{"id":1994,"date":"2024-06-24T08:59:04","date_gmt":"2024-06-24T08:59:04","guid":{"rendered":"https:\/\/gulis.at\/schreiben\/?p=1994"},"modified":"2024-10-10T12:18:36","modified_gmt":"2024-10-10T12:18:36","slug":"serie-rassismus-iv","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/gulis.at\/schreiben\/serie-rassismus-iv\/","title":{"rendered":"Serie Rassismus IV:"},"content":{"rendered":"\n<h4 class=\"wp-block-heading\">The never ending story<\/h4>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Individuelle Antworten auf &#8230;<\/h2>\n\n\n\n<div class=\"wp-block-columns is-layout-flex wp-container-core-columns-is-layout-8f761849 wp-block-columns-is-layout-flex\">\n<div class=\"wp-block-column is-layout-flow wp-block-column-is-layout-flow\">\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>Trotz einer beeindruckenden F\u00fclle an \u201eantirassistischen Ma\u00dfnahmen\u201c (siehe Teil III der Serie) auf unterschiedlichen Ebenen, sollte der Blick auch darauf gerichtet werden, was alles an weiteren Gegenma\u00dfnahmen fehlt. <\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Es gibt einen reichen Fundus an theoretisch-inhaltlichen Analysen von und zu Rassismus. Diese sind aber auf bestimmte wissenschaftliche Gebiete beschr\u00e4nkt; diese sind insbesondere Soziologie, Kulturanthropologie, (Sozial-)Psychologie und Migrationsforschung konzentriert, in anderen Feldern kommen Forschungsarbeiten jedoch nur vereinzelt vor. <\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Anwendungsorientierte begleitende Forschung ist vorhanden, jedoch quantitativ \u00fcberschaubar und vorwiegend auf die Bildungspraxis bezogen. Die Empfehlungen und Handlungsanleitungen bleiben oft im Allgemeinen stecken und wiederholen moralisch, ethische und politische Positionen, gehen jedoch selten auf konkrete Verhaltens\u00e4nderungen, politische Strategien oder Bildungsaktivit\u00e4ten ein, die Rassismus \u2013 insbesondere strukturellen \u2013 einzud\u00e4mmen verm\u00f6gen.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Die Evidenz und die Datenlage sind also nicht so stark ausgepr\u00e4gt, wie man meinen m\u00f6chte. Insbesondere in der Sozial-, Beratungs- und Erwachsenenarbeit gibt es wenig verl\u00e4ssliche Daten, die eine Aussage dar\u00fcber erlauben, welche Ma\u00dfnahmen und Interventionen tats\u00e4chlich erfolgreich waren und sind.<\/p>\n\n\n\n<h4 class=\"wp-block-heading\">&#8230; strukturelle Entwicklungen<\/h4>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Eines ist jedoch bei Durchsicht der unterschiedlichen antirassistischen Strategien und Angebote offensichtlich. Die unter Punkt 3 (siehe Teil III) aufgef\u00fchrten Bildungsaktivit\u00e4ten zielen \u00fcberwiegend auf das Individuum ab. Die Kernbotschaft lautet bei vielen Projekten: \u201eIhr m\u00fcsst entsprechend aufgekl\u00e4rt, sensibilisiert werden, um weniger rassistisch zu sein.\u201c<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Der Ansatz ist zwar gutgemeint und in der Bildungspraxis h\u00e4ufig zu finden, besitzt aber nur wenig empirischen R\u00fcckhalt. Salopp gesagt,  er funktioniert selten. Insbesondere dann, wenn Einstellungs\u00e4nderung das Hauptziel der Aktivit\u00e4t ist und nicht auf das Verhalten abgezielt wird.<a href=\"#_ftn1\" id=\"_ftnref1\">[1]<\/a><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Eine frontal oder \u201evon oben herab\u201c gef\u00fchrte \u2013 aufkl\u00e4rerisch motivierte, auf ein \u201eneues Bewusstsein\u201c, ja sogar auf einen \u201eneuen Menschen\u201c abzielende \u2013 P\u00e4dagogik ist generell schon kritisch zu hinterfragen, ist aber umso mehr zum Scheitern verurteilt, wenn nicht eine Reihe von Variablen<a href=\"#_ftn1\" id=\"_ftnref1\">[2]<\/a> in die Planung mit einbezogen worden ist. Ebenso sind Selfempowerment-Strategien ein erster wichtiger Schritt f\u00fcr bestimmte minorisierte Gruppen, sollten aber nicht dar\u00fcber hinwegt\u00e4uschen, dass weitere qualitativ auf andere Aspekte abzielende Aktivierungsschritte und Bildungsangebote notwendig sind.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Ebenso wenig erfolgreich hat sich erweisen, den Teilnehmer*innen von solchen Bildungsprojekten den Spiegel vorzuhalten und sie \u2013 durchaus gutmeinend \u2013 aber sie mehr oder weniger offen als unwissende, -bewusste \u201eRassist*innen\u201c zu entlarven und damit zu erhoffen, dass \u201esie sich mit entsprechender Aufkl\u00e4rung\u201c \u00e4ndern w\u00fcrden. Die Daten zeigen, dass dies vielmehr Widerst\u00e4nde entstehen l\u00e4sst, denn eine ernsthafte, selbstreflexive und inhaltliche Auseinandersetzung nach sich zieht. <\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Unterst\u00fctzt durch frontal \u2013 machtasymmetrische \u2013 Formate gehen derartige Aktivit\u00e4ten eher \u201ein die Hose\u201c. Es entsteht Widerstand, Bildungsverweigerung oder innere Emigration, wenn etwa Mitarbeiter*innen an antirassistischen Seminaren verpflichtend teilnehmen m\u00fcssen.<a href=\"#_ftn1\" id=\"_ftnref1\">[3]<\/a><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Umso mehr auch,wenn in Seminaren \u201epolitical correctness\u201c<a href=\"#_ftn1\" id=\"_ftnref1\">[4]<\/a> \u2013 als zwar wichtiges Element einer diskriminierungsarmen Gesellschaft \u2013 &#8222;gepredigt&#8220; wird. Diese jedoch apodiktisch auch f\u00fcr den eigenen Bildungsraum \u2013 sprich Workshop \u2013 vorgeschrieben wird. Dies f\u00fchrt dazu, dass nicht nur Sprachmuster eingeschr\u00e4nkt werden, sondern auch inhaltliche und emotionale Selbstzensur entsteht und nicht mehr \u00fcber das gesprochen wird, was den Teilnehmer*innen wichtig ist, weil Angst vor Besch\u00e4mung und Blo\u00dfstellung entsteht, sondern \u00fcber das gesprochen wird, was erlaubt ist und sozial akzeptabel erscheint.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Ein freies und ungezwungenes, wertsch\u00e4tzendes aber offenes Arbeitsfeld f\u00fcr antirassistische Bildungsarbeit ist unerl\u00e4sslich und das bedeutet eben auch &#8222;unkorrekte, rassistische, diskriminierendes besprechen zu d\u00fcrfen. Gerade die Analyse mit dem speziellen Blick durch die \u201e<em>rebellierenden Selbstunterwerfungsbrille<\/em>\u201c zeigt, dass rassistische Denkmuster mit Denkverboten und offensichtlichen Umdeutungen im Sprachgebrauch einerseits wenig Wirkung zeigen und andererseits den tats\u00e4chlichen Kern der Ursachen f\u00fcr rassistisches Denken und diskriminierendes Handeln nicht erkennt. So konzipierte Bildungsaktivit\u00e4ten bleiben denn oft auf der appellativen, symbolischen Ebene stecken und gehen an den &#8222;eingemachten Themen&#8220; vorbei.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Es bedarf auch eines speziellen Blickes auf die Gruppe der Migrant*innen<a href=\"#_ftn1\" id=\"_ftnref1\">[5]<\/a>. In den verschiedenen Bildungsprogrammen sind sie entweder Ziel von Bildungsma\u00dfnahmen, zumeist um sie im Sinne einer \u201eLeitkulturumerziehung\u201c zu lenken und ihnen \u201eIntegration<a href=\"#_ftn2\" id=\"_ftnref2\">[6]<\/a> angedeihen zu lassen\u201c. Oder sie erhalten Bildungsma\u00dfnahmen, um sie rasch f\u00fcr den Arbeitsmarkt zu bef\u00e4higen; oft um beides zu erzielen. Als selbst\u00e4ndige Subjekte werden sie nicht wahrgenommen, die potentiell auch Opfer von Diskriminierungen am Arbeits-, am Wohnungsmarkt etc. sind.<\/p>\n\n\n\n<hr class=\"wp-block-separator has-alpha-channel-opacity\"\/>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><a href=\"#_ftnref1\" id=\"_ftn1\">[1]<\/a> Siehe auch Georg, Kr\u00e4mer: Von antirassistischen Denkverboten. Anmerkungen zur Rassismus Debatte in der entwicklungspolitischen Bildung. In: ZEP \u2013 Zeitschrift f\u00fcr internationale Bildungsforschung und Entwicklungsp\u00e4dagogik 36, S. 32-34, 2013.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><a href=\"#_ftnref1\" id=\"_ftn1\">[2]<\/a> Gruppengr\u00f6\u00dfe, sozio\u00f6konomische Zusammensetzung, Dauer der Intervention, Gruppendynamik, externe Faktoren, Freiwilligkeit u.v.m.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><a href=\"#_ftnref1\" id=\"_ftn1\">[3]<\/a> Ausf\u00fchrlich mit dem Ph\u00e4nomen der Bildungsverweigerung besch\u00e4ftigt hat sich: Holzer, Daniela: Weiterbildungswiderstand. Eine kritische Theorie der Verweigerung. Transcript Verlag. Wien 2017.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><a href=\"#_ftnref1\" id=\"_ftn1\">[4]<\/a> Siehe auch den hervorragenden Beitrag von Iris Forster: https:\/\/www.bpb.de\/themen\/parteien\/sprache-und-politik\/42730\/political-correctness-politische-korrektheit\/<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><a href=\"#_ftnref1\" id=\"_ftn1\">[5]<\/a> Siehe dazu die Definition der Statistik Austria: https:\/\/www.statistik.at\/statistiken\/bevoelkerung-und-soziales\/bevoelkerung\/migration-und-einbuergerung\/migrationshintergrund<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><a href=\"#_ftnref2\" id=\"_ftn2\">[6]<\/a> Etwa im Rahmen von Deutsch und Integrationskursen; https:\/\/www.statistik.at\/statistiken\/bevoelkerung-und-soziales\/bevoelkerung\/migration-und-einbuergerung\/migrationshintergrund<\/p>\n<\/div>\n\n\n\n<div class=\"wp-block-column is-layout-flow wp-block-column-is-layout-flow\">\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Gleicherma\u00dfen jedoch auch T\u00e4ter*innen sein und werden k\u00f6nnen. Denn das Label \u201eMigrant*in\u201c bef\u00e4higt ebenso wenig zu einem moralisch, einwandfreien, besseren Menschen\u201c, wie es gerne stereotyp in vereinfachten \u201eMulti-Kultiphantasmen\u201c aufkeimt, wie das sie das an sich \u201eSchlechte\/B\u00f6se\u201c sind, wie es rechtsextreme \u201e\u00dcberflutungsphantast*innen\u201c gerne propagieren. Angebote der Reflexion und Auseinandersetzung \u00fcber Identit\u00e4t, Rassismus, Stereotypen und Vorurteile k\u00f6nnten lohnenswerte und differenzierte Ergebnisse einbringen.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Dazu geh\u00f6rt auch Migrant*innen als selbst\u00e4ndige politische und gesellschaftliche Subjekte wahrzunehmen und ihnen entsprechende repr\u00e4sentative quantitative und qualitative Vertretungsm\u00f6glichkeiten zuzuerkennen. Damit kann eine Differenzierung gelingen, abseits der bipolaren Vorstellungen \u201ef\u00fcr oder gegen\u201c, \u201eGut oder B\u00f6se\u201c oder \u201eflei\u00dfig oder faul\u201c.  So gelingt ein differenzierterer, vielf\u00e4ltigerer und der Komplexit\u00e4t der Realit\u00e4t angepassterer Diskurs.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Dies w\u00e4re eine (von vielen) M\u00f6glichkeiten, die Vorurteilsbildung in der Gesellschaft differenzierter zu gestalten, weil Migrant*innen selbst sich vertreten und wehren sollten und Teile einer inklusiven Bildungspolitik werden m\u00fcssten und ein Faktor der politischen Kr\u00e4fte werden. In diesem Zusammenhang muss wohl die Anmerkung folgen, dass selbst die Bezeichnung \u201eMigrant*in\u201c oder \u201eMenschen mit Migrationshintergrund\u201c der kritischen Betrachtung unterzogen werden muss und da sie immer auch als Grenzziehung zu den \u201eAnderen\u201c zu werten ist und daher den Ausschluss mit beg\u00fcnstigen kann.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Gleichzeitig jedoch das Dilemma offenbart, dass man die Problemstellung von Migration und Zuwanderung und die damit verbunden politischen Aufgaben irgendwie benennen sollte, ja muss. In dieses Dilemma der Bezeichnungspraxis (siehe auch Fu\u00dfnote 3 im Teil III) Menschen mit Migrationshintergrund st\u00e4rker mit einzubeziehen, w\u00e4re ein wichtiger Aspekt.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Ungeachtet dessen ist dies eine Frage der Machtverh\u00e4ltnisse und diese haben sich in den letzten Jahren stark nach rechts verschoben. Befeuert durch digitale Plattformen und Trash Massenboulevardprodukten, die von Skandalisierung, Emotionalisierung, Trivialisierung und Stereotypenbildungen leben. Das ist ihr Gesch\u00e4ftsmodell, neben dem Absaugen von Steuergeldern durch staatliche F\u00f6rderungen, Inserate und \u201eMedienpartnerschaften\u201c<a href=\"#_ftn1\" id=\"_ftnref1\">[7]<\/a>.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">\u00c4hnliche Anwandlungen, wie zuvor in der Ausrichtung von Bildungsangeboten beschrieben, haben immer wieder auch Politiker*innen, wenn sie etwa Extremismus oder Antisemitismus \u201ebek\u00e4mpfen\u201c wollten und daher auf die Idee kommen, Seminare, Begegnungen mit \u201eanderen Kulturen\u201c oder Besuche von Orten des Holocausts verpflichtend einzufordern <a href=\"#_ftn1\" id=\"_ftnref1\">[8]<\/a>.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Nicht, dass das nicht durchaus helfen, Betroffenheit ausl\u00f6sen, Kontakt\u00e4ngste abbaut und Denkprozesse ansto\u00dfen k\u00f6nnte. Wenn jedoch nach dem durchlaufenen Bildungsprogramm auf dem Arbeitsplatz etwa alles beim Alten bleibt und man am n\u00e4chsten Tag in dieselben Strukturen wieder zur\u00fcckkehrt, verpuffen die guten Vors\u00e4tze und Ideen rasch und es kehrt der \u00fcbliche Trott \u2013   auch bei den Vorurteilen und Stereotypen \u2013  zur\u00fcck.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Wenn sich das mehrmals wiederholt und trotz der Anregungen zur Ver\u00e4nderungen der Strukturen und des politischen Konsenses nichts \u00e4ndert, dann f\u00fchrt das oft zu Resignation und Frustration und zum gegenteiligen Effekt.<\/p>\n\n\n\n<h4 class=\"wp-block-heading\"><strong>Elitendenken vorherrschend<\/strong><\/h4>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Was ebenso auff\u00e4llt, Programme und Angebote f\u00fcr \u201eF\u00fchrungskr\u00e4fte\u201c und Leitungsfunktionen sind sp\u00e4rlich ges\u00e4t, ja in allgemeinen Bildungsprogrammen von gro\u00dfen Bildungsanbietern fehlen diese oft g\u00e4nzlich. Mitglieder der Leitungsebenen sind offensichtlich keine priorit\u00e4re Zielgruppe in Bildungssettings der antirassistischen Arbeit. Woran das liegt, dar\u00fcber kann man nur spekulieren.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Vielleicht h\u00e4ngt es damit zusammen, dass jene, die die Geschicke der jeweiligen Organisation in H\u00e4nden halten und Bildungsprogramme einfordern, nicht an sich selbst dabei denken und dass sie ein wichtiger Teil von Ver\u00e4nderungen und der Probleml\u00f6sung sein k\u00f6nnten. &#8222;Rassisten sind immer die Anderen&#8220;. M\u00f6glicherweise spielt auch eine Rolle, dass diejenigen, die Bildungsprogramme entwickeln und umsetzen, davon ausgehen, dass besser Gebildete, die eine F\u00fchrungsfunktion innehaben, weniger rassistisch sind bzw. mit Rassismus besser umzugehen wissen, weil sie das \u201egelernt\u201c haben. <\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Vielfach offenbart sich dahinter ein \u201eElitendenken\u201c \u2013 eine Art von Bildungsrassismus<a href=\"#_ftn1\" id=\"_ftnref1\">[9]<\/a>. Dieser geht \u2013 simpel ausgedr\u00fcckt \u2013 davon aus, das h\u00f6her Gebildete, Mitglieder einer h\u00f6heren Klasse (Kassier*in vs. \u00c4rzt*in<a href=\"#_ftn2\" id=\"_ftnref2\">[10]<\/a>) auch moralisch und ethisch h\u00f6her stehen w\u00fcrden, sie daher gar nicht rassistisch sein k\u00f6nnten, da sie ja entweder aus \u201efeinerem Hause\u201c stammen und\/oder eine entsprechende Bildung, entsprechendes \u201eBenehmen und die dazu geh\u00f6rigen \u201eWerte\u201c genossen h\u00e4tten.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Fatale und durch die Praxis vielfach wiederlegte Annahmen. Rassismus ist ein System, das sich quer durch alle Schichten, Klassen, Ebenen der Gesellschaft zieht. In Ausbildungscurricula (etwa den Studien der Wirtschaftswissenshaften, der Medizin, im Jus Studium und vielen anderen) findet sich vergeblich eine tiefer gehende Auseinandersetzung mit Rassismus und Diskriminierung.<\/p>\n\n\n\n<hr class=\"wp-block-separator has-alpha-channel-opacity\"\/>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><a href=\"#_ftnref1\" id=\"_ftn1\">[7]<\/a> Siehe dazu: https:\/\/kobuk.at\/2024\/06\/so-viel-oeffentliches-geld-bekamen-medien-2023\/<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><a href=\"#_ftnref1\" id=\"_ftn1\">[8]<\/a> Wie unl\u00e4ngst die Landeshauptleutekonferenz am 02.04.2024, https:\/\/www.kleinezeitung.at\/service\/newsticker\/innenpolitik\/18330122\/lh-konferenz-mit-beschluessen-zu-wohnen-und-ehrenamt<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><a href=\"#_ftnref1\" id=\"_ftn1\">[9]<\/a> https:\/\/www.migazin.de\/2017\/05\/30\/bildungsrassismus-klassismus-und-sozial-protektionismus\/<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><a href=\"#_ftnref2\" id=\"_ftn2\">[10]<\/a> Dabei handelt es sich auch um einen interjektionellen Aspekt, der sei hervorgehoben.&nbsp;<\/p>\n<\/div>\n<\/div>\n\n\n\n<h4 class=\"wp-block-heading\">Fortsetzung nach dem Bild!<\/h4>\n\n\n<div class=\"wp-block-image\">\n<figure class=\"aligncenter size-large is-resized\"><img fetchpriority=\"high\" decoding=\"async\" width=\"1024\" height=\"1024\" src=\"https:\/\/gulis.at\/schreiben\/wp-content\/uploads\/2024\/06\/IMG_20220710_134833-1024x1024.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-1995\" style=\"width:457px;height:auto\" srcset=\"https:\/\/gulis.at\/schreiben\/wp-content\/uploads\/2024\/06\/IMG_20220710_134833-1024x1024.jpg 1024w, https:\/\/gulis.at\/schreiben\/wp-content\/uploads\/2024\/06\/IMG_20220710_134833-300x300.jpg 300w, https:\/\/gulis.at\/schreiben\/wp-content\/uploads\/2024\/06\/IMG_20220710_134833-150x150.jpg 150w, https:\/\/gulis.at\/schreiben\/wp-content\/uploads\/2024\/06\/IMG_20220710_134833-768x768.jpg 768w, https:\/\/gulis.at\/schreiben\/wp-content\/uploads\/2024\/06\/IMG_20220710_134833-1536x1536.jpg 1536w, https:\/\/gulis.at\/schreiben\/wp-content\/uploads\/2024\/06\/IMG_20220710_134833-2048x2048.jpg 2048w, https:\/\/gulis.at\/schreiben\/wp-content\/uploads\/2024\/06\/IMG_20220710_134833-750x750.jpg 750w\" sizes=\"(max-width: 1024px) 100vw, 1024px\" \/><\/figure>\n<\/div>\n\n\n<div class=\"wp-block-columns is-layout-flex wp-container-core-columns-is-layout-8f761849 wp-block-columns-is-layout-flex\">\n<div class=\"wp-block-column is-layout-flow wp-block-column-is-layout-flow\">\n<h4 class=\"wp-block-heading\">Mitarbeiterer*innenschulung verordnet<\/h4>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Vielfach in der Praxis zu beobachten, ist die Tatsache, dass bei auftauchenden Problemen<a href=\"#_ftn1\" id=\"_ftnref1\">[11]<\/a> schnell geschlossen wird und die L\u00f6sung rasch zur Hand ist: Die Mitarbeiter *innen seien schuld. Ihnen werden rassistische Einstellungen und fehlende Kompetenzen unterstellt. Unmittelbar auf diesen Trugschluss folgt dann auch die \u2013 sozusagen \u201eerstbeste Idee\u201c \u2013 die h\u00e4ufig umgesetzt wird. Es wird eine \u201eMitarbeiter*innenschulung verordnet\u201c, die \u201ederen Einstellung\u201c ver\u00e4ndern k\u00f6nne, \u201eKompetenzen st\u00e4rken\u201c, sie eben \u201esensibilisiert\u201c w\u00fcrden.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Dieses immer gleiche Prozedere, legt den Schluss nahe, dass auf der Programmentwicklungsebene der jeweils anbietenden Organisationen ebenso das Bild: &#8222;Rassismus sei eine moralische Verfehlung des Einzelnen&#8220; \u2013 der \u201eindividuellen Rassismen\u201c vorherrsche und nicht an einen institutionellen, strukturellen Rassismus gedacht wird. Es gibt wenig relevante Auswertungen, abseits der \u00fcblichen Evaluationsb\u00f6gen bei Bildungsveranstaltungen, die der Frage nachgehen w\u00fcrden, wie erfolgreich sind solchen Angebote tats\u00e4chlich!<\/p>\n\n\n\n<h4 class=\"wp-block-heading\">Schnelle L\u00f6sungen bei der Hand<\/h4>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Die Punkte 1 und 2 (siehe Teil III: Demonstrationen und Appellative Kampagnen) der Auflistung von antirassistischen Strategien und Bildungs-\/Aufkl\u00e4rungsma\u00dfnahmen sind, wie schon erw\u00e4hnt, wichtige \u201eAufmerksam Macher\u201c in einem \u00f6ffentlich-diskursiven Umfeld. Sie signalisieren so etwas wie Grenzen, Mauern und Eckpfeiler der Demokratie, wie die Demonstrationen f\u00fcr Demokratie und gegen Rechtsextremismus in Deutschland und \u00d6sterreich im ersten Viertel des Jahres 2024 verdeutlichten.<a href=\"#_ftn1\" id=\"_ftnref1\">[12]<\/a> <\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Sie verpuffen aber recht rasch. Dies h\u00e4ngt oft eng mit der nachlassenden \u00f6ffentlichen Aufmerksamkeit zusammen. Wenn die Neuigkeit, die Aufmerksamkeit und die Emotionalisierung weg ist. Dann wird auch nicht mehr oder weniger dar\u00fcber berichtet. Das Interesse l\u00e4sst damit automatisch nach.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">\u00c4hnliches Muster ist auch bei Bildungsma\u00dfnahmen zu verzeichnen, die in einem Rahmen stattfinden, der sich nicht ver\u00e4ndert. Um beim Beispiel (&#8222;Ein Beispiel aus der Praxis&#8220; im Teil II) zu bleiben, w\u00fcrden Seminare f\u00fcr die Mitarbeiter*innen wohl wenig n\u00fctzen, wenn sich an der Situation und den Vorgaben f\u00fcr ihre Arbeit nichts \u00e4ndert. Insoferne w\u00e4re es erforderlich, dass F\u00fchrungskr\u00e4ften in Verwaltung, Organisationen und Unternehmen auch die Perspektive er\u00f6ffnet wird, dass Seminare und Schulungen im Bereich der Antidiskriminierung und des Rassismus eine wichtige Zusatzqualifikation bedeuten, die f\u00fcr den Alltag bedeutsam sind. Denn sie sind es, die nachhaltige Strukturver\u00e4nderungen in Gang setzen k\u00f6nn(t)en. Das ist nicht nur f\u00fcr die Mitarbeiter*innen gedacht, sondern auch f\u00fcr sich selbst. <\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>Verhalten \u00e4ndern und nicht die Einstellung<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">In einer durch Politiker*innen und Parteien aufgeschaukelten \u00f6ffentlichen Stimmung konnte man in den letzten Jahren eine zunehmende Polarisierung im Denken ausmachen: Angriffe \u2013 Verteidigung, Gegenangriff \u2013 Verteidigung. Besch\u00e4mung der Person, pers\u00f6nliche Angriffe, Diskreditierung u.v.m. \u201eFreund \u2013 Feind\u201c. Diese \u201eSchwarz-Wei\u00df\u201c Dogmatik ist f\u00fcr den \u00f6ffentlichen Diskurs sch\u00e4dlich, f\u00fcr den privaten noch viel mehr. Wenn sich das Schema  auf alle Bereiche des Lebens \u00fcbertr\u00e4gt, dann gibt es nur mehr ein &#8222;Gewinnen oder Verlieren&#8220;. Letztlich verliert die Gesellschaft insgesamt damit. Wobei es Hinweise gibt, dass die Polarisierung nicht an sich st\u00e4rker wird, sondern vielmehr die medienkommunikativen Rahmenbedingungen dies suggerieren<a href=\"#_ftn1\" id=\"_ftnref1\">[13]<\/a>.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Gerade in der Bildungslandschaft, in wissenschaftlichen Feldern, aber auch und insbesondere in der Praxis der Arbeitswelt ist es doch immens wichtig, dass Differenzierung, Austausch und Reflexion gef\u00f6rdert wird, eine Kultur des kritischen Denkens und Zulassens von Widerspruch. Kritik sollte immer auch ein Anlass sein, sich \u00fcber das eigene Verhalten Gedanken zu machen, k\u00f6nnte die Gelegenheit bieten, \u00fcber Strukturen und Regeln nachzudenken, neuen Sichtweisen gewahr zu werden und in Folge auch Ver\u00e4nderungen in Gang zu setzen. Daf\u00fcr ist im \u00f6ffentlichen Diskurs immer seltener Platz. Genau diese Denkformation sollte in Bildungssettings nicht Platz greifen. Eine Fehlerkultur ist immens wichtig.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Ein differenziertes Nachdenken zuzulassen und Argumente der Gegenseite Raum zu bieten, ist oft nicht erw\u00fcnscht, f\u00fchrt dazu, dass man eigeteilt wird, zu einer\/einem Rassist*, Sexist*, \u00d6sterreichhasser*in, Wissenschaftler*in, Ausl\u00e4nderfreund*in etc. was folgt ist dazu noch digitaler \u201eShitstorm\u201c. Nicht selten \u00fcbertr\u00e4gt sich das auch auf andere (analoge) Sph\u00e4ren. Personen werden niedergeschrien, Diskussionen verunm\u00f6glicht.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Rassismus und diskriminierende Haltungen leben auch davon, dass Vorurteile zu Stereotypen werden, dass die eigene Gedankenwelt unbedingt richtig ist und wenn sie angegriffen wird, man zur\u00fcck zu schlagen habe. Damit h\u00e4lt ein Absolutheits- und Missionierungsdrang in der eigenen Welt Einzug. Schritt f\u00fcr Schritt vollzieht sich die Abgeschottetheit und schlie\u00dflich im Verlauf der Eskalation f\u00fchrt dieser Kreislauf auch direkt zu Gewalt.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><a href=\"#_ftnref1\" id=\"_ftn1\">[11]<\/a> Rassistische Beschimpfungen, diskriminierendes Verhalten zwischen Klient*\/Kund*innen oder unter Mitarbeiter*innen<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><a href=\"#_ftnref1\" id=\"_ftn1\">[12]<\/a> https:\/\/www.kleinezeitung.at\/steiermark\/graz\/18047226\/auch-in-graz-ruft-eine-breite-front-zur-demo-gegen-rechts-auf<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><a href=\"#_ftnref1\" id=\"_ftn1\">[13]<\/a> https:\/\/www.kleinezeitung.at\/oesterreich\/18179519\/wieso-die-polarisierung-zurueckgeht-gendern-und-klimakleber-aber<\/p>\n<\/div>\n\n\n\n<div class=\"wp-block-column is-layout-flow wp-block-column-is-layout-flow\">\n<h4 class=\"wp-block-heading\"><strong>Alles beim Alten<\/strong><\/h4>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Antirassistische Bildungssettings k\u00f6nnen und m\u00fcssen genau das Gegenteil bewirken, in Organisationen Austausch und Reflexionsr\u00e4ume bieten. Es sollte eine Feedback- und Fehlerkultur entstehen, in der die Maxime gilt, das Verhalten zu \u00e4ndern und nicht die Einstellung \u00e4ndern zu m\u00fcssen. In Verbindung damit m\u00fcsste in Organisationen die kooperative Arbeitsweise st\u00e4rker werden, Selbstrepr\u00e4sentation gest\u00e4rkt, die Hierarchie vermindert und Kooperation und Austausch erleichtert und Formen der Zusammenarbeit etabliert werden.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Die Thesen, die in dieser Serie ausgebreiten wurden, geben Hinweise darauf, dass der Schwerpunkt der antirassistischen Arbeit auf bessere Arbeitsbedingungen, auf einen gemeinwesenorientierten Sozialstaat, bessere egalit\u00e4rere Bildungseinrichtungen, besonderes Augenmerk auf die Schere zwischen Arm und Reich zu legen w\u00e4re; die Teilhabem\u00f6glichkeiten der Menschen zu entwickeln, die damit einhergehen m\u00fcssen, diese M\u00f6glichkeiten auch n\u00fctzen zu k\u00f6nnen. Dazu geh\u00f6rt eine Medien- und Kommunikationsbildung, sowie eine Verst\u00e4ndnis f\u00fcr demokratisches Verhalten.  <\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Wenn Rassismus das politisch-ideologische Ventil der rebellierenden Selbstunterwerfung ist, dann sollten wir den \u00c4u\u00dferungen der Rebellion mehr Beachtung schenken. Sie geben uns Auskunft \u00fcber den Zustand der Gesellschaft und zeigen uns die Dysfunktionalit\u00e4ten \u00fcberdeutlich auf. Die Lebensbedingungen der Menschen verbessern, die Chancen f\u00fcr sie in den Mittelpunkt stellen und sie ernst zu nehmen, die Gesellschaft demokratisch zu gestalten, den Sozialstaat auszubauen und die Kluft zwischen \u201eArm und Reich\u201c in Balance zu halten u.v.m., w\u00e4re mittel- und langfristig lohnenswerter im Kampf gegen Rassismus, als all die bisherigen symbolischen Aktivit\u00e4ten und Bildungsma\u00dfnahmen.<\/p>\n\n\n\n<h4 class=\"wp-block-heading\">Ein letzter Punkt:<\/h4>\n\n\n\n<h5 class=\"wp-block-heading\">Von der Notwendigkeit \u00fcber die \u00f6ffentlich-politische Kommunikation nachzudenken.<\/h5>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Wir k\u00f6nnen praktisch nicht ohne \u00f6ffentlich politische Kommunikation \u2013 Propaganda \u2013 Beeinflussung leben. Je komplexer die Welt geworden ist, desto weniger unmittelbare \u201eAugenzeugenberichte\u201c stehen uns zur Verf\u00fcgung und gerade diese sind ja auch unzuverl\u00e4ssige \u201eFakten\u201c wie wir aus einer Vielzahl an Studien und Erfahrungen wissen. Wir erhalten Tatsachen, Information, Interpretation, Fakten und Daten \u00fcber verschiedenste Massenkan\u00e4le. Wir bilden uns damit unsere Meinung. Es geht gar nicht ohne, wie auch?<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Ebenso ist die Zeit vorbei, an dem Radio, TV und Printmedien wichtige und zentrale Datentr\u00e4ger f\u00fcr die Bildung \u00f6ffentlicher Diskurse verantwortlich waren. Die \u201eZeit im Bild\u201c des ORF\u00b4s um 19:30 Uhr war fr\u00fcher ein zentrales Informationsmedium, zu der sich die Familie vor den TV Ger\u00e4ten versammelte, das gro\u00dfe Reichweite besa\u00df und die wichtigen Themen f\u00fcr die Nation aufbereitete. Am n\u00e4chsten Tag wurde \u00fcber die Berichte der ZiB in der Schule, auf der Uni und der Arbeitsstelle weiter diskutiert.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Diese Epoche ist vorbei. Durch die digitalen Plattformen hat sich der \u00f6ffentliche politische Diskurs dezentralisiert, die Systeme sind horizontaler organisiert und demokratisiert. Jede\/r kann Teil der Meinungsmaschinerie werden. Es bedarf dazu nur Accounts bei diversen sozialen-digitalen Medien. Meinung, Behauptungen, Ger\u00fcchte sowie \u00fcberpr\u00fcfbare und recherchierte Fakten sind nahezu nicht mehr unterscheidbar. Ebenso findet keine Filterung der Themen mehr statt.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Die \u00dcberpr\u00fcfung der Fakten ger\u00e4t in den Hintergrund, eine Aufbereitung in wichtig und unwichtig, Gemeinwesen relevant oder nicht, wird durch die Algorithmen von privaten Plattformen bestimmt und ist nicht der Information der Bev\u00f6lkerung geschuldet, sondern ausschlie\u00dflich privaten Profitinteressen. Algorithmen zielen auf Reichweite ab, auf m\u00f6glichst viel \u201eTraffic\u201c. Skandalisierung, Emotionalisierung, ethische und moralische Entr\u00fcstung spielen dabei eine wichtige Rolle.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Politik-, Kommunikations-, Sprachwissenschaften, Psychologie und Neurolinguistik haben in den letzten Jahrzehnten enorme Fortschritte gemacht. Mittlerweile wissen wir viel mehr \u00fcber die M\u00f6glichkeiten der erfolgreichen \u00dcbertragung von politischen, gewollten Informationen und Nachrichten, als fr\u00fcher. Und nicht zuletzt sind auch die M\u00f6glichkeiten der Produktion von Propaganda, irref\u00fchrender und gef\u00e4lschter Nachrichten rapide gestiegen und sie werden weiter steigen, mit den Instrumenten der K\u00fcnstlichen Intelligenz.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Mittlerweile wei\u00df man \u00fcber die Zusammenh\u00e4nge von Narrativen \u2013 sprich Erz\u00e4hlungen \u2013 Bildsprache und Metaphern sowie Sprachbildern viel mehr, als fr\u00fcher und kann dieses Wissen in die Praxis der \u00f6ffentlichen-politischen Kommunikation und Werbung und Propaganda einbringen.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Damit wissen wir mittlerweile auch, dass das st\u00e4ndige Wiederholen von bestimmten Sprachmustern und -bildern bestimmte Wirkungen hat. Bereits in den fr\u00fchen 1990ern haben Margret und Siegfried J\u00e4ger am Duisburger Institut f\u00fcr Sozial- und Sprachwissenschaften in Forschungsarbeiten herausgearbeitet, wie der \u00f6ffentliche, rassistische Diskurs entsteht, konstruiert und weiterentwickelt wird<a href=\"#_ftn1\" id=\"_ftnref1\">[1]<\/a>.<\/p>\n\n\n\n<hr class=\"wp-block-separator has-alpha-channel-opacity\"\/>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><a href=\"#_ftnref1\" id=\"_ftn1\">[14]<\/a> Siehe auch: J\u00e4ger, Margret: Antirassistische Diskursstrategien im Netz des Rassismus. S. 15-19. In: Zebratl Sondernummer: \u201eAus der Geschichte lernen, die Zukunft gestalten.\u201c 4\/96.<\/p>\n<\/div>\n<\/div>\n\n\n<div class=\"wp-block-image\">\n<figure class=\"aligncenter size-large is-resized\"><img decoding=\"async\" width=\"742\" height=\"1024\" src=\"https:\/\/gulis.at\/schreiben\/wp-content\/uploads\/2024\/06\/IMG_20210120_114044-742x1024.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-1997\" style=\"width:420px;height:auto\" srcset=\"https:\/\/gulis.at\/schreiben\/wp-content\/uploads\/2024\/06\/IMG_20210120_114044-742x1024.jpg 742w, https:\/\/gulis.at\/schreiben\/wp-content\/uploads\/2024\/06\/IMG_20210120_114044-217x300.jpg 217w, https:\/\/gulis.at\/schreiben\/wp-content\/uploads\/2024\/06\/IMG_20210120_114044-768x1060.jpg 768w, https:\/\/gulis.at\/schreiben\/wp-content\/uploads\/2024\/06\/IMG_20210120_114044-750x1035.jpg 750w, https:\/\/gulis.at\/schreiben\/wp-content\/uploads\/2024\/06\/IMG_20210120_114044.jpg 773w\" sizes=\"(max-width: 742px) 100vw, 742px\" \/><figcaption class=\"wp-element-caption\">dig<\/figcaption><\/figure>\n<\/div>\n\n\n<div class=\"wp-block-columns is-layout-flex wp-container-core-columns-is-layout-8f761849 wp-block-columns-is-layout-flex\">\n<div class=\"wp-block-column is-layout-flow wp-block-column-is-layout-flow\">\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Im Sinn des Axioms von Watzlawik \u201ewir k\u00f6nnen nicht nicht kommunizieren\u201c<a href=\"#_ftn1\" id=\"_ftnref1\">[15]<\/a> ist es auch auf der \u00f6ffentlichen politischen Ebene so, dass immer wenn wir \u00fcber Rassismus reden, eigentlich die \u201eIdee der Rasse\u201c weiter tragen. <\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Heutzutage wird viel von Narrativen und der gro\u00dfen Erz\u00e4hlung in der \u00f6ffentlich-politischen Kommunikation debattiert. Und ein wichtiger Ansatzpunkt ist dabei immer wieder, dass man das Thema, gegen das man eigentlich auftritt, also in unserem Falle etwa Rassismus, nicht durch Weiterverbreitung des Frames, des Erz\u00e4hlrahmens (Rasse) noch aufwertet.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Damit sind wir zu einem Punkt eines kommunikativen Dilemmas gelangt. In dem Antirassist*innen<a href=\"#_ftn1\" id=\"_ftnref1\">[16]<\/a> sich andauernd \u00fcber Rassismus beschweren, aber genau das tun, was uns die Wissenschaft sagt, es sollte nicht getan werden: n\u00e4mlich die haltlose und ungusti\u00f6se Erz\u00e4hlung dass es \u201emenschliche Rassen\u201c g\u00e4be, indirekt und unbewusst weiter voranzutreiben. Umso deutlicher wird dies, wenn in vielen Segmenten der verschiedenen Subkulturen des Aktivist*innenspektrums und der antirassistischen Aufkl\u00e4rungsarbeit die Hautfarbe als ein dominantes Element der Auseinandersetzung wieder zur\u00fcckkehrt und damit neu fokussiert und sogar verl\u00e4ngert wird.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Auch und besonders unter diesen Aspekten erscheint die Suche nach alternativen Ans\u00e4tzen und neuen Methoden dringend geboten zu sein. Es gilt die strukturellen, politischen, gesellschaftlichen Urspr\u00fcnge von Rassismus erneut in das Blickfeld zu nehmen, weiter zu entwickeln, unter dem Aspekt von neuen Erkenntnissen und Techniken.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Ziel von antirassistischer Gegenstrategien muss es wohl sein, die gesellschaftlichen Kontinuit\u00e4ten von Rassismus zu bergen, zu entlarven, zu analysieren und sie politisch-\u00f6ffentlich zu untergraben und damit eine gro\u00dfe, wirkm\u00e4chtige und falsche \u201eErz\u00e4hlung\u201c nicht mehr in die politische Arbeit aufzunehmen und perpetuieren zu m\u00fcssen.<\/p>\n\n\n\n<h4 class=\"wp-block-heading\"><strong>Ein allerletzter Punkt:<\/strong><\/h4>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>Gruppenbezogene Menschenfeindlichkeit (GMF)?<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Im Zuge der Forschungsaktivit\u00e4ten zu Rassismus, Rechtsextremismus und Diskriminierungsformen tauchte der Begriff der Gruppenbezogenen Menschenfeindlichkeit (GMF) immer h\u00e4ufiger auf. In einem Beitrag von Beate K\u00fcpper und Andreas Zick<a href=\"#_ftn1\" id=\"_ftnref1\">[1]<\/a> unter dem Titel Gruppenbezogene Menschenfeindlichkeit \u2013 die Abwertung und Ausgrenzung schwacher Gruppen \u2013 wird der Begriff wie folgt erkl\u00e4rt:<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">\u201e<em>Als Gruppenbezogene Menschenfeindlichkeit bezeichnen wir abwertende und ausgrenzende Einstellungen gegen\u00fcber Menschen aufgrund ihrer zugewiesenen Zugeh\u00f6rigkeit zu einer sozialen Gruppe.\u201c<a href=\"#_ftn1\" id=\"_ftnref1\"><strong>[18]<\/strong><\/a><\/em><\/p>\n\n\n\n<hr class=\"wp-block-separator has-alpha-channel-opacity\"\/>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><a href=\"#_ftnref1\" id=\"_ftn1\">[15]<\/a> https:\/\/www.paulwatzlawick.de\/axiome.html<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><a href=\"#_ftnref1\" id=\"_ftn1\">[16]<\/a> \u00c4hnlich gestaltet sich das auch bei der Haltung des Antifaschismus.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><a href=\"#_ftnref1\" id=\"_ftn1\">[17]<\/a> https:\/\/www.bpb.de\/themen\/rechtsextremismus\/dossier-rechtsextremismus\/214192\/gruppenbezogene-menschenfeindlichkeit\/#footnote-target-2<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><a href=\"#_ftnref1\" id=\"_ftn1\">[18]<\/a> Ausf\u00fchrlich u.a. Zick, Andreas\/K\u00fcpper, Beate\/Heitmeyer, Wilhelm: Vorurteile als Elemente Gruppenbezogener Menschenfeindlichkeit \u2013 eine Sichtung der Vorurteilsforschung und ein theoretischer Entwurf. In: Anton Pelinka (Hrsg.), Vorurteile: Urspr\u00fcnge, Formen, Bedeutung. Berlin: deGruyter 2012, S. 287-316.<\/p>\n<\/div>\n\n\n\n<div class=\"wp-block-column is-layout-flow wp-block-column-is-layout-flow\">\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Eine in diesem Sinne menschenfeindliche Haltung kann sich auch in ausgrenzender oder sogar gewaltt\u00e4tiger Handlung zeigen oder Einfluss auf die Gestaltung von diskriminierenden Regeln und Prozessen in Institutionen und den Aufbau von diskriminierenden Strukturen nehmen.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">\u00c4hnlich wie schon bei der Unterscheidung von Rassismen und Rassismus wird auch bei der GMF in Formen von Ausgrenzungen unterschieden, die von einzelnen Personen ausge\u00fcbt werden; wie etwa bei Mobbing. GMF liege jedoch dann vor, wenn sie durch eine Ideologie der Ungleichwertigkeit unterf\u00fcttert und angetrieben werde und die Abwertung und Ausgrenzung sich nicht individuell begr\u00fcnden, sondern sich gegen Menschen aufgrund ihrer tats\u00e4chlichen oder vermeintlichen Zugeh\u00f6rigkeit zu einer Gruppe richte, so K\u00fcpper\/Zick.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Aber leider ist es nicht so leicht, wie es auf den ersten Anschein klingt. Denn hinter einer individuellen Handlung von GMF \u2013 etwa bei h\u00e4uslicher Gewalt \u2013 kann und wird in der Regel eine sexistische Rollenvorstellung und ein tief eingebettetes Vorurteil gegen\u00fcber Frauen eine Rolle spielen.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">\u201eAbwertende Einstellungen gegen\u00fcber Gruppen bzw. Personen aufgrund ihrer Gruppenzugeh\u00f6rigkeit werden in der Sozialpsychologie als Vorurteile bezeichnet. Sie k\u00f6nnen sich in Hass, stereotyper Wahrnehmung und\/oder diskriminierendem Verhalten zeigen. Vorurteile sind dabei nicht einfach vorschnelle Urteile. Sie sind vielmehr unzul\u00e4ssige \u00dcbergeneralisierungen, die nach der Methode &#8222;pars pro toto&#8220; von Einzelnen auf alle schlie\u00dft. <\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Dabei werden tats\u00e4chliche oder auch nur vermeintliche Eigenschaften und Verhaltensweisen einiger weniger Personen auf die von allen anderen Menschen, die anhand eines gemeinsamen Merkmals der gleichen sozialen Gruppen zugewiesen werden, \u00fcbertragen (im Sinne von &#8222;alle Frauen sind \u2026, alle Muslime sind\u2026&#8220;).\u201c Diese Darstellung von K\u00fcpper\/Zick \u00e4hnelt doch frappant, an das, was auch Rassismus pr\u00e4gt und ausmacht.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Und noch ein weiteres Merkmal ist bei GMF zu finden, das wir bereits bei Rassismus diagnostiziert hatten: \u201eDar\u00fcber hinaus k\u00f6nnen Personen zugleich Subjekt und Objekt von Abwertungen sein. Selbst einer diskriminierten Gruppe anzugeh\u00f6ren macht Menschen nicht vor der \u00dcbernahme menschenfeindlicher Haltungen gefeit.\u201c<a href=\"#_ftn1\" id=\"_ftnref1\">[19]<\/a><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Die \u00c4hnlichkeiten und \u00dcberschneidungen, die bei den beiden Theorie Begriffen Rassismus und GMF k\u00f6nnten ein Hinweis darauf sein, dass f\u00fcr die Bezeichnungspraxis und dass Dilemma im antirassistischen Diskurs (siehe Ausf\u00fchrungen im Teil 2) die GMF ein Ausweg darstellen k\u00f6nnte, um der Diskursfalle \u201eRassismus\u201c zu entkommen. Nicht ohne jedoch darauf zu verweisen, dass man dabei wachsam bleiben sollte, Unterscheidungsmerkmal nicht einzuebnen, nur der Einfachheit halber.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Das ist wohl ein wissenschaftlicher Diskurs, denn wir hier nicht weiter zu verfolgen brauchen. F\u00fcr die Praxis bedeutet es aber auch, der vorauseilenden wissenschaftlichen Evidenz den notwendigen Raum zu geben, um diese Erkenntnisse auch in die Lebensrealit\u00e4t einbauen zu k\u00f6nnen; anstatt \u201emore of the same\u201c zu tun und sich dann dar\u00fcber aufzuregen, dass die Wirkung gering ist.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><a href=\"#_ftnref1\" id=\"_ftn1\">[19]<\/a> Kahane, Annetta: Gruppenbezogene Menschenfeindlichkeit \u2013 Chancen und Herausforderungen in der lokalen und p\u00e4dagogischen Praxis. In: Amadeu Antonio Stiftung (Hg.): Die Theorie in der Praxis. Berlin 2011.<\/p>\n<\/div>\n<\/div>\n\n\n\n<h4 class=\"wp-block-heading has-text-align-center\">Schluss der Serie<\/h4>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>The never ending story Individuelle Antworten auf &#8230; Trotz einer beeindruckenden F\u00fclle an \u201eantirassistischen Ma\u00dfnahmen\u201c (siehe Teil III der Serie) auf unterschiedlichen Ebenen, sollte der Blick auch darauf gerichtet werden, was alles an weiteren Gegenma\u00dfnahmen fehlt. Es gibt einen reichen Fundus an theoretisch-inhaltlichen Analysen von und zu Rassismus. Diese sind aber auf bestimmte wissenschaftliche Gebiete &hellip; <\/p>\n<p><a class=\"more-link btn\" href=\"https:\/\/gulis.at\/schreiben\/serie-rassismus-iv\/\">Weiterlesen<\/a><\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[376,374,377,403,467,368],"tags":[457,464],"class_list":["post-1994","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-diversitaet","category-migration-flucht","category-oeffentlichkeit","category-rassismus-diskriminierung","category-rassismus","category-serien","tag-rassismus-diskriminierung-legitimationslegende-kontinuum-rasse-gibt-es-nicht","tag-rebellierende-selbstunterwerfung-antirassistische-bildungsarbeit-wasfehlt","item-wrap"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/gulis.at\/schreiben\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/1994","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/gulis.at\/schreiben\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/gulis.at\/schreiben\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/gulis.at\/schreiben\/wp-json\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/gulis.at\/schreiben\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=1994"}],"version-history":[{"count":5,"href":"https:\/\/gulis.at\/schreiben\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/1994\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":2084,"href":"https:\/\/gulis.at\/schreiben\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/1994\/revisions\/2084"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/gulis.at\/schreiben\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=1994"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/gulis.at\/schreiben\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=1994"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/gulis.at\/schreiben\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=1994"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}