{"id":2273,"date":"2024-11-12T14:52:19","date_gmt":"2024-11-12T14:52:19","guid":{"rendered":"https:\/\/gulis.at\/schreiben\/?p=2273"},"modified":"2024-12-16T14:22:06","modified_gmt":"2024-12-16T14:22:06","slug":"thema-extremismus-iii","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/gulis.at\/schreiben\/thema-extremismus-iii\/","title":{"rendered":"Thema Extremismus III"},"content":{"rendered":"\n<h2 class=\"wp-block-heading\"><strong>Die Vierte Gewalt, die keine mehr ist?<\/strong><\/h2>\n\n\n\n<p><\/p>\n\n\n\n<p><strong>Im zweiten Teil der Serie ging es um die digitale Revolution, die erhebliche Auswirkungen auf die \u00f6ffentlich-politische Kommunikation hatte und den \u00f6ffentlichen Meinungsbildungsprozess massiv beeinflusste und extremistische Tendenzen in der Gesellschaft erheblich f\u00f6rderte. Im folgenden dritten Teil werfen wir aber auch einen Blick auf die Medienlandschaft, die allgemein als wesentlicher Pfeiler von demokratischen Gesellschaften, als vierte Gewalt bezeichnet wird.<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Wir m\u00fcssen konstatieren, dass ein sachlich, demokratisch gef\u00fchrter, \u00f6ffentlicher Diskurs nahezu nicht mehr m\u00f6glich ist, ohne dass nicht Beschimpfungen, ein Shitstorm oder Gewaltaufrufe erfolgen und dieser massiv von Lobbygruppen und m\u00e4chtigen Finanzgruppen beeinflusst wird. Betroffen sind davon insbesondere Minderheitengruppen, wie Migrant*innen, Mitglieder von LGBTIQ+ Gruppen aber vor allem auch Frauen, die in der \u00d6ffentlichkeit stehen bzw. sich \u00f6ffentlich \u00e4u\u00dfern. Thematisch sieht man das sehr gut am &#8222;Klimaschutz&#8220;, der sich in den letzten Jahren und Monaten von einem wichtigen zukunftsorientierten hin zu einem Aggressionsthema ins Gegenteil verkehrt hat und Parteien an die Macht bef\u00f6rdert, die genau das Gegenteil von Klimaschutz betreiben.<\/p>\n\n\n\n<h4 class=\"wp-block-heading\">1.4. <strong>Auswirkungen auf die Medienlandschaft<\/strong><\/h4>\n\n\n\n<div class=\"wp-block-columns is-layout-flex wp-container-core-columns-is-layout-9d6595d7 wp-block-columns-is-layout-flex\">\n<div class=\"wp-block-column is-layout-flow wp-block-column-is-layout-flow\">\n<p>Medien werden generell als die Vierte Gewalt im Staate angesehen, neben der Exekutive, Legislative und Judikative. Sie sollten einerseits als kritisches Element in der Gesellschaft fungieren; also die anderen drei Gewalten kontrollieren und auf Missst\u00e4nde und Skandale in der Gesellschaft aufmerksam und \u00f6ffentlich machen. Andererseits wurden sie immer als \u201eGatekeeper\u201c verstanden, als T\u00fcrsteher, als Vermittler mit einer Ordnungsfunktion ausgestattet, die kontrolliert und entscheidet, was f\u00fcr die \u00d6ffentlichkeit, das Gemeinwohl und die politische Debatte wichtig ist und was nicht.<\/p>\n\n\n\n<p>Tag f\u00fcr Tag werden allein nur in \u00d6sterreich Tausende Agenturmeldungen verfasst. Nur ein Bruchteil davon kommt in die Nachrichten, sei es im Radio, in den Zeitungen oder im TV. Diese Aufgabe ist ein Aussonderungsprozess, in der im besten Falle dies von verantwortlichen Journalist*innen und in der <strong>Redaktionskonferenz <\/strong>des jeweiligen Mediums vorgenommen wird. Im besten Falle wird eine Agenturmeldung, die ausgew\u00e4hlt wurde, durch weitere Recherchen, Interviews, Meinungen, Stellungnahmen einholen usw. kontrolliert, erweitert und in einem Artikel\/Bericht\/Reportage dann ver\u00f6ffentlicht oder verworfen.<\/p>\n\n\n\n<p>Diese Funktionen und die Rolle der Medien brauchen selbst auch wieder Kontrolle, weil sie ein m\u00e4chtiges Instrument sind, um die \u00f6ffentliche Meinung zu beeinflussen. Darum haben manche Qualit\u00e4tszeitungen auch eigene Ressorts, die sich der Medienkritik und der Kommunikationspolitik widmen und den eigenen Markt und das eigene Agieren darin, kritisch begleiten.<\/p>\n\n\n\n<p>Ab Mitte der 1990er Jahre gerieten die Medienkonzerne und Zeitungsverlage zunehmend in die Kritik, durchaus aus unterschiedlichen Richtungen und zu Recht. Es entstanden Medienh\u00e4user, die erstens den Profit in den Vordergrund stellten und zweitens politische Agenden vertraten, durch ihre Eigent\u00fcmerschaft, die die Unabh\u00e4ngigkeit, Allparteilichkeit und die Qualit\u00e4t ersch\u00fctterten.<\/p>\n\n\n\n<p>Prinzipiell unterscheidet man in Boulevardmedien, Unterhaltungsmedien und Qualit\u00e4tsmedien. In den letzten Jahrzehnten ist nicht nur das Segment des Boulevards gr\u00f6\u00dfer geworden, diese haben auch immer mehr an Publikumsanteile an sich gezogen. Hinzu kamen eine neue Gattung von Zeitungstypen der Gratis-Trash Boulevardzeitungen. Sie sind noch st\u00e4rker auf Skandalisierung und Emotionalisierung aus und scheuen auch vor Fake News nicht zur\u00fcck. Ihr besonderes Merkmal ist, sie unterminieren den Bezahlmarkt, durch Gratisverteilung der Ausgabe. Oft erfolgt das mit Zustimmung und Unterst\u00fctzung der Stadtverwaltung oder \u2013 wie etwa in Wien \u2013 mit den Wiener Lienen, die daf\u00fcr eigene Boxen zur Entnahme erm\u00f6glichten.<\/p>\n\n\n\n<p>Im Zusammenhang mit dem Aufkeimen des Internets, der Plattformen und der gro\u00dfen Player darin, kamen folgende Aspekte hinzu, die erhebliche Auswirkungen auf den analogen Medienmarkt nach sich zogen.<\/p>\n<\/div>\n\n\n\n<div class=\"wp-block-column is-layout-flow wp-block-column-is-layout-flow\">\n<ul class=\"wp-block-list\">\n<li>Zeitungen, Radios und TV speisen sich haupts\u00e4chlich aus Abonnent*innen, Werbeschaltungen und diverse \u00f6ffentliche F\u00f6rderungen (Publizistikf\u00f6rderung etwa). Alle dieser Aspekte erhielten digital massive Konkurrenz.<\/li>\n\n\n\n<li>Die Zahlen der Abonnent*innen gingen in den letzten Jahrzehnten dramatisch zur\u00fcck. Mitunter deswegen, weil die Informationen auch online verf\u00fcgbar sind und \u00fcber digitale Plattformen sich viel schneller verbreiten, als in den klassischen Medien. Die unterschiedlichen (Gegen-)Reaktionen der Medien darauf, f\u00fchrten nicht zum gew\u00fcnschten Effekt. Die Tageszeitung \u201eDer Standard\u201c etwa bietet seine Berichterstattung kostenfrei online an, hat daher eine gro\u00dfe Leser*innenschaft im Netz, die aber kaum Ertr\u00e4ge einbringt. Andere Zeitungen arbeiten mit Online Abos, die meisten Artikel sind daher nicht ohne Abo online verf\u00fcgbar . Manche bieten einzelne wichtige Artikel im Netz als \u201eZuckerl\u201c an.&nbsp;<\/li>\n\n\n\n<li>Der Inseratenmarkt, ein wichtiges Element f\u00fcr Medienerzeugnisse, steht erheblich unter Druck, weil die online Werbung immer pr\u00e4senter wird und daher viele Geldmittel zu multinationalen Konzerne abflie\u00dfen (Google, YouTube, Apple, Microsoft, Facebook, etc.). Die Konkurrenz wird dabei immer gr\u00f6\u00dfer.<\/li>\n\n\n\n<li>Die \u00f6ffentlichen Subventionsmittel wurden nicht in dem Ma\u00dfe gr\u00f6\u00dfer, wie das Minus sich bei den Verlagen und H\u00e4usern widerspiegelte. In den letzten Jahren wurden daher Formen der politischen Mittelvergabe an \u00f6ffentlichen Geldern immer st\u00e4rker. Die verschiedenen \u00f6ffentlichen Stellen und Ministerien inserierten in Zeitungen, schalteten \u00f6ffentlichen \u201eVerlautbarungen\u201c. Da die Regeln daf\u00fcr diffus sind, kamen gerade jene Gratiszeitungen und generell der Boulevard, mit minderer journalistischer Qualit\u00e4t in den vermehrten Genuss von \u00f6ffentlichen Inseraten.<\/li>\n<\/ul>\n\n\n\n<p>Dabei stellte sich heraus, dass es f\u00fcr die Zuwendungen auch Gegenleistungen gab, die zwar nicht offen kommuniziert wurden, jedoch im Zuge von Recherchen zu Tage traten. Diese Gegenleistungen waren wohlwollende Berichterstattung, \u00fcberm\u00e4\u00dfig viel Platz f\u00fcr Meldungen und die positive Pr\u00e4sentation von Politiker*innen, denen man den Geldsegen verdankte. Dieses enge Austausch- und Abh\u00e4ngigkeitsverh\u00e4ltnis trugen nicht zum Vertrauen in die analogen Medien bei und schadet auch den seri\u00f6sen Qualit\u00e4tsmedien. Dieser Prozess wird als Inseratenkorruption verhandelt und ist auch bei der Justiz anh\u00e4ngig.<\/p>\n<\/div>\n<\/div>\n\n\n<div class=\"wp-block-image\">\n<figure class=\"aligncenter size-full is-resized\"><img fetchpriority=\"high\" decoding=\"async\" width=\"932\" height=\"911\" src=\"https:\/\/gulis.at\/schreiben\/wp-content\/uploads\/2024\/11\/Inserate.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-2274\" style=\"width:400px;height:auto\" srcset=\"https:\/\/gulis.at\/schreiben\/wp-content\/uploads\/2024\/11\/Inserate.jpg 932w, https:\/\/gulis.at\/schreiben\/wp-content\/uploads\/2024\/11\/Inserate-300x293.jpg 300w, https:\/\/gulis.at\/schreiben\/wp-content\/uploads\/2024\/11\/Inserate-768x751.jpg 768w, https:\/\/gulis.at\/schreiben\/wp-content\/uploads\/2024\/11\/Inserate-750x733.jpg 750w\" sizes=\"(max-width: 932px) 100vw, 932px\" \/><\/figure>\n<\/div>\n\n\n<div class=\"wp-block-columns is-layout-flex wp-container-core-columns-is-layout-9d6595d7 wp-block-columns-is-layout-flex\">\n<div class=\"wp-block-column is-layout-flow wp-block-column-is-layout-flow\">\n<ul class=\"wp-block-list\">\n<li>Viele der Boulevardzeitungen w\u00fcrden l\u00e4ngst nicht mehr existieren, wenn sie nicht von m\u00e4chtigen Gruppen (mit eigenen Interessen) und von der Politik als angebliches &#8222;demokratischepolitische Notwendigkeit&#8220;, um die Meinungsvielfalt zu erhalten, gest\u00fctzt werden w\u00fcrden. <\/li>\n\n\n\n<li>Dies f\u00fchrt aber gleichzeitig auch zu weitreichenden M\u00f6glichkeiten der Beeinflussung von \u00f6ffentlicher Meinung. Die \u00f6ffentliche Hand hat die M\u00f6glichkeit durch Presse-, Publizistikf\u00f6rderung zu unterst\u00fctzen, durch Druckostenbeitr\u00e4ge, Medienpartnerschaften (etwa bei diversen Sportevents) und durch Inserate. Das Inseratenaufkommen ist in den letzten Jahren erheblich gestiegen.<\/li>\n<\/ul>\n\n\n\n<p>Nicht nur, dass einzelne Interessensgruppen und Parteien in Zeitungen inserieren, auch die einzelnen Ministerien k\u00f6nnen Inserate schalten, im Dienste des \u00f6ffentlichen Interesses. Was \u201eim Dienste des \u00f6ffentlichen Interesses\u201c jedoch ist, das wurde elastisch ausgelegt; und so war zwischen Parteiwerbung, Wahlwerbung und Personenwerbung oft nicht mehr zu unterscheiden. Mit diesen Inseraten von offizieller Seite wurden oft auch Deals abgewickelt, die eine wohlwollende Berichterstattung zum Ziel hatte. Bekannt wurde dabei das sogenannte \u201eBeinschab Tool\u201c; eine Dreiecksbeziehung zwischen Wissenschaft (Umfragenmanipulation), Politik (Wahlkampf f\u00fcr Kurz-\u00d6VP) und Medien (Fellner Gruppe\/Oe24), das noch dazu mit Steuergeldern finanziert wurde<a href=\"#_ftn1\" id=\"_ftnref1\">[1]<\/a>.&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<ul class=\"wp-block-list\">\n<li>Der Druck auf den analogen Markt f\u00fchrte auch dazu, dass die Qualit\u00e4t sank. Aufgrund der \u00f6konomischen Rahmenbedingungen reagierten viele Redaktionen mit dem Abbau von Mitarbeiter*innen. Die fr\u00fcher verschieden gef\u00fchrten Redaktionen von Print und Online wurden zusammengef\u00fchrt, mit weitaus weniger Personal.&nbsp; Viele Journalist*innen berichten, dass durch den Abbau von Personal kaum mehr Zeit f\u00fcr Recherchen, geschweige denn Einarbeiten in ein Thema, m\u00f6glich ist.<\/li>\n<\/ul>\n\n\n\n<p>Vorgefertigt Pressetexte von Interessengruppen, Parteien oder PR-Agenturen sind daher oft die einzige Chance, die Arbeit leisten zu k\u00f6nnen. Auf der anderen Seite stehen oft ganze Heerscharen von Presseleuten zur Verf\u00fcgung, die ihre Nachrichten, nach ihrem Gutd\u00fcnken den Zeitungsredakteur*innen zu schicken, sie anrufen und briefen.<\/p>\n\n\n\n<ul class=\"wp-block-list\">\n<li>Die klassischen Meldungen \u00fcber Aktuelles werden in der Regel \u00fcber Netzwerke und Plattformen viel schneller verbreitet, als dies die online Zeitungsredaktionen machen k\u00f6nnten, wenn sie ihren journalistischen Standards entsprechen wollten. Daher ist das Netz bei Gro\u00dfereignissen, wie etwa Unf\u00e4llen, Terroranschl\u00e4gen, Katastrophen bereits \u00fcbervoll mit Fotos, Videos und \u201eBehauptungen\u201c, die sich im Nachhinein oft als Falschmeldung erwiesen, bevor noch eine offizielle Nachrichtenredaktion \u201eBreaking News\u201c bekannt geben konnte. Besonders krass war dies im Falle des Amoklaufes in M\u00fcnchen 2016. Wilde Ger\u00fcchte setzten die ganze Stadt in Aufruhr und Panik und f\u00fchrte zu 32 Verletzten<a href=\"#_ftn2\" id=\"_ftnref2\">[2]<\/a>.<\/li>\n\n\n\n<li>Es steht zu bef\u00fcrchten, dass in den n\u00e4chsten Jahren weitere Medienprodukte entweder eingestellt werden, oder weiter an Qualit\u00e4t verlieren.<\/li>\n\n\n\n<li>Manche Zeitungen steuerten diesem Trend entgegen, in dem sie verst\u00e4rkt auf Qualit\u00e4t setzten und ihren Schwerpunkt auf Hintergrund, Recherchen und Investigativjournalismus legten, was ja nicht weniger Personal, sondern mehr erforderte. Das wurde vom Publikum durchaus honoriert. Die wirtschaftliche Situation jener Medien, die diesen Weg gingen, stabilisierte sich damit. Ob dies aber l\u00e4ngerfristig zu einem Erfolgsrezept f\u00fchrt, muss abgewartet werden und ist sicherlich nur f\u00fcr einen bestimmten Anteil von Medienprodukten im Mediensektor relevant. Der \u201eSpagat\u201c als Tageszeitung, einerseits t\u00e4glich zu liefern, andererseits auf umfangreiche Recherche und Hintergrund zu setzen, ist kostenintensiv.<\/li>\n\n\n\n<li>Aus dieser Situation heraus entstanden auch vermehrt Kooperationen zwischen Verlagen und Sendestationen, insbesondere wenn es sich transnationale Recherchen handelte, wie etwa beim Ibiza Skandal<a href=\"#_ftn3\" id=\"_ftnref3\">[3]<\/a> \u2013 in der S\u00fcddeutsche Zeitung mit dem Spiegel und dem Falter zusammenarbeitete \u2013 oder den Panama Papers<a href=\"#_ftn4\" id=\"_ftnref4\">[4]<\/a>.<\/li>\n\n\n\n<li>Die in der Demokratie so wichtige Funktion der Medien wurde auch durch eigene systemimmanente Entwicklungen sukzessive angegriffen und ausgeh\u00f6hlt. Einerseits durch tats\u00e4chliche problematische Verstrickungen und unsaubere Arbeiten von Medienprodukten, andererseits durch gezielte Desinformationen und Verleumdung, die den Medien und vor allem auch dem ORF und anderen \u00f6ffentlichen Fernsehanstalten in Europa, unterstellten, dass sie entweder unter jeweiligem Regierungskuratel stehen w\u00fcrden, bzw. durch Lobbys beeinflusst w\u00e4ren und daher wichtige Nachrichten unterdr\u00fccken w\u00fcrden<a href=\"#_ftn5\" id=\"_ftnref5\">[5]<\/a>.<\/li>\n<\/ul>\n\n\n\n<hr class=\"wp-block-separator has-alpha-channel-opacity\"\/>\n\n\n\n<p><a href=\"#_ftnref1\" id=\"_ftn1\">[1]<\/a> Eine ausf\u00fchrliche Beschreibung der Vorg\u00e4nge finden Sie unter: https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Sabine_Beinschab<\/p>\n\n\n\n<p><a href=\"#_ftnref2\" id=\"_ftn2\">[2]<\/a> N\u00e4here Beschreibung unter: https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Anschlag_in_M%C3%BCnchen_2016<\/p>\n\n\n\n<p><a href=\"#_ftnref3\" id=\"_ftn3\">[3]<\/a> https:\/\/hdgoe.at\/ibiza_affaere<\/p>\n\n\n\n<p><a href=\"#_ftnref4\" id=\"_ftn4\">[4]<\/a> https:\/\/www.icij.org\/investigations\/panama-papers\/<\/p>\n\n\n\n<p><a href=\"#_ftnref5\" id=\"_ftn5\">[5]<\/a> https:\/\/oe1.orf.at\/artikel\/700708\/Schwarzes-Ende-einer-ORF-Karriere<\/p>\n<\/div>\n\n\n\n<div class=\"wp-block-column is-layout-flow wp-block-column-is-layout-flow\">\n<h4 class=\"wp-block-heading\">1.5. <strong>Alte Ordnungen wirkten lange nach<\/strong><\/h4>\n\n\n\n<p>Der \u00f6sterreichische Medienmarkt weist mehrere Besonderheiten auf. Zum einen ist er generell klein, aufgrund der Gr\u00f6\u00dfe des Landes. Daher ist auch die Medienbranche relativ \u00fcbersichtlich, was dazu f\u00fchrt, dass jede jeden kennt. Wien hat als Gro\u00dfstadt eine herausragende Position. Die mediale Konzentration ist auf das Geschehen in Wien gerichtet.<\/p>\n\n\n\n<p>Der Markt war durch die Besatzungszeit (1945-1955) besonders geregelt. Im Osten, der damaligen Sowjetzone gab es Parteizeitungen (Tagespost, Neue Zeit\/Arbeiterzeitung, Volksstimme\/Wahrheit). In den Alliierten Zonen (Frankreich, GB, USA) wurde jeweils ein zentrales Medium errichtet (Salzburger, Ober\u00f6sterreichische, Vorarlberger Nachrichten und Tiroler Tageszeitung). Diese Teilung und Ordnung wirkte lange nach, bis in die 1990er Jahre.<\/p>\n\n\n\n<p>Der Kurier wurde von der US-Verwaltung in Wien gegr\u00fcndet und diente der Verbreitung der US-Nachrichten bzw. Propaganda. Am Ende der US-Besatzungszeit wollten die Amerikaner den \u201eWiener Kurier\u201c einstellen, das wurde jedoch durch \u00f6sterreichische Interessenten im Dunstkreis des konservativen \u00d6AAB \u2013 \u00d6sterreichischer Arbeiter und Angestellten Bund verhindert<a href=\"#_ftn1\" id=\"_ftnref1\">[6]<\/a>.<\/p>\n\n\n\n<p>Die Presse, bereits 1848 gegr\u00fcndet, jedoch 1896 eingestellt, da ein Konkurrenzblatt \u2013 die Neue Freie Presse \u2013 aus der Taufe geholt worden war, erschien 1946 wieder, als Wochenzeitung und 1948 als Tageszeitung. Urspr\u00fcnglich als liberale Qualit\u00e4tszeitung etabliert, positionierte sie sich als katholisch orientierte, b\u00fcrgerlich-konservative Zeitung, die eng mit Fritz Molden in Verbindung stand<a href=\"#_ftn2\" id=\"_ftnref2\">[7]<\/a>. 1965 erwarb die Bundeswirtschaftskammer einen Gro\u00dfteil der Zeitung. 1991 \u00fcbernahm der steirisch-katholische Styria-Verlag Mehrheitsanteile.<\/p>\n\n\n\n<p>Die Kleine Zeitung, die im Jahre 1904 erstmals erschien, ist eine dezidiert regional verankerte Tageszeitung, die ihr Kerngebiet im S\u00fcden \u00d6sterreichs (Steiermark und K\u00e4rnten) sah und sieht. Ihre Ausrichtung war auch auf regionale Aspekte ausgerichtet, ihre Ausgaben beinhalteten immer auch Bezirksnachrichten. Dies dr\u00fcckt sich auch darin aus, dass die Kleine Zeitung Redaktionen in Bezirksst\u00e4dten unterhielt. Heutzutage ein absolutes Novum und etwas aus der Zeit gefallen. Auch sie steht dem konservativ-katholischen Lager nahe bzw. ist im Besitz der katholischen Kirche<a href=\"#_ftn3\" id=\"_ftnref3\">[8]<\/a>. 1938 wurde die Kleine Zeitung von SA Sturmtruppen besetzt, \u00fcbernommen und in die NS Propagandamaschine eingegliedert.<\/p>\n\n\n\n<p>Auch die \u201eKronen Zeitung\u201c besitzt Wurzeln zur\u00fcck ins Jahr 1900, erschien mit m\u00e4\u00dfigem Erfolg bis 1944 und wurde 1959 erneut aus der Taufe geholt. Hans Dichand, der beim Kurier Chefredakteur war, kaufte die Anteile unter nicht ganz gekl\u00e4rten Umst\u00e4nden, woher das Geld kam<a href=\"#_ftn4\" id=\"_ftnref4\">[9]<\/a>. Zumindest ist gesichert, dass die Anf\u00e4nge mit dem \u00d6GB zu tun hatten. Franz Olah, hoher Gewerkschaftsfunktion\u00e4r habe B\u00fcrgschaften mithilfe Gewerkschaftsgelder bereitgestellt. Dies kam im Zuge eines Rechtsstreites und der Verurteilung Olahs zu Tage.<\/p>\n\n\n\n<p>Schlie\u00dflich muss noch die Wiener Zeitung erw\u00e4hnt werden, die \u00fcberhaupt die \u00e4lteste Zeitung in \u00d6sterreich war. 1703 als \u201eWienerisches Diarium\u201c erstmals erschienen, wurde sie ab dem Jahre 1852 von Staat herausgegeben und diente als Verlautbarungs- und Amtsblatt, entwickelte jedoch eine bemerkenswerte Kultur- und Wissenschaftsberichterstattung. <\/p>\n\n\n\n<p>\u201eUnter dem Nationalsozialismus (bis zur Einstellung am 29. Februar 1940) blieb der &#8222;Wiener Zeitung&#8220; nur der Charakter eines Amtsblatts erhalten<a href=\"#_ftn5\" id=\"_ftnref5\">[10]<\/a>. Nach dem 2. WK erschien die Wiener Zeitung wieder als Tageszeitung, behielt ihren Amtsblattteil. Mit der Aufhebung der Ver\u00f6ffentlichungspflicht von Unternehmen im Amtsblatt der &#8222;Wiener Zeitung&#8220; verlor das Blatt eine wesentliche Einnahmequelle. Trotz zahlreicher Proteste beschloss die Regierungsmehrheit aus \u00d6VP und Gr\u00fcne im Nationalrat das Erscheinen der Printausgabe mit 30. Juni 2023 einzustellen. Die Marke &#8222;Wiener Zeitung&#8220; bleibt derzeit noch als Online-Medium erhalten<a href=\"#_ftn6\" id=\"_ftnref6\">[11]<\/a>.<\/p>\n\n\n\n<hr class=\"wp-block-separator has-alpha-channel-opacity\"\/>\n\n\n\n<p><a href=\"#_ftnref1\" id=\"_ftn1\">[6]<\/a> https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Kurier_(Tageszeitung)<\/p>\n\n\n\n<p><a href=\"#_ftnref2\" id=\"_ftn2\">[7]<\/a> https:\/\/www.geschichtewiki.wien.gv.at\/Die_Presse<\/p>\n\n\n\n<p><a href=\"#_ftnref3\" id=\"_ftn3\">[8]<\/a> https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Kleine_Zeitung<\/p>\n\n\n\n<p><a href=\"#_ftnref4\" id=\"_ftn4\">[9]<\/a> https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Kronen_Zeitung<\/p>\n\n\n\n<p><a href=\"#_ftnref5\" id=\"_ftn5\">[10]<\/a> https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Wiener_Zeitung<\/p>\n\n\n\n<p><a href=\"#_ftnref6\" id=\"_ftn6\">[11<\/a><a href=\"#_ftnref4\" id=\"_ftn4\">]<\/a> https:\/\/www.geschichtewiki.wien.gv.at\/Wiener_Zeitung<\/p>\n<\/div>\n<\/div>\n\n\n<div class=\"wp-block-image\">\n<figure class=\"aligncenter size-large is-resized\"><img decoding=\"async\" width=\"1024\" height=\"650\" src=\"https:\/\/gulis.at\/schreiben\/wp-content\/uploads\/2024\/11\/loecher-1024x650.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-2277\" style=\"width:350px;height:auto\" srcset=\"https:\/\/gulis.at\/schreiben\/wp-content\/uploads\/2024\/11\/loecher-1024x650.jpg 1024w, https:\/\/gulis.at\/schreiben\/wp-content\/uploads\/2024\/11\/loecher-300x190.jpg 300w, https:\/\/gulis.at\/schreiben\/wp-content\/uploads\/2024\/11\/loecher-768x487.jpg 768w, https:\/\/gulis.at\/schreiben\/wp-content\/uploads\/2024\/11\/loecher-1536x975.jpg 1536w, https:\/\/gulis.at\/schreiben\/wp-content\/uploads\/2024\/11\/loecher-2048x1299.jpg 2048w, https:\/\/gulis.at\/schreiben\/wp-content\/uploads\/2024\/11\/loecher-750x476.jpg 750w\" sizes=\"(max-width: 1024px) 100vw, 1024px\" \/><\/figure>\n<\/div>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Die Vierte Gewalt, die keine mehr ist? Im zweiten Teil der Serie ging es um die digitale Revolution, die erhebliche Auswirkungen auf die \u00f6ffentlich-politische Kommunikation hatte und den \u00f6ffentlichen Meinungsbildungsprozess massiv beeinflusste und extremistische Tendenzen in der Gesellschaft erheblich f\u00f6rderte. Im folgenden dritten Teil werfen wir aber auch einen Blick auf die Medienlandschaft, die allgemein &hellip; <\/p>\n<p><a class=\"more-link btn\" href=\"https:\/\/gulis.at\/schreiben\/thema-extremismus-iii\/\">Weiterlesen<\/a><\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[368,471],"tags":[479],"class_list":["post-2273","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-serien","category-thema-extremismus-die-kunst-die-demokratie-zu-verteidigen","tag-vierte-gewalt-medien-oeffentlicher-diskurs-inserate-werbung-besitzverhaeltnisse-machtungleichgewicht","item-wrap"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/gulis.at\/schreiben\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/2273","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/gulis.at\/schreiben\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/gulis.at\/schreiben\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/gulis.at\/schreiben\/wp-json\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/gulis.at\/schreiben\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=2273"}],"version-history":[{"count":4,"href":"https:\/\/gulis.at\/schreiben\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/2273\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":2281,"href":"https:\/\/gulis.at\/schreiben\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/2273\/revisions\/2281"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/gulis.at\/schreiben\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=2273"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/gulis.at\/schreiben\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=2273"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/gulis.at\/schreiben\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=2273"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}