{"id":178,"date":"2013-04-15T09:30:23","date_gmt":"2013-04-15T09:30:23","guid":{"rendered":"http:\/\/www.gulis.at\/schreiben\/?p=178"},"modified":"2024-06-21T08:30:35","modified_gmt":"2024-06-21T08:30:35","slug":"mig2eb-migrantinnen-als-fachkrafte-in-der-erwachsenenbildung","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/gulis.at\/schreiben\/mig2eb-migrantinnen-als-fachkrafte-in-der-erwachsenenbildung\/","title":{"rendered":"Mig2eb &#8211; MigrantInnen als Fachkr\u00e4fte in der Erwachsenenbildung"},"content":{"rendered":"<p>In der Ausgabe der Zeitschrift <strong>ZEBRATL 3\/2012<\/strong> erschien folgender Artikel zum derzeit laufenden Forschungsprojekt.<\/p>\n<p class=\"MsoNormal\" style=\"line-height: 150%;\"><strong><span lang=\"DE\" style=\"font-size: 12.0pt; line-height: 150%;\">Mig2eb<\/span><\/strong><\/p>\n<p class=\"MsoNormal\" style=\"line-height: 150%;\"><strong><span lang=\"DE\" style=\"font-size: 12.0pt; line-height: 150%;\">MigrantInnen als Fachkr\u00e4fte in der Erwachsenenbildung<\/span><\/strong><\/p>\n<p class=\"MsoNormal\" style=\"line-height: 150%;\"><span lang=\"DE\" style=\"font-size: 12.0pt; line-height: 150%;\">\u00a0<\/span><strong><span lang=\"DE\" style=\"font-size: 12.0pt; line-height: 150%;\">Im Juni 2012 startete das Forschungsprojekt \u201emig2eb \u2013 Angeh\u00f6rige der 2. Generation von MigrantInnen als Fachkr\u00e4fte in der Erwachsenenbildung\u201c, welches vom Europ\u00e4ischen Sozialfonds (ESF) und dem BM f. Unterricht, Kunst und Kultur (BMUKK) gef\u00f6rdert und zwei Jahre dauern wird. \u00a0<\/span><\/strong><\/p>\n<p class=\"MsoNormal\" style=\"line-height: 150%;\"><span lang=\"DE\" style=\"font-size: 12.0pt; line-height: 150%;\">\u00a0Das Forschungsvorhaben, das von Prof. Dr. Annette Sprung vom Inst. f. Erziehungs- und Bildungswissenschaft der Universit\u00e4t Graz gemeinsam mit Wolfgang Gulis (ehemals Zebra) konzipiert wurde, besch\u00e4ftigt sich zun\u00e4chst mit der Analyse der Repr\u00e4sentanz von MigrantInnen der 2. Generation in Organisationen der Erwachsenenbildung (EB). In weiterer Folge werden die strukturellen Bedingungen von Erwachsenenbildungs-einrichtungen untersucht, die den Zugang zum Berufsfeld erschweren oder erm\u00f6glichen. Dabei ist von besonderem Interesse welche gesellschaftlich-politischen Einfl\u00fcsse auf diese Bedingungen vor Ort Einfluss nehmen. Auf Basis der Forschungsergebnisse sollen Prozesse der Interkulturellen \u00d6ffnung bef\u00f6rdert werden. <\/span><\/p>\n<p class=\"MsoNormal\" style=\"line-height: 150%;\"><span lang=\"DE\" style=\"font-size: 12.0pt; line-height: 150%;\">\u00a0Als PartnerInnen hat das Projekt zwei gewichtige AkteurInnen der \u00f6sterreichischen Erwachsenenbildungslandschaft mit an Bord. Einerseit, die Gesellschaft f\u00fcr Politische Bildung (\u00d6GPB) mit dem Projektteam um Hakan G\u00fcrses, Rahel Baumgartner, Ariane Sadjed\u00a0 und Edeltraud Schr\u00f6ttner und andererseits das Bundesinstitut f\u00fcr Erwachsenen-bildung (bifeb), das mit Christian Kloyber einen langj\u00e4hrigen Kenner und Experten der Szene ins Projekt entsandte. <\/span><\/p>\n<p class=\"MsoNormal\" style=\"line-height: 150%;\"><span lang=\"DE\" style=\"font-size: 12.0pt; line-height: 150%;\">\u00a0In den n\u00e4chsten Monaten wird das Forschungsteam, neben Annette Sprung, bestehend aus Brigitte Kukovetz, Ariane Sadjed (\u00d6GPB Wien) und Wolfgang Gulis, sich den Fragen der Repr\u00e4sentanz von Angeh\u00f6rigen der 2. Generation im Berufsfeld der Erwachsenenbildung genauer widmen und insbesondere auch der Frage nachgehen, wie sie in einschl\u00e4gigen Ausbildungslehrg\u00e4ngen repr\u00e4sentiert sind und welche Strategien sie entwickeln, um an Aus- und Weiterbildungen teilzuhaben. Dieser Fokus wird ebenso in den Fallstudien, die in n\u00e4chster Zeit bearbeitet werden, noch genauer untersucht. <\/span><\/p>\n<p class=\"MsoNormal\" style=\"line-height: 150%;\"><span lang=\"DE\" style=\"font-size: 12.0pt; line-height: 150%;\">\u00a0Die Frage nach der Partizipation von MigrantInnen taucht ja in der Fachliteratur immer wieder auf und wurde nicht zuletzt von Sprung in ihrem j\u00fcngsten Buch \u201eZwischen Diskrimi-nierung und Anerkennung. Weiterbildung in der Migrationsgesellschaft.\u201c (Siehe Zebratl 1\/2012) ausf\u00fchrlich er\u00f6rtert. Da die Repr\u00e4sentanz jedoch nicht alleine aussagekr\u00e4ftig ist und nicht der einzige Indikator f\u00fcr inklusive, durchl\u00e4ssigere und diskriminierungs\u00e4rmere Strukturen ist, wie das Forschungsteam betont, werden in den Fallstudien auch die Rahmenbedingungen, die in den Organisationen vorherrschen, analysiert. <\/span><\/p>\n<p class=\"MsoNormal\" style=\"line-height: 150%;\"><span lang=\"DE\" style=\"font-size: 12.0pt; line-height: 150%;\">\u00a0Da es sich um ein anwendungsorientiertes Forschungsprojekt handelt, welches darauf Wert legt, Beitr\u00e4ge und Erkenntnisse zu liefern, die nachhaltig die Potenziale und Ressourcen einer Migrationsgesellschaft f\u00f6rdern, geht es neben den wissenschaftlichen Erkenntnissen in den weiteren Schritten des Projektes auch darum, diese in praxisrelevante Handlungsanleitungen umzusetzen. Sowohl das bifeb als auch die \u00d6GPB werden Nutznie\u00dfer dieser Prozesse sein und mithilfe des Forschungsteams sowie noch zu gr\u00fcndenden Fokus- und Transfergruppen Adaptierungen von Lehrg\u00e4ngen und Programmen durchf\u00fchren k\u00f6nnen. Aus diesen Erkenntnissen sollen \u2013 als ein Ergebnis des Projektes \u2013 verallgemeinerbare Handlungsanleitungen f\u00fcr die \u00f6sterreichische Erwachsenenbildungslandschaft zur Verf\u00fcgung gestellt werden.<\/span><\/p>\n<p class=\"MsoNormal\" style=\"line-height: 150%;\"><span lang=\"DE\" style=\"font-size: 12.0pt; line-height: 150%;\">\u00a0<\/span><strong><span lang=\"DE\" style=\"font-size: 12.0pt; line-height: 150%;\">Auftakt: ExpertInnenworkshop<\/span><\/strong><\/p>\n<p class=\"MsoNormal\" style=\"line-height: 150%;\"><span lang=\"DE\" style=\"font-size: 12.0pt; line-height: 150%;\">In einer ersten Auftaktveranstaltung des Projektes wurden am 23. Oktober 2012 ExpertInnen zu einem Workshop in Wien eingeladen. Dabei ging es einerseits um die Vorstellung des Vorhabens, aber auch um einen inhaltlichen Einstieg in das Thema. So wurde eine Ann\u00e4herung an die Felder und Begriffe, die zur Diskussion stehen, vorgenommen. Man sei, so Sprung immer damit konfrontiert, dass Begriffe etabliert werden und in Verwendung sind, wie etwa \u201eMigrationshintergrund\u201c oder \u201e2. Generation\u201c, die einerseits \u00f6ffentlich-statistische Kategorien sind, andererseits die M\u00f6glichkeit der Stigmatisierung und Ausgrenzung bestimmter Gruppen in sich bergen. Da Begriffe werden ja nicht in einem machtfreien Diskurs verwendet. Daher sei es Anliegen kritischer Wissenschaft diese Widerspr\u00fcche und Ambivalenzen aufzudecken.\u00a0 <\/span><\/p>\n<p class=\"MsoNormal\" style=\"line-height: 150%;\"><span lang=\"DE\" style=\"font-size: 12.0pt; line-height: 150%;\">Ebenso kritisch wurde aber auch das Thema von Diversit\u00e4t und Interkultureller \u00d6ffnung diskutiert; zwei Begriff, die in Fachkreisen und politischen Themenfeldern immer \u00f6fter in Verwendung sind. Der h\u00e4ufige Gebrauch kann durchaus als Teil eines Diskurswandels verstanden werden, der sich von einem \u201eAusl\u00e4nder- \u00fcber einen Integrationsdiskurs hin zu einem Diversit\u00e4tsdiskurs ver\u00e4ndert\u201c. Jedoch sind in diesem Verhandlungsprozess zahlreiche Fallstricke enthalten. Dies kann einerseits zu einer beliebigen, inhaltsleeren Verwendung der Begriffe f\u00fchren, ebenso aber auch zu einer zunehmend negativen Konnotierung. Sprung nannte das die \u201eEuphemismus Tretm\u00fchle\u201c. Neue neutrale Begriffe werden eingef\u00fchrt und im Zuge der Jahre negativ konnotiert, bis wieder ein neuer Begriff Platz greift. Andererseits wird von einigen ExpertInnen kritisch in Frage gestellt, ob mit den Begriffen nicht eine Verschleierung vorgenommen werde, um von Ausgrenzung, Rassismus, ungleichen Machtverh\u00e4ltnissen und Chancenungleichheit abzulenken. <\/span><\/p>\n<p class=\"MsoNormal\" style=\"line-height: 150%;\"><span lang=\"DE\" style=\"font-size: 12.0pt; line-height: 150%;\">\u00a0Die ProjektbetreiberInnen betonen auch, eine Plattform f\u00fcr viele verschiedene AkteurInnen aus Theorie und Praxis schaffen zu wollen, damit die Ergebnisse und Handlungsanleitung von Mig2eb nicht nur wissenschaftlich ergiebig, sondern auch f\u00fcr die organisationale-politische Praxis von Erwachsenenbildungsorganisationen zu verwerten sein werden.<\/span><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>In der Ausgabe der Zeitschrift ZEBRATL 3\/2012 erschien folgender Artikel zum derzeit laufenden Forschungsprojekt. 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