch die j\u00fcngsten Ereignisse in Wien: https:\/\/www.derstandard.at\/story\/3000000282250\/gaza-demo-in-wien-staaten-haben-die-pflicht-einen-genozid-zu-verhindern<\/p>\n\n\n\n<p><a href=\"#_ftnref9\">[9]<\/a> Siehe auch Teil V der Serie<\/p>\n<\/div>\n\n\n\n<div class=\"wp-block-column is-layout-flow wp-block-column-is-layout-flow\">\n<h4 class=\"wp-block-heading\"><strong>Viele Wege f\u00fchren in den Extremismus<\/strong><\/h4>\n\n\n\n<p>Die einen finden den Weg \u00fcber die Musik (HipHop-Rap<a href=\"#_ftn10\">[10]<\/a>, Rechtsrock)<a href=\"#_ftn11\">[11]<\/a> und Plattformen, die als Musikstreamingdienste agieren und mehr als lasch gegen extremistische Inhalte vorgehen<a href=\"#_ftn3\" id=\"_ftnref3\">[12]<\/a>. Anderen suchen Antworten auf Fragen des t\u00e4glichen Lebens und landen bei Online-Predigern<a href=\"#_ftn4\" id=\"_ftnref4\">[13]<\/a>, die dritten isolieren sich vom analogen Leben und tauchen in diversen Gaming Plattfor-men<a href=\"#_ftn14\">[14]<\/a> ein.<\/p>\n\n\n\n<p>Weder der famili\u00e4re Hintergrund g\u00e4be dar\u00fcber Aufschluss, noch die weitere Sozialisation oder der Freundeskreis, m\u00fcssen Ermittler*innen immer \u00f6fter feststellen, g\u00e4ben hinreichende Aufschl\u00fcsse f\u00fcr den Weg in den Terror oder Amok.<\/p>\n\n\n\n<p>Bis vor wenigen Jahren war ein Diktum, dass das Internet zur Radikalisierung beitragen kann \u2013 insbesondere der islamistisch ausgepr\u00e4gte \u2013 jedoch alleine nicht reichen w\u00fcrde, sondern es dazu immer eine analoge-physische Pr\u00e4senz\/Ansprache und soziale Anbindung dazu brauche, in Form eines radikalislamistischen Elternhauses, Predigern oder Moscheegemeinden. Experten und Expertinnen haben die einzelnen Radikalisierungsschritte im Detail erforscht und versuchten diese darzustellen.<\/p>\n\n\n\n<h4 class=\"wp-block-heading\"><strong>Hufeisenmodell \u2013 nur mehr eines von vielen<\/strong><\/h4>\n\n\n\n<p>Ebenso war das sogenannte Hufeisen-modell<a href=\"#_ftn1\" id=\"_ftnref1\">[15]<\/a> als Erkl\u00e4rungsmodell dominant. Dieses \u201egeht von einer politische Mitte der Gesellschaft aus, das einerseits als quantitative Gr\u00f6\u00dfe zu verstehen ist und andererseits eine gesellschaftliche Wertedominanz darstellt, die nicht zwangsl\u00e4ufig durch Mehrheit definiert sein muss. <\/p>\n\n\n\n<p>Die problematischen Ph\u00e4nomene (in der klassischen Extremismusforschung der Rechts- bzw. Linksextremismus) werden an den Enden des Hufeisens (und damit an den ,R\u00e4ndern\u2018 der Gesellschaft) verortet und tendenziell als in sich homogene Problem-gruppen konstruiert, w\u00e4hrend die Mitte &#8222;normalisiert&#8220; ist<a href=\"#_ftn2\" id=\"_ftnref2\">16]<\/a>.<\/p>\n\n\n\n<p>Die neuen Forschungen zeigen, dass dieses Bild nicht mehr stimmt. Vielmehr geht man davon aus, das es in der Gesellschaft auch eine radikalisierte Mitte gibt. Die zwar in ihren Methoden und \u00c4u\u00dferungen b\u00fcrgerlicher zur\u00fcckhaltend geblieben ist, nicht jedoch in ihren Ansichten und Wertevorstellungen. Das hat auch mit Makrotrends der Werten und Inhalte und gesellschaftlichen Ver\u00e4nderungen zu tun.<\/p>\n\n\n\n<p>Anhand des Beispiels der Corona Pandemie und den dazugeh\u00f6rigen Widerst\u00e4nden bzw. Entwicklungen der Widerst\u00e4nde l\u00e4sst sich das gut nachvollziehen. Zwar von Land zu Land verschieden, zeigen sich doch auff\u00e4llige Parallelen. Dabei spielte es kaum eine Rolle, ob die Ma\u00dfnahmen der Regierenden zur Eind\u00e4mmung und zum Schutz der Bev\u00f6lkerung hart oder weich waren. <\/p>\n\n\n\n<p>Die Erz\u00e4hlungen im Netz waren fast \u00fcberall dieselben, gespickt mit extremistischen Verschw\u00f6rungsmythen, esoterischen Versatzst\u00fccken und faschistischen, antisemitischen Theoremen und einer geradezu fanatischen Wissenschaftsfeind-lichkeit, die \u2013 gerade auch in \u00d6sterreich \u2013 tief in die vermeintliche Mitte der Gesellschaft ger\u00fcckt ist<a href=\"#_ftn3\" id=\"_ftnref3\">17]<\/a>.<\/p>\n\n\n\n<p>Peter Neumann<a href=\"#_ftn1\" id=\"_ftnref1\">[18]<\/a>, bis vor kurzem Professor am Kings College in London etwa unterteilte und unterschied die verschiedenen Formen und Stufen der Radikalisierung bzw. des Extremismus und typisierte die verschie-denen extremistischen Formen und Zust\u00e4nde. Die j\u00fcngsten Ereignisse machten deutlich, dass das Internet ein verbindendes Element darstelle, die gro\u00dfen, bekannten Plattformen zuerst zur Anbahnung gen\u00fctzt w\u00fcrden, um anschlie\u00dfend sich in Telegramgruppen zu organisieren, auszutauschen und zu vertiefen. Neumann forderte daher auch ein proaktives Herangehen der Sicherheits- und Polizeibeh\u00f6rden, um auch im Netz patrouillieren und Undercover aktiv zu sein<a href=\"#_ftn2\" id=\"_ftnref2\">19]<\/a>.<\/p>\n\n\n\n<p>Zweites neues, auff\u00e4lliges Element; die Mitglieder werden immer j\u00fcnger. Ging man fr\u00fcher davon aus, dass es sich um eine gefestigte, oft l\u00e4nger bestehende klandestine Beziehung von Mitgliedern handeln m\u00fcsse, um in weiterer Folge f\u00fcr eine kriminelle oder terroristische Tat bereit zu sein, gibt es einen bestimmten Anteil der heutigen \u201eExtremist-*innen\u201c, die weder \u00e4lter noch lange dabei sind.<\/p>\n\n\n\n<h4 class=\"wp-block-heading\"><strong>Alte Thesen<\/strong><\/h4>\n\n\n\n<p>Man ging davon aus, dass es einen harten, ideologisch \u00fcberzeugten und unbeugsamen Kern, sowohl organisatorisch als auch psychisch-mental, braucht, um erstens die Gruppe zu f\u00fchren und zu erweitern und zweitens, um radikale Formen des \u201epolitischen Kampfes\u201c mit Mitteln der Gewalt umzusetzen. Beides stimmt in der Form nicht mehr.<\/p>\n\n\n\n<p>Ebenso ist die g\u00e4ngige Meinung (gewesen), dass rund um den harten Kern, eine Sympathisant*innengruppe besteht, die als politische Peer Gruppe aktivierbar ist, die die \u201eAktionen \u201cunterst\u00fctzt\u201c, die auf Demon-strationen mitgehen, die schon auch mal an gewaltt\u00e4tigen Aktionen mitmacht, wenn es etwa um Demonstrationen oder Hetzjagden gegen \u201eAusl\u00e4nder\u201c geht, oder wie etwa bei Hooligan und Ultra Gruppen, die bei verab-redeten Schl\u00e4gereien gegen andere Hooligans dabei sind.<\/p>\n\n\n\n<p>Diese \u2013 meist hierarchische nach dem F\u00fchrerprinzip geordneten Gruppen \u2013 waren und sind immer auch an bestimmte Communities und Lokalit\u00e4ten \u201eangedockt\u201c. (Rockertreffpunkte, Fu\u00dfballfanvereine, Burschenschaftslokale, Jugendtreffs)\u00a0\u00a0<\/p>\n\n\n\n<p>Zahlreiche Beispiele haben in j\u00fcngster Vergangenheit gezeigt, dass diese Typologien nicht mehr auf alle passen; zwar nicht g\u00e4nzlich falsch sind, denn die Formen und Zugangsmuster bestehen ja nach wie vor, aber eine neue Generation heranw\u00e4chst, die mit den alten Kategorien und Taxonomien nicht mehr erfassbar sind.<\/p>\n\n\n\n<p><a href=\"#_ftnref1\" id=\"_ftn1\">[10]<\/a> https:\/\/www.zeit.de\/kultur\/musik\/2023-12\/rap-rechtsextremismus-proto-mkd-nds-album<\/p>\n\n\n\n<p><a href=\"#_ftnref2\" id=\"_ftn2\">[11]<\/a> https:\/\/www.bpb.de\/themen\/rechtsextremismus\/dossier-rechtsextremismus\/500809\/rechtsrock\/<\/p>\n\n\n\n<p><a href=\"#_ftnref12\">[12]<\/a> Als ein Beispiel sei genannt: https:\/\/www.t-online.de\/digital\/aktuelles\/id_100547606\/spotify-rechtsextreme-musik-laut-bericht-monatelang-verfuegbar.html<\/p>\n\n\n\n<p><a href=\"#_ftnref13\">[13]<\/a> https:\/\/www.falter.at\/zeitung\/20250701\/das-geschaeft-mit-dem-islam-und-der-luxus-der-onlin<\/p>\n\n\n\n<p><a href=\"#_ftnref14\">[14]<\/a> https:\/\/www.polizei-beratung.de\/aktuelles\/detailansicht\/extremistische-propaganda-in-online-games\/<\/p>\n\n\n\n<p><a href=\"#_ftnref15\">[15]<\/a> Backes, Uwe\/Jesse, Eckhard (2005): Vergleichende Extremismusforschung, Baden-Baden.<\/p>\n\n\n\n<p><a href=\"#_ftnref16\">[16]<\/a> Dr. Katharina Leimbach, Prof. Dr. Nadine Jukschat f\u00fcr bpb.de, https:\/\/www.bpb.de\/themen\/infodienst\/549447\/radikalisierung-eine-kritische-bestandsaufnahme\/<\/p>\n\n\n\n<p><a href=\"#_ftnref17\">[17]<\/a> Ayyadi, Kira; Die radikalisierte Mitte. Belltower News.<\/p>\n\n\n\n<p><a href=\"#_ftnref1\" id=\"_ftn1\">[18]<\/a> https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Peter_R._Neumann<\/p>\n\n\n\n<p><a href=\"#_ftnref2\" id=\"_ftn2\">[19]<\/a> <a href=\"https:\/\/www.youtube.com\/watch?v=6qpaZpoLcQA\">https:\/\/www.youtube.com\/watch?v=6qpaZpoLcQA<\/a><\/p>\n<\/div>\n<\/div>\n\n\n<div class=\"wp-block-image\">\n<figure class=\"aligncenter size-large is-resized\"><img decoding=\"async\" width=\"1024\" height=\"671\" src=\"https:\/\/gulis.at\/schreiben\/wp-content\/uploads\/2025\/08\/birmingham-bhf-1024x671.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-2368\" style=\"width:574px;height:auto\" srcset=\"https:\/\/gulis.at\/schreiben\/wp-content\/uploads\/2025\/08\/birmingham-bhf-1024x671.jpg 1024w, https:\/\/gulis.at\/schreiben\/wp-content\/uploads\/2025\/08\/birmingham-bhf-300x196.jpg 300w, https:\/\/gulis.at\/schreiben\/wp-content\/uploads\/2025\/08\/birmingham-bhf-768x503.jpg 768w, https:\/\/gulis.at\/schreiben\/wp-content\/uploads\/2025\/08\/birmingham-bhf-1536x1006.jpg 1536w, https:\/\/gulis.at\/schreiben\/wp-content\/uploads\/2025\/08\/birmingham-bhf-2048x1341.jpg 2048w, https:\/\/gulis.at\/schreiben\/wp-content\/uploads\/2025\/08\/birmingham-bhf-750x491.jpg 750w\" sizes=\"(max-width: 1024px) 100vw, 1024px\" \/><\/figure>\n<\/div>\n\n\n<div class=\"wp-block-columns is-layout-flex wp-container-core-columns-is-layout-9d6595d7 wp-block-columns-is-layout-flex\">\n<div class=\"wp-block-column is-layout-flow wp-block-column-is-layout-flow\"><\/div>\n\n\n\n<div class=\"wp-block-column is-layout-flow wp-block-column-is-layout-flow\"><\/div>\n<\/div>\n\n\n\n<div class=\"wp-block-columns is-layout-flex wp-container-core-columns-is-layout-9d6595d7 wp-block-columns-is-layout-flex\">\n<div class=\"wp-block-column is-layout-flow wp-block-column-is-layout-flow\">\n<p>Eine 14-j\u00e4hrige plant einen Anschlag in Graz, den sie am Jakominiplatz ver\u00fcben wollte. Sie hat keinerlei realen Kontakt mit Islamisten oder Moscheen, sondern ausschlie\u00dflich mit Leuten im Netz. Ihr Wissen \u00fcber den Islam ist rudiment\u00e4r, dennoch leistete sie via Internet einen Treueschwur auf den Islamischen Staat und besch\u00e4ftigte sich mit dem Bau vom Bomben, deren Bauanleitung sie sich aus dem Internet besorgte.<a href=\"#_ftn20\"> [20]<\/a><\/p>\n\n\n\n<p>Ausl\u00e4ndische Geheimdienste werden auf sie &#8211; im Zuge der online \u00dcberwachungen auf sie aufmerksam und melden das an die \u00f6sterreichischen Beh\u00f6rden weiter.<\/p>\n\n\n\n<p>\u00c4hnliches fand man \u00fcber den \u201eAttent\u00e4ter\u201c, der in der Villacher Innenstadt wahllos auf Passant*innen einstach, heraus. Er wurde unter die Rubrik islamistischer Attent\u00e4ter eingeordnet, seine Radikalisierung erfolgte aber ebenfalls ausschlie\u00dflich im Internet <a href=\"#_ftn2\" id=\"_ftnref2\">[21]<\/a>.<\/p>\n\n\n\n<p>Der Grazer Amoklauf im Juni 2025 am BORG Dreiersch\u00fctzengasse<a href=\"#_ftn22\">[22]<\/a> wich jedoch von den voranstehenden Attentaten ab. Der junge Attent\u00e4ter betrat mit mehreren Waffen die Schule, die er vor einigen Jahren besuchte, jedoch abbrach. Er machte sich auf der Schultoilette f\u00fcr den Amoklauf bereit, erschoss anschlie\u00dfend auf mehreren Stockwerken zehn Personen, neun Sch\u00fcler*innen, eine Lehrerin, die sp\u00e4ter verstarb und richtete sich anschlie\u00dfend selbst.<\/p>\n\n\n\n<p>Auf der Suche nach dem Motiv fanden die Beh\u00f6rden vordergr\u00fcndig keinen extremi-stisch-politischen Zusammenhang.<\/p>\n\n\n\n<p>Der junge Mann besch\u00e4ftigte sich allerdings intensiv mit Schulmassakern und \u00e4u\u00dferte sich bewundernd dar\u00fcber. Man fand heraus, dass er auf diversen Gaming Plattformen aktiv war und ziemlich abgeschottet sich in diesen verlor.<a href=\"#_ftn22\">[22]<\/a> Im Zuge dessen wurde publik, was Expert*innen schon seit l\u00e4ngerem wissen, dass es eine Szene gibt, die Vorbilder an Attent\u00e4tern finden, die an Schulen Massaker ver\u00fcben. Diese werden in diesen Szenen wie Helden verehrt. Dabei geht es viel mehr um die Tat an sich, als um die dahinter stehende &#8211; meist rechtsextreme Ideologie. <\/p>\n\n\n\n<p>Im Zuge dessen folgte eine sich wieder-holende Debatte \u00fcber Ego Shooter Spiele<a href=\"#_ftn23\">[23]<\/a> und \u00fcber den Zugang zu Waffen. Dass \u00d6sterreich ein Land mit einer gro\u00dfen Waffenbesitztradition und -produktion ist und viele Waffen legal und illegal im Umlauf wurde dabei so nebenbei publik<a href=\"#_ftn24\">[24]<\/a>. <\/p>\n\n\n\n<p>Die Debatte ist mittlerweile wieder verebbt, eine neue gesetzliche Regelung des Waffen-verbots bzw. der massiven -einschr\u00e4nkungen, die die B\u00fcrgermeisterin Kahr (KP\u00d6) forderte, ist auf parlamentarischer Ebene zwar im Gange, aber eine schnelle und umfassende L\u00f6sung scheint es nicht zu geben.<\/p>\n\n\n\n<p>Der lange Weg der radikalisierten Person, die fr\u00fcher ein Merkmal der &#8222;Radikalisierung&#8220; war,  ist mittlerweile erheblich verk\u00fcrzt. Es bedarf nicht jahrelangen politischen Werdegangs und Radikalisierung. Durch die fluide, jederzeit verf\u00fcgbare jeweils extremistische und radikale Meinung und Propaganda geht das blitzschnell. Wie Peter Neumann im zitierten Interview mit dem ORF sagte: \u201eDie junge Generation kennt den Unterschied zwischen analog und virtuell nicht mehr. Die sind von morgens bis abends online. Eine Radikalisierung k\u00f6nne daher sehr rasch erfolgen.\u201c Ebenso ist der Weg zur Gewalt verk\u00fcrzt. Es braucht nicht jahrelanges Training und \u201eEinsatzerfahrung\u201c in der Szene, um einen Anschlag zu ver\u00fcben. Das geht ganz schnell und leicht.\u00a0<\/p>\n\n\n\n<p>Fazit der Entwicklungen, die Wege sind heterogener geworden, die M\u00f6glichkeiten f\u00fcr junge Menschen mit extremistischem Gedankengut in Kontakt zu kommen, sind um ein Vielfaches gestiegen, etwaige Forderungen nach verst\u00e4rktem Schutz von Kinder und Jugendlichen sind zwar gut gemeint, verhallen aber auch regelm\u00e4\u00dfig, da es in Wahrheit kaum L\u00f6sungen zu geben scheint; bzw. L\u00f6sungen, die tats\u00e4chlich Eind\u00e4mmung bringen w\u00fcrden, nicht durchsetzbar sind.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Geldgetriebene Onlineplattformen<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Mit ein Grund daf\u00fcr ist die Tatsache, dass alle relevanten Plattformen, auf denen die extremistischen Machenschaften unbeauf-sichtigt weitergegeben werden k\u00f6nnen, von Multinationalen Konzernen betrieben werden und \u201egeldgetrieben\u201c sind. Algorithmen und Tempo sind nicht auf Schutz und demokra-tische Werte, ausgewogene Berichterstattung und Recherche abzielend, sondern auf maximalen Aufmerksamkeitsoutput. Emotionalisierung, Skandalisierung, Radikalisierung, Hass und Hetze sind Quotenbringer und steigern den Gewinn.<\/p>\n\n\n\n<p><a href=\"#_ftnref1\" id=\"_ftn1\">[<\/a><a href=\"#_ftn20\">20]<\/a> https:\/\/steiermark.orf.at\/stories\/3278083\/<\/p>\n\n\n\n<p><a href=\"#_ftnref2\" id=\"_ftn2\">[21]<\/a> https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Messerangriff_in_Villach<\/p>\n\n\n\n<p><a href=\"#_ftnref1\" id=\"_ftn1\">[22]<\/a> https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Amoklauf_in_Graz_2025<\/p>\n\n\n\n<p><a href=\"#_ftnref23\">[23]<\/a> https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Amoklauf_in_Graz_2025<\/p>\n\n\n\n<p><a href=\"#_ftnref24\">[24]<\/a> https:\/\/www.puls24.at\/news\/chronik\/ego-shooter\/416730<\/p>\n\n\n\n<p><a href=\"#_ftnref25\">[25]<\/a> https:\/\/www.profil.at\/oesterreich\/wie-leicht-man-in-oesterreich-eine-waffe-bekommt\/403049271<\/p>\n<\/div>\n\n\n\n<div class=\"wp-block-column is-layout-flow wp-block-column-is-layout-flow\">\n<p>Eingriffe in die Systeme, die mittlerweile offensichtlich zu gro\u00df geworden sind, um sie noch nachhaltig zu begrenzen, m\u00fcssten ma\u00dfgeblich, erheblich und radikal sein. Das ist derzeit nicht zu erwarten. Denn die Frage muss erlaubt sein, warum eine Infrastruktur des t\u00e4glichen Lebens, das eine gro\u00dfe Mehr-heit der Menschen nutzt und f\u00fcr ihren Alltag und ihre Arbeit brauchen, privat ist, ist schwer erkl\u00e4rlich, aber Tatsache. <\/p>\n\n\n\n<p>Ja selbst eine verbesserte Mitarbeit und Beteiligung der IT Tech Giganten, um all diesen extremistischen Treiben Einhalt zu gebieten, erscheint \u00e4u\u00dferst schwierig. Die Fortschritte sind Trippelschritte. <\/p>\n\n\n\n<p>W\u00e4hrenddessen geht die Technologisierung schon im Laufschritt weiter. Demokratische Staaten humpeln hinterher und m\u00fcssen sich mit kleinen Kompromissen zufriedengeben.<\/p>\n\n\n\n<h4 class=\"wp-block-heading\"><strong>Ausblick und was ist zu tun?<\/strong><\/h4>\n\n\n\n<p>Mit dem Thema Vertraute pl\u00e4dieren seit Jahren daf\u00fcr, darauf rasch zu reagieren; nicht nur von Seiten der Politik, sondern insbesondere auch in den verschiedenen Expert*innenfelder. Das gilt f\u00fcr die Exekutive, den Sicherheitsapparat, f\u00fcr die Schule, die P\u00e4dagogik im generellen, aber auch f\u00fcr die Sozialarbeit. <\/p>\n\n\n\n<p>Die meisten Konzepte und Ans\u00e4tze beziehen sich auf die klassischen Formen der Extremismusbek\u00e4mpfung, die in den 1980er und 90ern entwickelt worden sind, einerseits angesichts der diversen nationalistischen, gewaltbereiten linksextremen Bewegungen in Europa (RAF\/BRD, Rote Brigaden\/Italien, IRA\/Nordirland, etc.) und andererseits durch die Ereignisse nach der Vereinigung Deutsch-lands und dem massiven Aufkeimen von rechtsextremer Gewalt im Osten Deutsch-lands.<\/p>\n\n\n\n<p>Dementsprechend war die Reaktion vieler Beh\u00f6rden und der Politik in Europa auch relativ schleppend, als der islamistische Terror nach Europa kam und Al Quaida <a href=\"#_ftn1\" id=\"_ftnref1\">[26]<\/a>, verschiedene Ableger und in weiterer Folge der IS \u2013 Islamische Staat <a href=\"#_ftn2\" id=\"_ftnref2\">[27]<\/a> durch spektakul\u00e4re Terror Attentate von sich reden machten. Da diese international und global agierten und zuerst einmal nichts mit den nationalen Strukturen zu tun hatten, mussten sich die Beh\u00f6rden erst m\u00fchsam Expertise dazu aufbauen. Radikalislamische Gruppen, das Aufkeimen der digitalen Plattformen, ebenso wie Moscheen, die als Rekrutierungs- und Informationsorte ihre Rolle zu spielen begannen; das war f\u00fcr alle Jene, die mit den klassischen Formen von Extremismus \u2013 links und rechts \u2013 zu tun hatten, Neuland.<\/p>\n\n\n\n<p>Mittlerweile wurden einige R\u00fcckst\u00e4nde aufgeholt und heute wei\u00df man wesentlich besser, wie extremistische und menschen-feindliche Haltungen verbreitet werden, wie rekrutiert wird. Dass macht es jedoch gleich-zeitig nicht leichter. Denn wie oben beschrieben, die Wege zu einem Amoklauf oder Attentat sind umso reichhaltiger geworden.<\/p>\n\n\n\n<h4 class=\"wp-block-heading\"><strong>Vernetzung, Kooperation und Zusammenarbeit<\/strong><\/h4>\n\n\n\n<p>Was auch immer dringlicher wird und seit vielen Jahren bereits gefordert wird; es bedarf einer umfassenden Vernetzung, Kooperation und Zusammenarbeit. Diese gilt nicht nur auf nationaler Ebene, sondern auch auf internationaler. So wie manche Geheim-dienste bereits zusammenarbeiten, m\u00fcsse es eine umfassende Zusammenarbeit auf allen Ebenen und Feldern geben.<\/p>\n\n\n\n<p>Zumindest f\u00fcr \u00d6sterreich gilt, dass das meiste davon in Ans\u00e4tzen vorhanden ist, jedoch kaum in eine gemeinsame nationale Strategie miteinander verbunden wurde. Zwar gibt es etwa Derad <a href=\"#_ftn1\" id=\"_ftnref1\">[28]<\/a> &#8211; ein privater Verein, der mit einigen \u00f6ffentlichen Mitteln haupts\u00e4chlich in Wien aktiv ist und sich um verurteile Straft\u00e4ter*innen aus dem radikalislamistischen Umfeld, die in Haft sitzen bzw. vor einer Haftentlassung stehen, k\u00fcmmern. \u00c4hnliche Projekte gibt es auch beim Verein Neustart<a href=\"#_ftn2\" id=\"_ftnref2\">[29]<\/a> sowie bei der Beratungsstelle Boja<a href=\"#_ftn3\" id=\"_ftnref3\">[30]<\/a>. In der Steiermark ist die \u201eNext: &#8211; not to extremism\u201c<a href=\"#_ftn4\" id=\"_ftnref4\">[31]<\/a>, eine Plattform von steirischen Organisationen und Expert*innen, die sich dem Thema widmen, die unter der Schirmherrschaft der Antidis-kriminierungsstelle Graz arbeitet, bekannt.<\/p>\n\n\n\n<p>Diese erw\u00e4hnten Projekte sind Beispiele, die in die richtige Richtung weisen und noch verst\u00e4rkt und ausgebaut werden m\u00fcssten, insbesondere auch die Zusammenarbeit mit Strafverfolgungsbeh\u00f6rden, Polizei, den wissenschaftlichen und ausbildenden Einrichtungen. Das vorhandene w\u00e4re zu vertiefen, um die Kompetenzen und den Wissensschatz der verschiedenen Einrichtungen f\u00fcr den Kampf gegen Extremismus zu b\u00fcndeln.<\/p>\n\n\n\n<p><a href=\"#_ftnref1\" id=\"_ftn1\">[26]<\/a> https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Al-Qaida<\/p>\n\n\n\n<p><a href=\"#_ftnref2\" id=\"_ftn2\">[27]<\/a> https:\/\/www.lpb-bw.de\/islamischer-staat<\/p>\n\n\n\n<p><a href=\"#_ftnref1\" id=\"_ftn1\">[28]<\/a> https:\/\/www.derad.at\/<\/p>\n\n\n\n<p><a href=\"#_ftnref2\" id=\"_ftn2\">[29]<\/a> https:\/\/www.neustart.at\/was-wir-tun\/bewaehrungshilfe\/deradikalisierungsarbeit\/<\/p>\n\n\n\n<p><a href=\"#_ftnref3\" id=\"_ftn3\">[30]<\/a> https:\/\/www.boja.at\/index.php\/beratungsstelle-extremismus<\/p>\n\n\n\n<p><a href=\"#_ftnref4\" id=\"_ftn4\">[31]<\/a> https:\/\/www.no-extremism.at\/<\/p>\n<\/div>\n<\/div>\n\n\n<div class=\"wp-block-image\">\n<figure class=\"aligncenter size-full is-resized\"><img decoding=\"async\" width=\"268\" height=\"278\" src=\"https:\/\/gulis.at\/schreiben\/wp-content\/uploads\/2025\/08\/siem-reap-baum.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-2373\" style=\"width:384px;height:auto\"\/><\/figure>\n<\/div>\n\n\n<div class=\"wp-block-columns is-layout-flex wp-container-core-columns-is-layout-9d6595d7 wp-block-columns-is-layout-flex\">\n<div class=\"wp-block-column is-layout-flow wp-block-column-is-layout-flow\">\n<p>Genau daran hapert es aber auch. Vieles davon existiert gerade mal so. Vieles ist im prek\u00e4ren Projektstadium, vieles davon ist ehrenamtlich oder aufgrund der Initiative von Einzelpersonen (Journalist*innen, Sozialarbeiter*innen) existent.<\/p>\n\n\n\n<h4 class=\"wp-block-heading\"><strong>Dringende Ma\u00dfnahmen erforderlich<\/strong><\/h4>\n\n\n\n<p>Und nat\u00fcrlich bedarf es auch einer Profes-sionalisierung der Politik und damit befassten Beh\u00f6rden, denn sie stellen ein wichtiges Bindeglied dar und sind ma\u00dfgeblich an den \u00f6ffentlichen Narrativen und Ver\u00f6ffent-lichungen beteiligt und haben erheblichen Einfluss; und nicht zuletzt ist der Bereich der \u00f6ffentlich-politischen Kommunikation zu nennen, die nach wie vor relevant sind und wichtige Funktionen zu \u00fcbernehmen h\u00e4tten.<\/p>\n\n\n\n<p>Denn mittlerweile wird ja immer weniger wichtig, was tats\u00e4chlich passiert, entschieden und umgesetzt wurde, sondern wie und \u00fcber was, mit welchem \u201eSpin\u201c von welche Gruppen berichtet wird. Das, was danach passiert, ist wichtiger, als das was geschah. Fakten-orientierte, datenbasierte Extremismus-Pr\u00e4vention ist dabei ebenso herausgefordert, wie Beh\u00f6rden, Exekutive und Strafverfol-gungsbeh\u00f6rden, die sobald ein Ereignis in der \u00d6ffentlichkeit ist, mit einer Flut von Falsch-meldungen und Ger\u00fcchten konfrontiert werden. Diese m\u00fcssen erst m\u00fchsam wieder entkr\u00e4ftet werden und kommen dennoch kaum an. Am Beispiel des Amoklaufs in Graz wurde dies wieder sehr deutlich.<\/p>\n\n\n\n<p>Zuerst wurde kolportiert, dass der Attent\u00e4ter ein Mobbing Opfer sei <a href=\"#_ftn1\" id=\"_ftnref1\">[32]<\/a>. Alle Beteiligten dementierten das und nichts deutete darauf hin, dass dies ein Motiv sei. Dennoch hielt sich das Ger\u00fccht hartn\u00e4ckig und wurde weiterverbreitet. Etwas sp\u00e4ter wurde ein v\u00f6llig unbeteiligter junger Mann im Netz zum T\u00e4ter gemacht. Daraufhin erhielt er Mord-drohungen und diffamierende Bilder und Postings. Dass der T\u00e4ter sich auf der Toilette selbst gerichtet hatte, tat der Lust der Hetzmeute keinen Abbruch<a href=\"#_ftn2\" id=\"_ftnref2\">[33]<\/a>.<\/p>\n\n\n\n<p>In Zeitn\u00e4he zu all diesen Ereignissen in der Steiermark und den folgenden Diskussionen, platzte die Bombe der steierm\u00e4rkischen Landesregierung, dass im Sozialbereich erhebliche K\u00fcrzungen durchgef\u00fchrt werden. Ausf\u00fchrender dabei ist der FP\u00d6 Landesrat Hannes Amesbauer<a href=\"#_ftn3\" id=\"_ftnref3\">[34]<\/a>, der insbesondere genau jene Institutionen k\u00fcrzte, die sich mit dem Thema Diskriminierung und Extremismus seit Jahren intensiv besch\u00e4ftigten. Diese wurden in den 2010er Jahren vom Land Steiermark mit der Finanzierung der Antidiskriminierungsstelle in Graz und der fixen Verankerung eines Grundsatzbeschlusses der Charta der Vielfalt in Gang gesetzt, sowie durch die Gr\u00fcndung der Next: Plattform (siehe Fu\u00dfnote 31) noch erweitert wurde, angesichts der dringenden Notwendigkeit.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Der politische Wind bl\u00e4st von rechts <\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Dass mit dem Eintritt der FP\u00d6 in die Landesregierung all diese Aktivit\u00e4ten in Gefahr stehen werden, war relativ leicht vorauszusehen. Der nunmehr als Landesrat mit exekutiver Macht ausgestattetete FP\u00d6 Politiker Hannes Amesbauer stand und steht  doch selbst im Ruf eines Rechtsau\u00dfen innerhalb der FP\u00d6. Dass ihm und der FP\u00d6 daher derartige Pr\u00e4ventionsarbeit gegen Extremismus ein Dorn im Auge sein w\u00fcrden, war nachvollziehbar. Schlie\u00dflich steht er und seine Kollegen f\u00fcr die DNA der FP\u00d6 (Original LH Kunasek) und die ist eiten Teilen selbst (rechts-)extremistisch.<\/p>\n\n\n\n<p>Dass dies dem Pr\u00e4ventionsgedanken und dem Kampf gegen Extremismus und demokratie-sch\u00e4digende Entwicklungen offensichtlich widerspricht, ist deutlich. Ungeachtet dessen l\u00e4sst die demokratische Politik und Medien-\u00f6ffentlichkeit dies zu.<\/p>\n\n\n\n<p>Der bereits \u00f6fter erw\u00e4hnte Terror- und Extremismus Forscher Peter Neumann formulierte einige wesentliche Punkte, die den Extremismus eind\u00e4mmen w\u00fcrden. Er betont die Notwendigkeit, die Ressourcen der Sicherheitsbeh\u00f6rden auf die Bek\u00e4mpfung dieser Bedrohung zu konzentrieren und die Zusammenarbeit mit internationalen Partnern, insbesondere mit den USA, zu intensivieren. <\/p>\n\n\n\n<p>Neumann schl\u00e4gt vor, dass Deutschland verst\u00e4rkt auf die Pr\u00e4vention von Radikalisierung, insbesondere durch fr\u00fchzeitige Intervention bei jungen Menschen, sowie auf die Verbesserung der Nachrichtendienste und der Zusammenarbeit mit internationalen Partnern setzen sollte.\u00a0<\/p>\n\n\n\n<h5 class=\"wp-block-heading\">Konkrete Ma\u00dfnahmen, die er dazu vorschl\u00e4gt:<\/h5>\n\n\n\n<ul class=\"wp-block-list\">\n<li><strong>Verbesserung der Nachrichtendienste<\/strong><\/li>\n<\/ul>\n\n\n\n<p>Neumann fordert eine St\u00e4rkung der Befugnisse der Geheimdienste und eine engere Zusammenarbeit mit internationalen Partnern, um Terroranschl\u00e4ge fr\u00fchzeitig zu erkennen und zu verhindern.&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<ul class=\"wp-block-list\">\n<li><strong>Pr\u00e4vention von Radikalisierung:<\/strong><\/li>\n<\/ul>\n\n\n\n<p>Neumann betont die Bedeutung von Pr\u00e4ventionsarbeit, insbesondere bei jungen Menschen, um zu verhindern, dass sie sich radikalisieren und terroristischen Organi-sationen anschlie\u00dfen.<\/p>\n\n\n\n<ul class=\"wp-block-list\">\n<li><strong>Forschung und Aufkl\u00e4rung:<\/strong><\/li>\n<\/ul>\n\n\n\n<p>Neumann fordert eine verst\u00e4rkte Forschung \u00fcber die Ursachen und Dynamiken von Terrorismus, um effektive Gegenstrategien entwickeln zu k\u00f6nnen.&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p><a href=\"#_ftnref1\" id=\"_ftn1\">[32]<\/a> https:\/\/www.tagesschau.de\/ausland\/europa\/oesterreich-graz-schuesse-an-schule-102.html<\/p>\n\n\n\n<p><a href=\"#_ftnref2\" id=\"_ftn2\">[33]<\/a>https:\/\/www.kleinezeitung.at\/steiermark\/19969822\/als-amoklaeufer-gebrandmarkt-steirer-klagt-gegen-hetze-im-netz<\/p>\n\n\n\n<p><a href=\"#_ftnref3\" id=\"_ftn3\">[34]<\/a> https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Hannes_Amesbauer<\/p>\n<\/div>\n\n\n\n<div class=\"wp-block-column is-layout-flow wp-block-column-is-layout-flow\">\n<ul class=\"wp-block-list\">\n<li><strong>Zusammenarbeit mit internationalen Partnern:<\/strong><\/li>\n<\/ul>\n\n\n\n<p>Er weist darauf hin, dass die Bek\u00e4mpfung des Terrorismus eine internationale Aufgabe ist und eine enge Zusammenarbeit mit anderen L\u00e4ndern, insbesondere mit den USA und Israel, unerl\u00e4sslich ist.\u00a0<\/p>\n\n\n\n<ul class=\"wp-block-list\">\n<li><strong>\u00d6ffentliche Aufkl\u00e4rung:<\/strong><\/li>\n<\/ul>\n\n\n\n<p>Er betont die Bedeutung der Aufkl\u00e4rung der Bev\u00f6lkerung \u00fcber die Gefahren des Terrorismus und die Bedeutung von Wachsamkeit und Zivilcourage.\u00a0<a href=\"#_ftn1\" id=\"_ftnref1\">[35]<\/a><\/p>\n\n\n\n<p><strong>Praxis n\u00e4her betrachten<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>In der detaillierteren Betrachtung der einzelnen Felder Vernetzung, Kooperation und des Austausches ist es n\u00fctzlich, insbesondere in die Praxis der Sozial-p\u00e4dagogik, Sozialarbeit und anderer verwandter Felder in der Schule, der Jugendarbeit, aber auch der Erwachsenenbildung zu schauen, wie Pr\u00e4ventionsarbeit derzeit eingesetzt wird und welche Interventionsm\u00f6glichkeiten bestehen, bzw. wie diese ausgebaut und verbessert werden k\u00f6nnen.<\/p>\n\n\n\n<p>In vielen Bereichen der Sozialen Arbeit sind innovativere Formen, an die neuen Umst\u00e4nde der Digitalisierung und der heterogeneren Zugangsm\u00f6glichkeiten zu extremistischen Positionen noch kaum bekannt. Online Beratungen, Online Pr\u00e4senz, digitale Ansprache in den verschiedenen Formen und auf den Plattformen sind kaum zu verzeich-nen. Aufkl\u00e4rungsarbeit in der Schule, Jugend-zentren und der au\u00dferschulischen Jugend-arbeit erfolgt noch immer weitgehend analog und relativ klassisch, in Form von Workshops und Schulungen.<\/p>\n\n\n\n<p>Neue Erkenntnisse aus der politischen Kommunikationswissenschaften und der Gehirnforschung werden kaum angewandt. Jugendliche sind mit den klassischen Methoden, der Wissensvermittlung, der Aufkl\u00e4rung durch frontale Formen der Bildungsarbeit heutzutage immer weniger erreichbar und diese haben oft mit den Lebensrealit\u00e4ten der Jugendlichen kaum etwas zu tun.<\/p>\n\n\n\n<p>Die Pr\u00e4ventionsarbeit der Bildungs- und Sozialarbeit muss sich die Frage stellen: Wie kommen wir an Jugendliche ran, die sich aus der realen Welt zur\u00fcckziehen, die auf Gaming Plattformen radikalisiert werden und f\u00fcr Erwachsene kaum mehr erreichbar sind? Ebenso gilt das f\u00fcr Jugendliche mit migrantisch-biografischem Hintergrund, die sich im Netz, \u00fcber soziale Communities und Moscheen und Prediger radikalisieren.<\/p>\n\n\n\n<h4 class=\"wp-block-heading\"><strong>M\u00f6glichkeiten g\u00e4be es genug<\/strong><\/h4>\n\n\n\n<p>Ebenso muss dar\u00fcber ausf\u00fchrlicher gearbeitet werden, wie etwa Menschen, die bereits in die jeweilige \u201eEcke\u201c des Extremismus abgeglitten sind, geholfen werden kann, aus dieser Ecke herauszu-kommen, durch Deradikalisierungspro-gramme, durch Normalisierungsschritte, durch Aussteigerprogramme. In Deutschland gibt es dazu einige hoffnungsvolle Ans\u00e4tze, die f\u00fcr \u00d6sterreich durchaus auch anwendbar sein sollten.<\/p>\n\n\n\n<p>F\u00fcr all die verschiedenen Formen des Extremismus braucht es nicht nur stringente Analysen und Erkl\u00e4rungen, sondern auch erfolgreiche und praktikable Antworten, um dem entgegen zu steuern. Dies jeweils nur von einer Disziplin einzufordern, ist dabei zu wenig. Es bedarf der offenen und grenz\u00fcber-schreitenden gemeinsamen Anstrengung und diese darf nicht von berufspolitischen, fach-spezifischen oder geografischen Grenzen haltmachen.&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p>Die Defizite in der digitalen Kompetenz einerseits und in dem Umgang mit politischer \u00f6ffentlicher Kommunikation, die ja ganz wesentlich durch die digitalen M\u00f6glichkeiten beeinflusst wird, in den erw\u00e4hnten Berufen und Feldern sind eklatant; ob dies die Lehrkr\u00e4fte in den Schulen betrifft oder die Leitungsebenen der Bildungseinrichtungen, ja selbst in den terti\u00e4ren Ausbildungen auf universit\u00e4rer und Fachhochschulebene sind die Defizite virulent.<\/p>\n\n\n\n<p>Interdisziplinarit\u00e4t ist zwar ein h\u00e4ufig verwendetes Wort, fast ebenso h\u00e4ufig wie Pr\u00e4vention. Jedoch gerade die Extremismus-bek\u00e4mpfung auf allen Ebenen der verschie-denen Pr\u00e4ventionsstufen (prim\u00e4re, sekund\u00e4re und terti\u00e4re) bedarf die intensive Zusammen-arbeit und Kooperation und Vernetzung, um neue und bessere Modelle auf den unter-schiedlichen Ebenen und f\u00fcr die unterschied-lichen Bed\u00fcrfnisse anzubieten und zu entwickeln.<\/p>\n\n\n\n<p>M\u00f6glichkeiten g\u00e4be es genug; etwa, wenn es darum geht Extremismus Vorsorge mit Selbsterm\u00e4chtigung, mit Projektarbeit und analoge und digitale Ansprache auf verschiedenen Ebenen zu verkn\u00fcpfen und Sportaktivit\u00e4ten, Kunstprojekte, genera-tionen\u00fcbergreifende Stadtteilarbeit anzu-bieten, die die Spirale der Einsamkeit, der gesellschaftlichen Isolation und der gef\u00fchlten gesellschaftlichen Irrelevanz aufzul\u00f6sen und gleichzeitig Menschen zu erm\u00e4chtigen, selbst Stopp zu sagen, gegen die antidemokratischen und (selbst)-zerst\u00f6rerischen Tendenzen in ihnen selbst und in der Gesellschaft.<\/p>\n\n\n\n<p><a href=\"#_ftnref1\" id=\"_ftn1\">[35]<\/a> <a href=\"https:\/\/www.bmi.gv.at\/magazin\/2022_09_10\/12_Extremismuspraevention_und_Deradikalisierung.aspx\">https:\/\/www.bmi.gv.at\/magazin\/2022_09_10\/12_Extremismuspraevention_und_Deradikalisierung.aspx<\/a>; <a href=\"https:\/\/www.bpb.de\/system\/files\/dokument_pdf\/APuZ_2013-29-31_online.pdf\">https:\/\/www.bpb.de\/system\/files\/dokument_pdf\/APuZ_2013-29-31_online.pdf<\/a>;<\/p>\n<\/div>\n<\/div>\n\n\n\n<p><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Die Kunst Demokratie zu verteidigen Im X. Teil der Serie unternehmen wir einen Versuch, die verschiedenen Aspekte zu beleuchten, die heutzutage zu den mittlerweile \u00e4u\u00dferst heterogenen Extremismen f\u00fchren. Diese brauchen auch unterschiedliche Ma\u00dfnahmen im Sicherheitsbereich, bei den \u00dcberwachungsdiensten, in der Politik, auf gesetzlicher Ebene, im Bildungs-, Schule und Sozialarbeits- bzw. -p\u00e4dagogikfeldern. 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